Südtirol Zwischen Almen, Klöstern und Schüttelbrot

Für Erholungssuchende ist Südtirol ein perfektes Reiseziel. Abwechselungsreiche Landschaft, kulinarische Genüsse und verkehrstechnisch schnell zu erreichen. Im Tal der Eisack finden sich diese Vorzüge geballt.


Burgen, Klöster, kleine Bergdörfer
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Burgen, Klöster, kleine Bergdörfer

Millionen von Touristen brausen alljährlich auf ihrer Fahrt nach Italien über die Brenner-Autobahn an der Schlucht der Eisack vorbei. Etwa 35 Kilometer hinter dem Brenner findet sich diese reizvolle Südtiroler Landschaft: steil abfallende Felswände, dahinter öffnet sich das weite grüne Tal der Eisack.

Mit saftigen Almen, bunten Wiesen, bizarren Bergen, in der Sonne glitzernden Bächen und Seen präsentiert sich die Natur im Sommer von ihrer schönsten Seite. Besonders im Juli und August kommen viele Großstädter in die Berge. Hier wird spaziert, gewandert und geklettert - wer mag, sogar bis hinauf zu Südtirols höchstem Berg, dem 3902 Meter hohen Ortler.

Bergkirche am Latzfonser Kreuz
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Bergkirche am Latzfonser Kreuz

Als idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Berge bietet sich die alte Bischofsstadt Brixen an. Mit ihren verwinkelten Gassen und stolzen Bürgerhäusern, den Laubengängen und Brücken liegt sie malerisch am Zusammenfluss von Eisack und Rienz. Pünktlich zur großen Jubiläumsfeier in diesem Jahr - 1100 Jahre - wurde der historische Stadtkern liebevoll restauriert. Der Dom überragt auch heute noch mit seinen mächtigen Türmen den Ort. In seinem Innern dominiert üppiger Barock mit vielen verschiedenen Marmorsorten. Sehenswert ist der Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert.

In der Altstadt von Brixen beginnt einer der schönsten Wanderwege der Region. Er führt am Ufer der Eisack entlang nach Neustift zur größten Klosteranlage des Landes, dem 1142 gegründeten Augustinerchorherrenstift. Vom reichen geistigen Leben zeugt die umfangreiche Stiftsbibliothek, die im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann.

Das Eisacktal ist durch die Brennerautobahn leicht zu erreichen
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Das Eisacktal ist durch die Brennerautobahn leicht zu erreichen

Rund um das Stift wachsen vor allem weiße Trauben. In der traditionsreichen Stiftskellerei reifen sie zum ausgezeichneten Sylvaner, Müller Thurgau, Gewürztraminer oder Veltliner.

Albrecht Dürer verliebte sich 1494 in das romantische Künstlerstädtchen Klausen und hielt seine Eindrücke im Kupferstich "Das große Glück" fest. Vom Hügel gleich neben dem ehemaligen Kapuzinerkloster bietet sich eine großartige Aussicht auf das mittelalterliche Gassengewirr der Stadt. Auf alten Wegen lässt sich die Umgebung erwandern - etwa auf einer Tagestour zum Kloster Säben. Das Kloster wird noch heute von Benediktinerinnen geführt. Über sonnige Höhenterrassen, die sich oberhalb von Brixen bis zum Thinebach bei Klausen entlang ziehen, erreichen Wanderer das verträumte Bergdorf Feldthurns mit seinen alten, schönen Bauernhöfen.

Wandeln in schmalen Gassen der alten Bischofsstadt Brixen
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Wandeln in schmalen Gassen der alten Bischofsstadt Brixen

Auf der anderen Seite des Tals ist die eindrucksvolle Kulisse der Dolomiten von der Peitlerkofelgruppe bis zur Geislergruppe zu sehen. In den vielen urgemütlichen Gastwirtschaften kommt deftige heimische Kost auf den Tisch: Speck, Schüttelbrot (hartes Roggenbrot), Nüsse, Würste mit Kraut, die kräftige "Gerschtsuppe" und "Köstn", am offenen Feuer gebratene Kastanien. Empfehlenswert ist ein Besuch auch im Herbst - dann ist die Zeit des "Törggelen", der Weinpresse.



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