Als Gesamtkunstwert BER zur Documenta eingeladen

Mehdorn stellt klar: Bürger sollen das BER nicht immer nur auf Flughafen reduzieren.


Bis zur Documenta 2017 soll das BER möglichst vollkommen überwuchert sein, damit erschütterte Betrachter des Kunstwerks Trost in der Natur finden.
DPA

Bis zur Documenta 2017 soll das BER möglichst vollkommen überwuchert sein, damit erschütterte Betrachter des Kunstwerks Trost in der Natur finden.

"Ich höre immer nur Flughafen, Flughafen! Langsam reicht es mal!". Mit diesen Worten leitete Flughafenchef Hartmut Mehdorn am Morgen eine spontan angesetzte Pressekonferenz ein. Während sein Blick noch liebevoll über die endlosen Weiten des BER glitt, holte er schließlich Luft. Er, Mehdorn, sehe das BER endlich als das, was es wirklich sei: ein einzigartiges performatives Gesamtkunstwerk, welches in ebenso überwältigender wie brillanter Manier Korruption, Gier, Schlamperei, Verschwendung, Gier, Schlamperei, Korruption, ähm, Moment, Unfähigkeit, Größenwahn sowie äh menschliches Scheitern allgemein anschaulich, ja geradezu greif-, um nicht zu sagen, begeh- und damit erlebbar mache! So las es Mehdorn donnernd und ein wenig kurzatmig vor der staunenden Presse von einem kleinen Zettel ab. "Dabei geriert sich das BER jedoch nie unkritisch, sondern stellt bloß, klagt an und appelliert sogar zutiefst aufrichtig an unsere Moral." Er sei da ganz eins mit dem Chef der Documenta 14, der das BER anscheinend in die Ausstellung 2017 integrieren will. Die Bezüge zum Ausstellungsthema "Von Athen lernen" seien vielfältig. Das beginne mit der eleganten Einarbeitung des griechischen Mythos von Ikarus, der sich aus Übermut die Flügel an der Sonne verbrennt. Und das setze sich, so Mehdorn weiter, mit deutlichen Bezügen zu dem Athener Zeus-Tempel "Olympieion" fort, der erst 400 Jahre nach Baubeginn vollendet wurde.



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