Denkverbote ade: Doktor Hartz, bitte zum OP!

Weil es nach dem Wegfall des Zivildienstes in diesem Sommer voraussichtlich zu einem Mangel an Pflegekräften kommen wird, wollen CDU-Politiker dafür jetzt Langzeitarbeitslose verpflichten.


Für "Zahnärzte" wollen die schwarz-gelben Gesundheitspolitiker sämtliche Zugangsbarrieren beseitigen; diese Tätigkeit sei eher handwerklich geprägt
DPA

Für "Zahnärzte" wollen die schwarz-gelben Gesundheitspolitiker sämtliche Zugangsbarrieren beseitigen; diese Tätigkeit sei eher handwerklich geprägt

Gesundheitsminister Rösler hält die Idee ebenfalls für sinnvoll, gibt aber zu bedenken, dass in Krankenhäusern oft nicht nur Pfleger, sondern auch Ärzte fehlen. Er sei deshalb dafür, auch in deren Tätigkeitsbereich Hartz-IV-Empfänger einzusetzen. Selbstverständlich müsse dabei auf ausreichende Qualifikation geachtet werden: So dürften Arbeitslose mit Kleinem Latinum nur Routinearbeiten wie Visiten oder Blinddarmentfernungen übernehmen; für Eingriffe am offenen Herzen müsse dagegen ein Großes Latinum oder ersatzweise der Besitz mindestens einer DVD von "Dr. House" nachgewiesen werden. Ein entsprechendes Gesetz soll in der nächsten Woche im Bundestag verabschiedet werden.

In einer ersten Reaktion kündigten die privaten Krankenkassen an, dass sich ihre Versicherten in Zukunft gegen eine Zusatzgebühr die Behandlung durch einen echten Mediziner sichern können ("Arztgarantie").



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