Medizin Normale Leute brennen nicht

In Deutschlands modernster Unfallklinik in Berlin-Marzahn kämpfen Ärzte um das Leben von Brandopfern. Nach vielen Unfällen oder Selbstmordversuchen sind die Verletzungen so schwer, dass die Mediziner sich fragen, ob sie die Patienten lieber sterben lassen sollten.

Als Bernd Hartmann den Mann im Schockraum sieht, weiß er es vom ersten Moment an. Der da auf der Trage liegt, wird einer jener Patienten sein, der sie alle an ihre Grenzen bringen wird. Jeder von ihnen wird zumindest für Augenblicke zweifeln, ob er das Richtige tut: Intensivschwestern, Assistenzärzte, Anästhesisten und Chirurgen und er selber, Hartmann, der Chefarzt, der in letzter Instanz verantwortlich ist für das, was mit dem Mann geschieht.

Der Mann, den der Notarzt bereits in Narkose versetzt hat, ist groß und schwer, an die 140 Kilogramm. Seine Haarfarbe ist nicht mehr zu erkennen, Bart und Kopfhaare sind verschmort, ein rußiges Gekröse. Die Haut auf Brust und Bauch ist zu einem ledrigen Panzer verbrannt. Die Finger an den mächtigen Händen sind schwarz und starr. Die Hitze hat sie zu Krallen verkrümmt. Kein Finger ist zu retten, das ist für alle Umstehenden sofort erkennbar. Stirn, Nase, Wangen und Kinn sind vom Feuer zerstört. Die Augenlider des Mannes sind fort, seine verkochten Augäpfel schimmern trüb. Im Schockraum breitet sich der Gestank von verbranntem Horn aus.

Als der Mann am Morgen zu der Tankstelle gefahren war, an der seine Frau arbeitete, hatte er Alkohol und Beruhigungsmittel im Blut. Sie wollte ihn verlassen, er übergoss sich am Steuer seines Wagens mit Benzin. Dann zündete er sich vor ihren Augen an. Einige Sekunden lang, vielleicht eine halbe Minute, saß er vom Schoß an aufwärts in einer 800 Grad heißen Flamme. Dann war Hilfe gekommen.

Der Mann wird eine kaputte Lunge davontragen. Er wird blind sein. Er wird seine Hände nicht mehr gebrauchen können. Und er wird kein Gesicht mehr haben. Der Mann ist 46 Jahre alt, 41 Prozent seiner Körperoberfläche sind sehr tief verbrannt. Nach den Faustformeln der Verbrennungsmedizin - miteinander zu verrechnen sind verbrannte Körperoberfläche, Tiefe der Verbrennung, eventuelles Lungentrauma, Alter, Körpergewicht - hat er eine 15-prozentige Chance zu überleben. Nicht aus eigener Kraft. Die Intensivmediziner müssten dafür bis an die Grenze ihrer Möglichkeiten gehen. Sollen sie das?

"Maximaltherapie", entscheidet Hartmann. Sie werden alles einsetzen, um das Leben des Mannes zu retten. Schwerbrandverletztenzentrum Berlin-Marzahn, Freitag, 10.25 Uhr: Es beginnt Tag eins der Zeitrechnung für den Patienten Rood*.

Es gibt nur wenige Orte in der Stadt Berlin, an denen das Schicksal mit so verheerender Wucht in Erscheinung tritt, wie auf der Station E0 im modernsten Unfallkrankenhaus Deutschlands: Um die 270 Patienten pro Jahr hat das Brandverletztenzentrum, davon etwa 100 Kinder. Die meisten Patienten kommen aus dem Ballungsraum Berlin und den angrenzenden Bundesländern. Acht sterile gläserne Boxen für die Intensivbehandlung, weitere vier Intensivbetten, 14 Ärzte, 32 hoch spezialisierte Intensiv- und OP-Schwestern, dazu Ergo- und Physiotherapeuten. Auch eine Sozialarbeiterin gehört zum Team; denn oft bleibt im Leben der Verletzten nichts so, wie es vorher war.

Wer hier ankommt, bleibt, sofern er überlebt, Wochen bis Monate, und wenn er medizinisch irgendwann als ausgeheilt gilt, ist sein Leiden noch lange nicht ausgestanden, wird es vielleicht niemals sein.

