Dinner for Two Der Ton wird rauer

Angela Merkel traf Benjamin Netanjahu zum Abendessen.


Die diplomatische Teildisziplin "Blicke statt Worte" ging klar an die deutsche Kanzlerin
DPA

Die diplomatische Teildisziplin "Blicke statt Worte" ging klar an die deutsche Kanzlerin

Bei der Gelegenheit machte sie Israels Premier unmissverständlich klar, dass sie die Sache mit den Siedlungen, nun ja, also eher weniger, äh, das heißt, nicht so, hm, findet. Vielleicht könnte man, ach, eigentlich auch egal. Auf jeden Fall musste sich Netanjahu einiges von seiner Gastgeberin anhören, zum Beispiel:

"Was, Sie bauen da in der Westbank auch Häuser ohne richtige Wärmedämmung? Das soll jetzt nicht schroff klingen, aber in Deutschland wäre so etwas illegal."

"Bei uns damals in der DDR wurden ja auch überall solche Neubaughettos gebaut."

"Ich will Ihnen nicht drohen, aber möglicherweise liefern wir in Zukunft nur noch U-Boote, mit denen Sie nicht ins Westjordanland fahren können."

"Bibi, wenn Sie jetzt nicht endlich einlenken, dann bestelle ich mir einen Teller Blutwurst!"

"Mich würde schon interessieren, wie Sie sich fühlen. Ich habe gerade 98 Prozent bekommen und kann jetzt auch machen, was ich will."

"Meine Bundesregierung ist übrigens die erfolgreichste seit der Wiedervereinigung."

"Seien Sie bitte nicht so streng mit dem jungen Mann. Das ist nicht der Kellner. Das ist Herr Rösler."

"Wir haben auch so ein wüstes Problemgebiet voller Radikaler und Extremisten. Aber mal ehrlich: Ich würde im Traum nicht in Ostvorpommern siedeln wollen."



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