Eröffnung in 14 Tagen! Spektakuläre Wende im BER-Debakel

Endlich! Der alte Mehdorn bringt den erhofften frischen Wind: Der neue Berliner Flughafen wird bereits in zwei Wochen eröffnet.
Wird natürlich noch bestuhlt: die neue Abfertigungshalle des BER.

Wird natürlich noch bestuhlt: die neue Abfertigungshalle des BER.

Foto: Patrick Lux/ Getty Images

Flughafenchef Hartmut Mehdorn benötigte nur einen einzigen Tag, um zu erkennen: "Es muss nicht immer alles überdacht sein." Aus Erfahrungen mit dem Berliner Hauptbahnhof weiß er: "Dieser sogenannte Architekt Gerkan plant immer jede Menge unnötige Überdachungen. Beim Flughafen sogar noch unverfrorener als damals beim Berliner Hauptbahnhof", so Mehdorn. Er kürze jetzt da erstmal ordentlich was weg. "Im Grunde reichen uns doch die Rollfelder", analysierte Mehdorn im Kreise einiger Bewunderer, "wenn wir auf das überflüssige Flughafengebäude einfach verzichten, können wir pünktlich eröffnen."

Genuss pur

Statt seelenloser Schilder weisen freundliche Flughafenmitarbeiter dem Reisenden den Weg.

Statt seelenloser Schilder weisen freundliche Flughafenmitarbeiter dem Reisenden den Weg.

Foto: AP/Lee Medcalf

In den aufbrausenden Jubel warf Mehdorn allerdings auch ein paar nachdenkliche Worte: Natürlich werde es wieder zu einigem Rumgepöbel in der Presse kommen, erklärte der ehemalige Bahnchef mit unterdrückter Begeisterung. "Aber", so fuhr er fort, "Seien Sie versichert: Schon bald werden selbst Business-Class-Fluggäste die luftige Abfertigung unterm freien Berliner Himmel ebenso genießen wie die 1.Klasse-Bahnfahrer den Kampf mit ihren Regenschirmen beim Einsteigen im Berliner Hauptbahnhof." Das komplett nur im Weg herumstehende Roll-Hindernis (Flughafengebäude) müssten Gerkan & Co rückstandslos entfernen. Mehdorn: "Die verklagen wir!"

Früheröffnungszuschlag

Der alte Mehdorn mit Bodenpersonal in der künftigen BER-Uniform (Ist bereits alles fix und fertig genäht!)

Der alte Mehdorn mit Bodenpersonal in der künftigen BER-Uniform (Ist bereits alles fix und fertig genäht!)

Foto: REUTERS

Auf leichte Skepsis stieß zunächst der von Mehdorn geplante Früheröffnungszuschlag auf die Flughafengebühren. Bis zu 98,20 Euro pro Passagier und Flug sollen die betragen, abhängig von der benutzten Airline (Air Berlin nur 0,23 Euro). Mehdorn, der 2011 für rund 300.000 Euro Aktien bei Air Berlin gekauft hat, welche ungünstigerweise während seiner aktiven Zeit dort ziemlich an Wert verloren, wischte aber alle Bedenken flott beiseite: Die Gebühren könne jeder vermeiden entweder durch Frühbuchung (drei Jahre im voraus) - oder halt durch Buchung bei Air Berlin. Der Beifall nach dieser Ankündigung war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet.

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