Eine endlose Reihe von Operationen wartet in den kommenden Jahren auf die Traumatisierten und von Narben Gezeichneten. Manchmal ist ein geliebter Mensch im Feuer zurückgeblieben, aller Besitz und die Wohnung verloren. Manchmal gehen durch den Verbrennungsschock Organe kaputt, oder Rauchgas schädigt das Gehirn. Brandopfer verlieren Gliedmaßen oder ihre Beweglichkeit, in schlimmen Fällen ihr Antlitz. Manchmal kommt alles zusammen. Manchmal bringt ein Mensch es fertig, mit all dem zu leben - und nicht nur zu überleben.

Ob Herr Rood, der schon als Gesunder seines Lebens überdrüssig war, das schaffen kann? Hartmann zieht seine Augenbrauen in die Höhe wie immer, wenn ihm etwas Sorgen bereitet: "Wenn der Herr Rood überlebt, dann wird das für ihn katastrophale Folgen haben." Er zögert. "Andererseits: Wenn ein Patient auch nur eine winzige Chance hat, dann dürfen wir sie ihm nicht verweigern."

Der Chefarzt ahnt, dass im Fall des Herrn Rood viele Mitarbeiter nicht so denken wie er. Er hat die niedergedrückte Stimmung im Team vorhin bei der Erstversorgung sehr wohl registriert, vielleicht sogar die Hoffnung gespürt, er möge den Mann doch sterben lassen. Ein Kollege hatte offen bezweifelt, Herrn Rood mit der Rettung seines Lebens etwas Gutes zu tun.

Auch Hartmann kann diesen Zweifel nicht ganz von sich abschütteln. Aber er hat im Laufe der Jahre schon viele gesehen, die ihre Selbstverbrennung überlebt haben. Jeder fünfte seiner Patienten zündet sich selbst an, absichtlich. Auch heute, nachdem der Notarzt den Mann von der Tankstelle gebracht hat, sind von acht Intensivbetten auf der E0 drei mit Suizidkandidaten belegt, aber die beiden anderen sind weniger schwer verletzt.

"Hat der Verzweifelte weniger Anspruch auf Hilfe als der Leichtsinnige?"

"Normal people don't burn", lautet ein Lehrsatz der Fachkollegen in den USA, "Normale Leute brennen nicht". Hartmann kann das bestätigen. Mindestens zwei Drittel der Verbrannten in Marzahn sind Junkies oder Alkoholiker, die im Vollrausch mit einer glühenden Zigarette in der Hand einschlafen, Verwahrloste, Einsame. Manchmal gehorchen psychisch Kranke halluzinativen "Stimmen", die ihnen befehlen, sich anzuzünden. Ein eifersüchtiger Mann attackiert seine Frau mit Benzin. Oder ein Brandstifter fackelt sich aus Versehen selbst ab. Dann sitzen Polizeibeamte in sterilen Kitteln mit ihren Waffen auf dem Flur.

Öfter als andere brennen Menschen, deren Leben schon vor dem Feuer in Schutt und Asche lag, Menschen, die ihre Krankheitsgeschichte schon mitbringen. "Brandmedizin ist Medizin für soziale Randgruppen", sagt Hartmann. Aber es gibt auf der E0 auch Unfallopfer, die in brennenden Autos eingeklemmt waren. Unachtsame, die ihren Grill oder das Rechaud des Silvester-Fondues mit Spiritus anheizen wollten. Oder Menschen, in deren Haus eine Gasleitung explodierte. "Wenn wir diese Patienten nicht hätten", sagt Hartmann, "diese Normalen, die eines Tages mit einer guten Sozialprognose nach Hause gehen, könnten wir hier unseren Job gar nicht durchstehen."

Um 19.20 Uhr am nächsten Abend bringt der Rettungshubschrauber zwei Normale. Zwei Männer, Vater und Sohn. Nach einer Verpuffung stand ihr Sportboot auf der Spree in Flammen. Die Mutter ist an Bord umgekommen. Der 80-jährige Vater, Herbert Engelbert, hat leichte Verbrennungen und steht unter Schock. Sohn Lutz, der versuchte, die Mutter aus der brennenden Kajüte zu retten, ist am ganzen Körper vom Feuer gezeichnet. Mindestens 70 Prozent seiner Haut sind verbrannt. Als Hartmann mit Anästhesist Dirk Martens und Assistenzarzt Christian Bahr den 43jährigen Mann aus der glänzenden, wärmeisolierenden Alufolie wickelt, lösen sich gerade dessen Sohlen wie dickes, graues Pergament von den Füßen. Engelberts großflächig verbrannte Haut kann den Körper nicht mehr temperieren.

