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Tipps für alle Bundesländer Die besten grünen Ausflugsziele in Deutschland

Wissen Hamburger, wie schön das Thüringer Schiefergebirge ist? Kennen Saarländer den Allgäuer Iller-Radweg? In diesem Sommer lernen wir unser Land kennen. Hier sind Vorschläge.

"Ach, Urlaub in Deutschland kann ich ja immer noch machen" - so haben viele gedacht, die ihren Sommer und die langen warmen Abende lieber in südlichen Ländern verbracht haben. Oder irgendwo, wo es einfach anders ist als zu Hause. Das Coronavirus macht solche Pläne in diesem Jahr wohl zunichte.

Aber anders als zu Hause kann es durchaus auch innerhalb Deutschlands sein: Hamburger haben schon Urlaubsgefühle beim Anblick grüner Allgäuer Bergwiesen. Und Schwaben genießen die Meeresbrise und das Möwengeschrei, wenn sie den Hamburger Hafen besuchen.

Hier sind Tipps für abgelegene Ausflugsregionen für jedes Bundesland, gedacht für jene, die nicht unbedingt dort wohnen. Denn die haben natürlich diese grünen Oasen schon längst entdeckt - oder etwa nicht? Eine Auswahl zwischen Nordsee und Alpen, zwischen Eifel und Lausitz.

Bayern: Mit dem Fahrrad durch das Allgäu

Auf dem Rad reist man in seinem ganz eigenen Tempo - zum Beispiel auf dem Iller-Radweg  entlang des gleichnamigen Flusses. Die Route führt über 146 Kilometer vom bayerischen Oberstdorf im Allgäu bis nach Ulm, wo die Iller in die Donau mündet - die Stadt mit dem berühmten Ulmer Münster liegt schon in Baden-Württemberg. Wenn unterwegs der Schweiß läuft, können sich Radwanderer direkt in der Iller abkühlen.

Die Allgäuer Töpferkünstlerin Sophie Mische empfiehlt den Auwaldsee bei Fischen als ihren Lieblingsplatz entlang der Route. Hier ist Baden allerdings verboten. Dafür sei die Aussicht bei einem Spaziergang rund um den See herrlich.

Tipp für Bergprofis: Wen es hoch hinauf zieht, der kann sich am Jubiläumsgrat  versuchen, der auf dem Gipfel der Zugspitze beginnt - eine ebenso fordernde wie berühmte hochalpine Tour. Allzu voll dürfte es trotzdem nicht werden - schließlich sind Kondition, absolute Schwindelfreiheit und Klettertechnik notwendig. Wichtig: Nur bei gutem Wetter machen und im Zweifel mit einem Bergführer gehen.

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Tipps für Deutschland-Erkundung: spazieren, radfahren, Natur genießen

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Mecklenburg-Vorpommern: wo der Moorfrosch quakt

Die Mecklenburgische Seenplatte kennt jeder - aber warum nicht mal ein Küstenmoor kennenlernen? Das geht östlich von Graal-Müritz im Großen Ribnitzer Moor . Ein neun Kilometer langer Exkursionspfad mit Infotafeln führt durch die Landschaft. Wer Glück hat, bekommt den Blauen Moorfrosch zu Gesicht.

Soll es doch die Seenplatte sein, empfiehlt der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommerns die Ivenacker Eichen. Sie sind um die Tausend Jahre alt und zählen zu den ältesten Bäumen in Deutschland. Besucherinnen und Besucher finden dort auch einen der beliebten Baumwipfelpfade.

Nordrhein-Westfalen: Besuch bei den Wildpferden

Mit einer "Oase im Alltag" wirbt die Touristikzentrale Paderborner Land, wenn es um die Moosheide  geht. Das Naturschutzgebiet in der Senne in Ostwestfalen sei eher noch weniger bekannt. Es liegt in der Region des Teutoburger Walds unweit der Grenze zu Niedersachsen, dort entspringt auch die Ems. Rundwanderwege führen über Dünen und durch Täler, zu offenen Heideflächen und durch Kiefernwälder.

Das besondere Highlight der Moosheide hat jedoch Hufe - dort lebt die älteste Pferderasse Deutschlands. Die Senner Wildpferde wurden im Jahr 1160 zum ersten Mal erwähnt und lassen sich von Ende April bis Ende Oktober beobachten. Ein Projekt hat dafür gesorgt, dass die Tiere in ihre alte Heimat zurückkehren konnten.

Schleswig-Holstein: Landschaft wie ein Gemälde

Wer Eisvögel, Seeadler und Kraniche sehen möchte, ist im Naturpark Lauenburgische Seen  richtig. Der älteste Naturpark Schleswig-Holsteins liegt südlich von Lübeck und östlich von Hamburg und bietet eine eiszeitliche Hügellandschaft aus Seen, Wäldern, Wiesen und Feldern - ein Sehnsuchtsort für Naturfreunde.

