Korrektur Fotos aus Spaniens Touristenhochburgen sind älter als von uns berichtet

Wir haben an dieser Stelle Fotos von spanischen Stränden gezeigt. Anders als von uns geschrieben, sind die Bilder aber nicht aus diesem Jahr. Wie es zu diesem Fehler kommen konnte.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wir müssen uns bei Ihnen entschuldigen. Anfang August hatten wir unter der Überschrift "Nix wie weg" Bilder von Stränden spanischer Touristenhochburgen gezeigt, sie waren unter demselben Link zu finden wie jetzt diese Richtigstellung. Die Bilder sind, anders als von uns berichtet, nicht 2020 entstanden, sondern in den Jahren 2018 und 2019. Das hat uns der Fotograf Arnau Rovira Vidal inzwischen bestätigt.

Wie konnte es zu diesem Fehler kommen?

Eine Fotoagentur vertritt den Fotografen, auf ihrer Website  beschrieb sie das Fotoprojekt wie folgt:

"Summer has finally arrived and the Spanish coast is full of thirsty people (...) seeking a place on the sand to erect the parasol. Tourism, one of the pillars of the Spanish economy has been in a Covid hibernation and it won't be contained any longer!!

This is a photographic project that goes through the main touristic spots to explore the need to be beside the sea. Tourists take back their freedom by the Mediterranean."

Zu Deutsch:

"Der Sommer ist endlich da, und die spanischen Küsten sind voll von sonnenhungrigen Leuten, die einen Platz im Sand suchen, an dem sie ihren Sonnenschirm aufstellen können. Der Tourismus, eine der Säulen der spanischen Wirtschaft, war in einem Covid-Winterschlaf, er wird nicht länger eingedämmt!!

Das ist ein fotografisches Projekt, das entlang der großen Touristenhochburgen das Bedürfnis erkundet, am Meer zu sein. Touristen holen sich am Mittelmeer ihre Freiheit zurück."

Wir kontaktierten vor der Veröffentlichung die Agentur, um uns zu versichern, dass die Fotos wirklich aktuell sind, also in den vergangenen Monaten aufgenommen wurden. Schließlich trägt auf den Bildern niemand eine Maske.

Daraufhin bestätigte ein Agenturmitarbeiter, dass die Bilder aktuell seien und zu Beginn der Maskenpflicht in der Sommersaison gemacht wurden. Wir haben im Nachgang die Bilder mit Fotos mehrerer großer Nachrichtenagenturen verglichen, um sicherzugehen. Wie sich zeigt, waren diese Überprüfungen nicht ausreichend.

Barcelona im Jahr 2018 oder 2019: Aufnahme des Fotografen Arnau Rovira Vidal, das bei uns mit falscher Jahresangabe erschien

Barcelona im Jahr 2018 oder 2019: Aufnahme des Fotografen Arnau Rovira Vidal, das bei uns mit falscher Jahresangabe erschien

Foto: Arnau Rovira/ INSTITUTE
Barcelona im Juli 2020: Aufnahmen von der Nachrichtenagentur Reuters

Barcelona im Juli 2020: Aufnahmen von der Nachrichtenagentur Reuters

Foto: NACHO DOCE/ REUTERS

Nach der Veröffentlichung erreichten uns Hinweise von Leserinnen und Lesern, dass mit den Bildern etwas nichts stimmt. Wir kontaktierten den Fotografen, der sagte, die Bilder seien von 2018 und 2019. Daraufhin kontaktierten wir erneut die Agentur, die wiederum mitteilte, sie fühle sich vom Fotografen falsch informiert. Auch sie seien davon ausgegangen, die Fotos zeigten den "Post-Lockdown-Eskapismus". Mit diesen Vorwürfen konfrontiert sagte der Fotograf, das "Missverständnis" täte ihm leid - er sei dafür aber nicht verantwortlich.

Inzwischen hat die Agentur auf ihrer Website den Hinweis ergänzt, dass die Bilder aus der Vor-Corona-Zeit stammen. Auch hat sich die Agentur beim SPIEGEL entschuldigt. Und wir entschuldigen uns bei unseren Leserinnen und Lesern.

Wir haben uns entschieden, die Fotostrecke mit den falschen Bildern zu löschen, dokumentieren aus Gründen der Transparenz den Originalbeitrag aber hier im Screenshot.

Screenshot vom Artikel "Nix wie weg"

Screenshot vom Artikel "Nix wie weg"

Sowie drei Beispielbilder aus der Fotostrecke:

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