Damit die Verunglückten nicht auskühlen, herrschen im Schockraum bei der Erstversorgung ständig Temperaturen um 40 Grad - extreme Arbeitsbedingungen für die Mediziner. Der Anästhesist hat mit dem Notarzt gesprochen. "Der Mann stand im Wasser bis zum Hals und hat sich gekühlt", informiert Martens die Kollegen, während er Engelberts Körperfunktionskurven auf den Monitoren beobachtet. Dessen Körpertemperatur beträgt gerade noch 33 Grad.

Minuten später fließen Narkosemittel, stabilisierende Medikamente und Kochsalzlösung in den Organismus des Patienten. OP-Schwestern und Ärzte schneiden verbrannte Hautfetzen herunter, rasieren mit grünen Einwegrasierern den ganzen Körper, zuerst die verkohlten blonden Locken. Die dunklen Schweißflecken auf ihren Kitteln dehnen sich schnell aus. Mit einem Kran lassen sie den Patienten auf einer Trage in eine große Stahlwanne hinabschweben und brausen ihn ab. Eine OP-Schwester wäscht mit sterilen Lappen sein rechtes Bein. Bahr schrubbt mit Nagelbürste und grellgelber Jodseife die Hände. Blut, Ruß, Haare und tote Haut verschwinden im Ausguss. Im grellen Schein der OP-Lampen leuchten aus Engelberts fahlem Gesicht die geschwollenen Lippen rot wie eine geplatzte Frucht. Sein Zustand ist ernst.

"Vorwiegend zweitgradige Verbrennungen", diagnostiziert Hartmann und prüft hier und da per Fingerdruck, ob die Haut noch durchblutet ist. Dort, wo sich die Druckstelle rosa färbt oder die Haut Blasen wirft, wird die Körperoberfläche wieder heilen. Anders als beim Patienten Rood ist das hier auf großer Fläche der Fall, auch im Gesicht. An den wenigen Stellen, wo Hartmanns Finger auf dem Leib eine weiße Stelle hinterlässt, ist Engelberts Epidermis bis auf das Bindegewebe oder gar bis auf den Muskel zerstört. Die Beine, drittgradig verbrannt, sehen schlimm aus, auch die rechte Hand. "Da werden wir transplantieren müssen", befindet Hartmann.

Schon hat er den Behandlungsplan fertig im Kopf: Vom dritten Tag an werden sie Engelbert alle zwei Tage operieren, so lange, bis sämtliches zerstörte Gewebe heruntergeholt ist. Denn das tote Zellmaterial erhöht die Entzündungsgefahr. Sie werden es ersetzen, durch Stücke gesunder Haut, die sie dem Patienten an gesunden Stellen entnehmen, durch Leichenhaut oder zunächst durch kollagenbeschichtete Silikonfolie. Wie die meisten der Schwerstverletzten wird der Mann vom Boot die kommenden zwei, drei Wochen im künstlichen Koma verbringen.

Nach zweieinhalb Stunden liegt Engelbert vollständig bandagiert wie eine Mumie in Box 8. "Wenn der durchkommt", sagt Assistenzarzt Bahr, während er erschöpft die blut- und salbenverschmierte Kleidung gegen frische grüne Kittel tauscht, "dann wird er eines Tages wieder Boot fahren und sich bei uns bedanken." So wie Bahr das sagt, klingt es sehr hoffnungsvoll: "Der wird ein ganz normales Leben führen können." Unausgesprochen bleibt: Es ist alles anders als bei Rood, dem Mann von der Tankstelle.

Noch in der Boxengasse schraffiert Bahr, dessen eigentliches Berufsziel die Schönheitschirurgie ist, mit feinen Strichen die Körperskizze mit Engelberts Verbrennungsmuster für die Krankenakte. Daraus geht hervor, dass Engelberts statistische Überlebenswahrscheinlichkeit zehn Prozent beträgt. Rein rechnerisch hat Rood die besseren Karten.