Der Park selbst wirbt mit einer Landschaft "wie auf Gemälden alter Meister, lieblich, weich und zugleich geheimnisvoll und mystisch, aufregend und mächtig". Im Frühjahr blüht der Raps, Reetdächer und Fachwerke liefern pittoreske Fotomotive.

Eine Alternative in Deutschlands nördlichstem Bundesland ist das Naturschutzgebiet Geltinger Birk , ganz weit im Norden am Meer. Dünen, Sümpfe und lichte Wälder laden zum Wandern und Radeln ein. Hier wurde auch die alte Ponyrasse Konik ausgewildert.

Niedersachsen: Naturerlebnisse bis zu den Wurzeln

Aktivurlaub in der Natur ist nicht nur im Harz oder Erzgebirge angesagt, sondern zum Beispiel auch im Weserbergland. Dort wartet der Naturpark Solling-Vogler  auf Wanderer und Erholungsbedürftige. Gäste können einen 40 Meter hohen "Klimaturm" im Wald erklimmen, während eine Erdhöhle den Blick auf Baumwurzeln freigibt. Zudem gibt es unter anderem Klöster, Ausgrabungsstätten, wild lebende Exmoor-Ponys, Mountainbike-Trails und einen Wildpark.

Für wildromantische Gefühle sorgt in Niedersachsen alternativ der Naturpark Elbhöhen-Wendland  mit reichlich Wald-und-Wiesen-Charme, Heideflächen und Streuobstwiesen. Charakteristisch für die Region sind die gut erhaltenen, historischen Rundlingsdörfer.

Baden-Württemberg: Kahnfahrten und Mammutbäume

Erkundungen zu Wasser können Ausflügler im Naturschutzgebiet Taubergießen  unternehmen. Im traditionellen Stocherkahn geht es durch die verwunschene Auenlandschaft am südlichen Oberrhein. Wer sich mit Vögeln auskennt, kann hier vielfältigsten Stimmen lauschen. Und vielleicht lässt sich sogar ein seltener Sumpfbiber erspähen.

Exotenwald in Weinheim: Kopf in den Nacken unter Küstenmammutbäumen

Exotenwald in Weinheim: Kopf in den Nacken unter Küstenmammutbäumen

Foto: Dietmar Denger/TMBW/dpa-tmn

Einen Hauch von Nordamerika und urzeitlicher Größe vermitteln wiederum die Mammutbäume im Exotenwald in Weinheim . Schlossherr Christian Freiherr von Berckheim ließ hier 1872 die ersten Bäume pflanzen, heute gibt es etwa auch chilenische Andentannen und japanische Magnolienbäume - eine Art botanische Weltreise.

Brandenburg: zwischen Buchen und Flussaue

Freunde des deutschen Walds werden in der Uckermark ihre Freude haben. Der idyllische Buchenwald Grumsin  im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin zählt zum Unesco-Weltnaturerbe. Vielleicht kein Geheimtipp mehr, aber dennoch empfehlenswert.

Eine geschützte Flussaue hat Brandenburg im Nationalpark Unteres Odertal  zu bieten. Dort zeigen sich viele Wasservogel-Arten.

Berlin: Grüne Oasen in der Stadt

Für Großstädter ist es natürlich nicht so leicht, einsame und weitläufige Landschaften zu finden, ohne ins grüne Umland zu fahren. In der Hauptstadt empfiehlt Visit Berlin den Natur-Park Schöneberger Südgelände  als noch weniger überlaufenes Erholungsziel. Auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Tempelhof ist hier über die Jahre ein dschungelartiger Wald entstanden, der sich auf Spaziergängen erkunden lässt. Lok-Halle, Brückenmeisterei und Wasserturm erinnern an früher.

Die angeblich "längste Grünfläche Berlins" liegt im Bezirk Marzahn-Hellersdorf: Der Wuhletalweg  führt dort über 15 Kilometer von Ahrensfelde bis zur Mündung der Wuhle in die Spree.

Thüringen: Flussromantik pur

Wer gern am Wasser ist, der dürfte auch den Naturpark Thüringer Schiefergebirge - Obere Saale  mögen. Entlang der Saale, an Stauseen und auf Höhenzügen lässt sich hier die Natur genießen. Der Hohenwarte-Stausee mit seiner 412 Meter breiten Mauer ist der viertgrößte Deutschlands. In den Wäldern leben zum Beispiel Tiere wie Feuersalamander, Rauhfußkauz und Schwarzstorch.

Noch ein Thüringen-Tipp: das Schwarzatal am Rennsteig . Das Tal erstreckt sich von der Quelle der Schwarza bis zur Mündung in die Saale bei Rudolstadt. Die Region rühmt sich mit ihrer Vielfalt an Kräutern, von denen einige zu Heilzwecken verwendet werden.

