Obituarien Margaret Thatcher (1925-2013)

Die Verdienste dieser großen Europäerin sind Legende. Wir müssen das hier nicht alles wiederholen.
Neu am Kiosk: "Die Retterin Englands" (in großer Schrift)

Neu am Kiosk: "Die Retterin Englands" (in großer Schrift)

Foto: Peter Macdiarmid/ Getty Images


Es steht ja gerade in allen Zeitungen, wie unerschrocken sie die kostenlose Pausenmilch für Grundschüler abschaffte, dass sie zu den wenigen gehörte, die den aufmüpfigen Kaffer Mandela einen Terroristen nannten und dass wenigstens sie Chiles Retter Pinochet eine fürsorgliche Freundin blieb.

Dennoch hat SPAM in den Archiven noch ein paar launige Anekdoten entdeckt, die das einnehmende Wesen dieser faszinierenden Frau kennzeichnen:

Mitleid

M. Thatcher, Dienstwagen

M. Thatcher, Dienstwagen

Foto: dpa


Einmal reiste Mrs. Thatcher in ihrer Limousine durchs Land, als sie am Straßenrand ein verletztes Vögelchen erblickte. Die empfindsame Krämerstochter befahl ihrem Fahrer zu halten, stieg aus, nahm das flatternde Tier auf und bettete es vorsichtig, beinahe zärtlich, vor einen Vorderreifen: "Fahren wir, James. Die arme Kreatur. Sie ist zu schwach für das freie Spiel der Kräfte."

Rückzug des Staats

Thatcher (l.), politischer Weggefährte

Thatcher (l.), politischer Weggefährte

Foto: © Reuters Photographer / Reuters


Ruhm und Ehre erwarb sich die Regierungschefin bei der Zerschlagung der kommunistischen Staatsbahn British Rail. Einmal wurde sie durch einen Anruf ihres Transportministers geweckt: "Mylady, wir haben schon wieder ein Zugunglück." Die schlagfertige Antwort: "Sie, Mister However, mögen das für eine Katastrophe halten. Für mich ist es die konsequente Deregulierung der Stellwerke."

Leistungswille

Thatcher, Chef einer "typischen terroristischen Vereinigung"

Thatcher, Chef einer "typischen terroristischen Vereinigung"

Foto: AFP


Während ihrer gesamten Amtszeit litt Margaret Thatcher darunter, selbst Teil des verhassten, weil parasitären Staatsapparates zu sein. Vor Wirtschaftsvertretern sagte sie einmal: "Ich würde zu gern den Posten des Premierministers privatisieren." Ein Londoner Investmentbanker darauf: "Ach, ich glaube, das ist Ihnen schon gelungen."

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