Innenminister de Maizière plant Hilfe für Schlafpolizisten

Weil Schlafpolizisten gegen hochprofessionelle Einbruchsbanden nicht ankommen, sollen jetzt Wachpolizisten eingesetzt werden.


Wachpolizistin
DPA

Wachpolizistin

Ein regulärer Polizist, der sogenannte Schlafpolizist, muss eine dreijährige extrem langweilige Ausbildung durchlaufen, bevor der seinen Dienst antreten darf. Das Ziel dabei ist, ihn derart zu ermüden, dass er danach überall schlafen kann, also zum Beispiel auch in einem total unbequemen Streifenwagen oder im Gebüsch oder sogar halb stehend. Deshalb lautet seine Berufsbezeichnung auch Schlafpolizist. Ganz anders der Wachpolizist. Nach einer nur dreimonatigen, äußerst kurzweiligen Ausbildung darf er mit seiner neuen Dienstwaffe losziehen. Er ist noch frisch und bleibt daher wach, wenn er nachts die Kreuzung Anemonenweg / Apfelblütenallee im Neubaugebiet Paradies 2 sichert. Damit ist der Wachpolizist gegenüber dem Schlafpolizisten eindeutig im Vorteil: Falls tatsächlich Freelancer der hochmodern organisierten Einbrecherbanden auftauchen, sieht der Wachpolizist diese und kann sie erschießen.

Der Hit aber sei, so de Maizière, dass er mit dem Dachverband Organisierte Einbruchskriminalität aus Serbien, Rumänien, Türkei, Albanien und Georgien e.V. vereinbart habe, dass diese ihre sogenannten "Ameisen" oder "Soldaten" mindestens vier Monate lang ausbilden. "Dadurch", so de Maizière, "haben unsere Wachpolizisten einen klaren Vorteil gegenüber den Einbrechern." Die Gewerkschaft der Schlafpolizisten hat allerdings bereits darauf hingewiesen, dass dies ein krasser Denkfehler sei, konnte allerdings nicht mehr näher erläutern warum, weil ihr Pressesprecher dabei eingeschlafen ist.



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