Sachsen: Wassersport auf Bergbau-Seen

Auch auf dem Wasser kann man abseits der Massen seine Ruhe haben - und dabei noch sportlich sein. Zum Beispiel beim Segeln, Surfen, Wakeboarden oder Stand-up-Paddling im Leipziger Neuseenland . Alte Tagebaulöcher aus der Braunkohle-Ära liefen hier langsam voll und haben somit eine neue Bestimmung gefunden. Ist zwar nicht in dem Sinne wild und ursprünglich, fühlt sich aber oft so an.

Mehr Ruhe und Naturerlebnis bietet in Sachsen die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft : ein Unesco-Biosphärenreservat und das größte zusammenhängende Teichgebiet in Deutschland.

Sachsen-Anhalt: Menschenleere als Verkaufsargument

Wer es so richtig einsam mag, der ist in der Altmark  richtig. Die Gegend ist so fernab vom Schuss, dass sie mit dem Slogan "Wenn Sie mal niemanden mehr sehen wollen" warb. Die Not wurde zur Tugend: Landflucht als touristischer Standortfaktor. Die Natur hat man hier in weiten Teilen fast für sich allein. Wem das aufs Gemüt schlägt, der besichtigt Stendal, Tangermünde oder Salzwedel.

Hessen: wo der Wald noch einsam ist

Zur Wiederentdeckung des Waldes als Erholungsgebiet lädt auch Hessen ein. Der Reinhardswald  lockt als eines der einsamsten Waldgebiete Deutschlands. Ein idyllisches Flüsslein gibt es auch: die Holzape.

Im Naturpark Hoher Vogelsberg  erwartet Besucherinnen und Besucher ebenfalls eine urige, wilde und ursprüngliche Natur. Als eines der schönsten Täler wird dort das Obere Niddertal angepriesen.

Rheinland-Pfalz: Islek und Pfälzerwald

Der Islek , der nördliche Teil des Naturparks Südeifel, lebt von seinen Gegensätzen aus rauen Höhenzügen bis 570 Metern und tief eingeschnittenen Flusstälern. Die Landschaft hat teils einen fast schon spröden Charakter. Doch im Spätsommer werden Wanderer mit leuchtend bunten Eichen- und Buchenwäldern belohnt. Waldfreuden pur bietet in dem Bundesland natürlich auch der Pfälzerwald .

Saarland: Besuch bei der Wildkatze

Saar-Hunsrück-Steig: 410 Kilometer zum Wandern

Saar-Hunsrück-Steig: 410 Kilometer zum Wandern

Foto: Oliver Dietze/dpa/dpa-tmn

Im kleinen Saarland können Ausflügler der (gefühlten) Enge der Städte und Dörfer zum Beispiel im Naturpark Saar-Hunsrück  entgehen. Hier streifen Marder, Biber, Fuchs und Dachs durchs Unterholz - und sogar die selten gewordene Wildkatze. Wer richtig Energie loswerden möchte, begibt sich auf den 410 Kilometer langen Saar-Hunsrück-Steig, einen der schönsten - und beliebtesten - Weitwanderwege in Deutschland.

Hamburg: raus in die Wildnis

In Hamburgs erstreckt sich wiederum die Wildnis des Duvenstedter Brooks  - ein Naturschutzgebiet aus Mooren, Heidefläche und Bruchwäldern, in dem Spazieren und Radeln möglich ist. Die Landschaft entstand vor rund 15.000 Jahren nach der letzten Eiszeit.

Für Hamburger mit Sehnsucht nach dem Grünen empfiehlt sich außerdem das Alte Land , eines der größten Obstanbaugebiete Europas. Zur Apfelblüte ist es dort besonders schön - allerdings auch besonders beliebt bei Ausflüglern. Daher lieber zu einer späteren Zeit dort die Natur genießen - vor allem auf dem Fahrrad.

Bremen: erfolgreiche Renaturierung

Auch das kleine Bundesland Bremen hat Natur zu bieten: Die Luneplate  direkt an der Weser in Bremerhavens Süden ist ein Feuchtgebiet, in dem Besucher Wasserbüffel beobachten können. Die Lune ist ein Nebenfluss der Weser und die Luneplate eine Halbinsel.

Die Umgestaltung des hafennahen Geländes in ein Rückzugsgebiet für Vögel und ein Domizil für Brut-, Rast- und Zugvögel wurde 2016 mit dem Europäischen Hafenpreis ausgezeichnet. Die Luneplate sei ein "Hidden Place", so die Touristikgesellschaft. Selbst mancher Bremerhavener kenne die besondere Schönheit des Ortes nicht.

Philipp Laage, dpa/abl
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