New York empfängt wieder Besucherinnen und Besucher
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Foto: SPENCER PLATT/ AFP

USA und Kanada Was Nordamerika-Urlauber jetzt wissen müssen

Von Anfang November an kann man wieder in die USA reisen, auch Kanada hat inzwischen die Grenzen für Touristen geöffnet. Das gilt allerdings nur für Geimpfte. Was Reisende jetzt wissen müssen.

Seit Anfang September ist der Kanada-Urlaub wieder möglich, ab Anfang November sollen deutsche Touristinnen und Touristen auch in die USA reisen dürfen. Die US-Regierung hatte seit Mitte März 2020 einen Einreisestopp für Menschen aus zahlreichen Ländern, darunter für Einwohner der EU und Großbritanniens, angeordnet.

Die Reisebranche und die Wirtschaft dürften nach der angekündigte Aufhebung aufatmen, aber auch viele Privatleute, die über Monate von Familienmitgliedern und Freunden getrennt waren und auf US-Urlaube verzichten mussten. Die deutsche Botschafterin in den USA, Emily Haber, sprach auf Twitter von »großartigen Neuigkeiten«. Die Öffnung sei enorm wichtig, auch um transatlantische Geschäfte wieder zu fördern.

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Wie ist die Coronalage in den USA und Kanada?

Die Vereinigte Staaten sind von Covid-19 stark betroffen. Zuletzt sind die Infektionszahlen deutlich gestiegen, schreibt das Auswärtige Amt (AA) in seinen Sicherheitshinweisen , die USA sind daher seit Mitte August als Hochrisikogebiet  eingestuft. In den US-Bundesstaaten gelten unterschiedliche Einschränkungen aufgrund der Pandemie. Aktuelle Zahlen sind bei der US-Gesundheitsbehörde  und der Weltgesundheitsorganisation WHO  einzusehen.

Kanada hingegen gilt nicht als Risikogebiet, wie das AA in seinen Sicherheitshinweisen zu dem Land  angibt. Aktuelle Daten  stellt die kanadische Regierung zur Verfügung. Die Provinzen haben unterschiedliche Regelungen bezüglich Corona-Maßnahmen.

Was gilt für USA-Reisende?

Der Einreisestopp wird am 8. Anfang November aufgehoben werden. Die neue Richtlinie gilt für 26 Länder aus dem europäischen Schengen-Raum sowie für Großbritannien, Irland, China, Indien, Südafrika, Iran und Brasilien. Der Ankündigung der US-Regierung zufolge müssen Erwachsene nachweisen, dass sie vollständig geimpft sind, bevor sie ins Flugzeug in die USA einsteigen können. Außerdem müssen Reisende demnach zusätzlich wie bisher einen negativen Coronatest vorweisen, der nicht früher als drei Tage vor Abflug durchgeführt worden sein darf.

Die Fluggesellschaften sollen Kontaktinformationen von Passagieren 30 Tage lang aufheben, damit diese nach eventuellen Coronafällen benachrichtigt werden können. Genaue Vorgaben, wie diese Nachverfolgung ablaufen soll, würden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Montag in Washington.

Welche Impfstoffe erkennen die USA an?

Wer mit Impfstoffen geimpft wurde, die von der US-Arzneimittelaufsicht FDA oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugelassen sind, darf einreisen: »Sechs Impfstoffe, die von der FDA genehmigt und zugelassen, oder von der WHO für den Notfall aufgelistet sind, erfüllen die Kriterien für Reisen in die USA«, teilt eine Sprecherin der amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC Anfang Oktober mit. Dabei handelt es sich um die Vakzine von Pfizer und Biontech, AstraZeneca, Moderna, Johnson & Johnson, Sinopharm und Sinovac.

Was gilt für US-Bürger und -Bürgerinnen, die nach Deutschland einreisen wollen?

Die EU hatte ihre Mitgliedstaaten bereits im Juni aufgefordert, Beschränkungen für Reisende aus den USA und mehreren anderen Ländern schrittweise aufzuheben. Deutschland erlaubte daraufhin wieder Einreisen unter anderem aus den USA, auch für Urlauber. Das heißt, US-Amerikanerinnen und -Amerikaner konnten ab dem 20. Juni wieder in Deutschland einreisen, wenn sie eine Impfung, eine überstandene Covid-Erkrankung oder einen negativen Covidtest nachweisen konnten.

