Wander-App: Das Handy verrät, wo es langgeht
Wander-App: Das Handy verrät, wo es langgeht
Foto: Christin Klose / dpa-tmn

Test von Stiftung Warentest Welche Wander-Apps am besten führen

Was bringen Wander-Apps – und welche ist die beste? Die Stiftung Warentest hat die fünf beliebtesten ausprobiert, darunter auch Komoot und Outdooraktive.

Es gibt sie noch: die Wanderkarte. Ein treuer Begleiter mit Knicken und Rissen, dessen Benutzung sich aber nicht intuitiv erschließt. Eine Alternative sind Wander-Apps für das Smartphone, die Outdoor-Fans zielsicher navigieren sollen. Doch wie gut funktioniert das? Und worauf sollte man achten?

Die Stiftung Warentest hat sich die fünf Wander-Apps  angeschaut, die Nutzer im Google Play Store am häufigsten heruntergeladen haben: Alltrails, Bergfex, Komoot, Outdooractive und Wikiloc. Getestet wurden jeweils die iOS- und Android-Vollversionen. Das Angebot reicht hier von Kartenpaketen ab vier Euro bis zu Premiumversionen für 60 Euro jährlich. Alle Anbieter haben auch kostenlose Versionen im Angebot, die weniger Funktionen bieten. Navigation etwa sei dann zum Teil nicht möglich.

Touren lassen sich über die Webseite der Anbieter oder mit der jeweiligen App planen. Ein großer Computerbildschirm bietet dabei mehr Übersicht, wobei den Testern die Routenplanung per App bei Komoot besser gefiel. Mit den Diensten lassen sich Strecken anderer Nutzer suchen oder Routen selbst erstellen, um zum Beispiel allzu ausgetretene Pfade zu meiden. Filter helfen dabei, passgenaue Touren zu finden, etwa was den Schwierigkeitsgrad der Wanderung angeht.

Am Harzer Hexenstieg gescheitert

Die Tester schnürten unter anderem selbst die Wanderstiefel, um die Apps zu testen: in der Lüneburger Heide, den Berchtesgadener Alpen und im Harz. Sie prüften die Navigation auch auf anspruchsvollen Abschnitten und bei Hindernissen wie Wegsperrungen.

  • Komoot und Outdooractive navigierten die Wanderer dabei am besten und erhielten die Note »Gut«, so das Ergebnis in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift »test«. Diese beiden Apps zeigten Pfeile zur genauen Streckenführung. Auch die Sprachansagen gefielen den Testern. So könne das Handy während der Tour in der Tasche bleiben.

  • Die Anbieter Alltrails und Bergfex eignen sich der Stiftung Warentest zufolge eher für routinierte Wanderer, da Pfeile und auch die verbleibende Wegstrecke und Gehzeit fehlten.

  • Bei Wikilocs fehlte es den Experten an orientierenden Details der Standardkarten.

An einer Stelle versagte jede der getesteten Apps – an einer Wegsperrung im Harz. Alle Dienste leiteten die Tester auf einen seit Monaten gesperrten Teil des Harzer Hexenstiegs. Da blieb nur die Umkehr.

Die Experten raten dazu, die Karten vor der Tour herunterzuladen und dann offline zu nutzen. Das gehe mit den Vollversionen und sei in weiten Teilen Deutschlands ratsam. Wer die Sprachnavigation nutzt, die Display-Helligkeit minimiert und andere Apps ausschaltet, spart außerdem Akkuladung. Im Zweifel eine Powerbank mitnehmen.

Die Wander-Apps können also dabei helfen, Touren zu planen und unterwegs zu navigieren. Wen allerdings unterwegs der Akku im Stich lässt, hat davon nicht viel – hier sticht die physische Karte. Ebenfalls wenn die kostenlosen Versionen genutzt werden, bei denen die Offlineversion nicht verfügbar ist: Die lassen den Wanderer oder die Wanderin in der Pampa stehen, wenn die Netzverbindung schwächelt. So ganz hat die Faltkarte also noch nicht ausgedient.

abl/dpa
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