Beschaffungsskandal ante portas Von der Leyen feuert Mitarbeiter zehn Jahre vorfristig

So sieht entschlossenes und visionäres politisches Handeln aus!


Weitblickend und konsequent: Diese Frau lässt sich nicht unter Druck setzen.
dpa

Weitblickend und konsequent: Diese Frau lässt sich nicht unter Druck setzen.

Kaum ist bekannt, dass die Bundeswehr bis 2025 das Flugabwehrsystem Meads anschaffen wird, hat die Verteidigungsministerin ihren dafür vermutlich zuständigen Staatssekretär sowie zwei Referatsleiter entlassen.

Ursula von der Leyen reagiert damit vorausschauend auf den neuerlichen Beschaffungsskandal, der mit dem Vier-Milliarden-Euro-Projekt unweigerlich verbunden sein dürfte: "Die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet dieses Rüstungsvorhaben in zehn Jahren ohne größere Unregelmäßigkeiten über die die Bühne gegangen sein wird, tendiert gegen Null."

Sie habe, so die Ministerin, keine Lust darauf, in zehn Jahren von der Öffentlichkeit zu personellen Konsequenzen gedrängt zu werden. Gewiss werde sich erst dann herausstellen, dass die neuen Abwehrraketen bei warmem Wetter nur ganz knapp an ihren Zielen vorbeifliegen. Deshalb suspendiere sie die perspektivisch Verantwortlichen lieber schon jetzt.

Die Betroffenen haben Verständnis für das antizipierende Krisenmanagement. Einer der (Ex)-Mitarbeiter sagt: "Die Chefin hat mir glaubhaft erklärt, dass sie 2025 solchen Ärger erst recht nicht gebrauchen könne. Dann sei sie nämlich schon lange Bundeskanzlerin."



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