Marxloh im Aufwind Die Willkommenskultur macht Ernst

Sensationelle Wende auf dem deutschen Immobilienmarkt:


Der Run auf Top-Immobilien wie diese ist ungebrochen.
DPA

Der Run auf Top-Immobilien wie diese ist ungebrochen.

Nach SPAM-Informationen explodieren die Mieten und Grundstückpreise an sogenannten sozialen Brennpunkten. Wer in Duisburg-Marxloh, Köln-Chorweiler oder Hamburg-Wilhelmsburg eine Bleibe sucht, muss inzwischen sehr, sehr viel Geld in die Hand nehmen.

Der Grund dafür ist die konsequente Willkommenskultur: Zehntausende gutsituierte Bürger drängen derzeit in diese Problemviertel, um die dort gestrandeten Migranten und andere Abgehängte an die Hand nehmen und integrieren zu können.

Ein Beispiel ist Familie Schwerdtfeger, die ihre Maisonette-Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg gegen ein Plattenbau-Erdgeschoss-Apartment in Halle-Neustadt getauscht und dafür noch einige Zehntausend Euro draufgelegt hat.

Biomöbel-Designer Jobst Schwerdtfeger schwärmt vom neuen Zuhause: "Das hier ist eine absolute Top-Location. Bei uns im Haus wohnen nämlich fast nur Langzeitarbeitslose oder Zuwanderer vom Balkan." Seine Frau Pauline, Kommunikationsberaterin, nickt: "Hier können wir am besten helfen und unsere Solidarität jeden Tag aktiv leben."

Ihren kleinen Sohn Linus-Leander schicken die Schwerdtfegers selbstverständlich nicht wieder auf eine Privatschule: "Nein, zum Glück haben wir für ihn gleich um die Ecke eine Klasse gefunden, in der drei von vier von Kindern noch nicht richtig Deutsch sprechen. Das ist wichtig für seine soziale Kompetenz."

Doch so helldeutsch dieser Trend auch ist, einen Haken hat er, und zwar für die bisherigen Anwohner. Enver Berisha, ein Nachbar der Schwerdtfegers: "Wenn das so weitergeht, kann ich mir die Gegend bald nicht mehr leisten. Mal sehen, dann muss ich eben nach Grünwald oder Blankenese."



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