Deutschland und andere EU-Staaten hatten sich im Gegenzug von Washington ebenfalls eine Lockerung erhofft, mussten darauf jedoch lange warten – angesichts der rapiden Ausbreitung der Delta-Variante hatte das Weiße Haus die Aufhebung der Reisebeschränkungen immer wieder hinausgezögert. Das sorgte bei Europäern für einigen Frust. Ende August empfahl die EU dann ihrerseits wieder strengere Einreiseregeln für Menschen aus den USA. Für geimpfte Reisende aus den USA nach Deutschland hatte das allerdings keine Konsequenzen.

Was müssen Kanada-Urlauber und -Urlauberinnen beachten?

Kanada hat nach mehr als einem Jahr weitgehender Einreisebeschränkungen seine Grenze Anfang August für geimpfte US-Amerikaner und am 7. September für alle Staatsbürgerinnen und Staatsbürger anderer Länder geöffnet. Bedingungen  sind

  • auch hier eine vollständige Impfung gegen Covid-19 – alle in Deutschland verwendeten Impfstoffe werden anerkannt, auch AstraZeneca.

  • Zusätzlich müssen alle Einreisenden ab 5 Jahren ein negatives PCR-Testergebnis vorweisen können. Der Test darf nicht früher als 72 Stunden vor Abflug durchgeführt worden sein. Bei Anschlussflügen gilt die Abflugzeit des Fluges, der in Kanada landet. Wird etwa ein Flug über Paris nach Vancouver gebucht, darf der Test bei Abflug in Paris nicht älter als drei Tage sein. Das Testergebnis muss auch noch innerhalb von 14 Tagen nach Ankunft nachgewiesen werden können.

  • Besucher und Besucherinnen müssen zuvor auf dem Internetportal AriveCAN  ihren Impfnachweis in englischer oder französischer Sprache hochladen und das Zertifikat während der Reise mit sich führen.

Die Impfkampagne in Kanada hatte zwar im Vergleich mit jener in den Vereinigten Staaten etwas schleppend begonnen, dann aber Fahrt aufgenommen. Mehr als 76 Prozent der 38 Millionen Kanadierinnen und Kanadier haben bislang zumindest eine Dosis verabreicht bekommen, rund 70 Prozent sind vollständig geimpft. Die Impfskepsis in Kanada scheint dabei niedriger als etwa in den USA zu sein.

Wie reagiert die Reisebranche?

Der Wegfall von Einreisebeschränkungen für viele Geimpfte für die USA sorgt bei der Tourismusbranche für große Erleichterung. »Die USA sind als Urlaubs- und Geschäftsreiseziel für die deutsche Reisewirtschaft von enormer Bedeutung«, erklärte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig. »Das Land ist mit jährlich über zwei Millionen Besuchern aus Deutschland das wichtigste Fernreiseziel für den deutschen Markt.« Der Schritt sei lange erwartet worden und eine gute Nachricht für Kunden und Reiseanbieter.

Auch die Fluggesellschaften hoffen auf eine Wiederbelebung des wichtigen Nordatlantik-Geschäfts. Der Internationale Luftfahrtverband IATA, der die Airlines vertritt, sprach von einem großen Schritt nach vorn. »Es ist gut für die Millionen von Existenzen in den USA, die vom weltweiten Tourismus abhängen«, sagte IATA-Generaldirektor Willie Walsh. Zudem werde die wirtschaftliche Erholung angekurbelt – auch in einigen wichtigen Geschäftsreisemärkten. Nun gehe es darum, auch ein System für den Umgang mit Risiken für Reisende zu finden, die keinen Zugang zu Impfungen hätten.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte, die Rücknahme von Reiserestriktionen in die USA stelle »für unsere Airlines einen großen Schritt aus der Krise dar«. Aktien von Fluggesellschaften reagierten auf die Ankündigung mit zum Teil kräftigen Zuwächsen. So sprang der Kurs der British-Airways-Mutter IAG zeitweise um mehr als zehn Prozent hoch, für die Lufthansa gab es ein Plus von mehr als fünf Prozent.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes war die Impfquote in Kanada zu niedrig angegeben. Wir haben die Zahlen geändert. Aktualisiert wurde am 15. Oktober das genaue Öffnungsdatum der USA und die zugelassenen Impfstoffe.

abl/dpa/Reuters
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