Kommentar Ja zum Frauenemissionshandel!

Hier eine Idee aus Darmstadt: Statt unqualifizierte Frauen in ihre Aufsichtsräte holen zu müssen, sollen Unternehmen ab Januar 2016 Diskriminierungszertifikate erwerben können.


Es kommentiert: Erika Bochtler
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Es kommentiert: Erika Bochtler

Auf der Basis, dass Frauen - rein wirtschaftlich gesehen - eigentlich ganz ähnlich wie handelsübliche Emissionsfilter funktionieren, haben drei Ökonomen der Uni Darmstadt einen Plan zum effizienteren Umgang mit der Frauenquote entwickelt: Unternehmen mit frauendominierten Aufsichtsräten könnten Handel mit Diskriminierungszertifikaten betreiben. Gut! Zunächst würden sie diese wohl zu sündhaft teuren Preisen loskriegen, weil rar. Das dürfte sich dann aber bald ändern. Eine eigene halbseriöse Branche mit unübersichtlich großen, ausschließlich von strickenden Frauen besetzten Aufsichtsräten wird allerorten aus den Nähstuben schießen. Man kennt das ja von den Skandalen aus dem CO 2 -Zertifikatshandel. Die Folge: Drastischer Preisverfall im Frauendiskriminierungsmarkt. Mit vereinten EU-Kräften wird der Sumpf der weiblichen Aufsichtsräte aber wieder trockengelegt. Puh! Der Markt stabilisiert sich. Aber jetzt passiert Folgendes: Einige Frauen verfolgen die Preisentwicklung der Diskriminierungszertifikate, kennen daher ihren Wert für das Unternehmen und fordern einen Anteil daran. Hallo?! So ein dreistes Auftreten wäre keinem der gängigen CO 2 -Emissionsfilter jemals eingefallen, und an denen haben Unternehmen auch viel verdient. Frauen halt! Es ist wirklich schwer, sie für effizientes Wirtschaften zu gewinnen. Ist die ganze Idee der drei Ökonomen der Uni Darmstadt deshalb Quatsch? Nein, natürlich nicht. Sie muss nur bisschen ergänzt werden. Der Handel mit den Diskriminierungszertifikaten darf natürlich nur Männern zugänglich sein und die müssen alles geheim halten. So kann der Widerspruch zwischen Frauenquote und Effizienz tatsächlich aufgelöst werden. Chapeau!



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