Es ist Samstagabend, Hartmann geht nach Hause. Den Kindergeburtstag hat er schon verpasst, aber vielleicht ist für ihn noch ein Würstchen übrig. Bahr hat Nachtdienst. Schnell hintereinander kippt er zwei große Flaschen Selters und schnappt sich zwei Kekse. Dann schaut er nach dem Vater des Schwerverletzten. In einem blauen Krankenhaus-Nachthemd liegt er Wand an Wand mit seinem Sohn. Er selber ist davongekommen, aber um den Sohn steht es schlecht, das weiß er. Er hat ihn in der Feuerwand stehen sehen. Und seine Frau, mit der er 50 Jahre verheiratet war, hat er verloren. Zu allem Unglück liegt Herbert Engelberts Hörgerät auf dem Grund der Spree. Bahr muss den weißhaarigen Mann beinahe anschreien, soll der ihn verstehen. Als der junge Arzt nach einigen Minuten geht, bleibt der alte Herr mit offenen Augen liegen. Ab und zu stöhnt er laut und unvermittelt auf. Sonst ist er still.

In den ersten Tagen stellt die Verbrennungskrankheit den Organismus der Brandopfer auf eine kaum vorstellbare Belastungsprobe. Sie weitet die mikroskopisch feinen Poren in den Wänden eines jeden Blutgefäßes im Körper. Roods Adern sind 24 Stunden nach dem missglückten Anschlag auf sein Leben durchlässig wie ein Sieb mit zu großen Löchern. Durch die Löcher schwemmen Wasser und Eiweißmoleküle aus dem Blut in Roods Gewebe ein. Längst wäre sein Blut zu einem dickflüssigen Schleim eingedickt, würden die Ärzte nicht Unmengen von Kochsalzlösung über Infusionszugänge in ihn hineinschütten.

Wie ein Schwamm saugt Roods ohnehin massiger Körper das Wasser auf, insgesamt bis zu 40 Liter. An den Stellen, an denen Rood keine Haut mehr hat, sickert Wasser mit Blut vermischt langsam wieder aus ihm heraus. Nach einigen Tagen tropft, durch die Verbände und die Matratze hindurch, die dunkle Flüssigkeit in eine gelbe Plastikschüssel hinein, die die Krankenschwester unter das Bett gestellt hat, als regne es durchs Dach. Das eingeschwemmte Wasser droht die Durchblutung der Arme abzudrücken. Damit es abfließen kann, kerbt Bahr mit dem Skalpell ein tiefes Zickzack in die Haut. Sonst würde Rood auch noch seine Arme verlieren. Dann wickelt er alles wieder zu.

Andere Unfallopfer sehen in tiefer Narkose oft aus, als schliefen sie. Verbrannte gleichen nach einem Tag monströsen Maschinenmenschen. Mit kahl geschorenen, ballonartig geschwollenen Schädeln, dicken Froschaugen und aufgeschürzten Lippen liegen sie da, die zum Koloss gedunsenen Körper dick bandagiert wie Michelinmännchen.

Als nach ein paar Tagen Roods Frau und auch seine Mutter in der Box stehen, ist dessen Oberkörper lückenlos eingewickelt, auch das Gesicht. Aus den Binden ragen ein paar Schläuche heraus, eine Magensonde für die Nahrung und am Hals der Schlauch, der von der Luftröhre zum Beatmungsgerät führt. Von der Hüfte an abwärts trägt er keinen Verband. Daran erkennen sie ihn. Roods Geschlecht ist heil geblieben, seine Beine und auch die Füße. Sie sehen aus wie immer. Nur dass am rechten großen Zeh eine Sonde zum Messen der Sauerstoffversorgung befestigt ist.

Erst nach etwa zehn Tagen wird die Verbrennungskrankheit abklingen, das Wasser sich in die Blutbahn zurückziehen. Die Patienten verlieren dann innerhalb weniger Tage um die 40 Liter Flüssigkeit. Ohne die Kunst der Intensivmediziner wäre Roods Stoffwechsel und Elektrolythaushalt schon am ersten Tag kollabiert. So aber ist sein Leben in den ersten Wochen nach der Stunde Null von ganz anderer Seite bedroht: Mikroorganismen besiedeln die verbrannte Haut, die als Keimbarriere zusammengebrochen ist. Nun bildet sie einen Nährboden für Infektionen aller Art. In jedem Moment können Bakterienstämme von außen das Regiment über Roods tödlich geschwächten Organismus übernehmen. Aber auch eine Infektion in der Lunge oder in der Harnblase kann den gefürchteten septischen Schock auslösen, eine Art Amoklauf des Immunsystems. Im schlimmsten Fall versagt dann ein Organ nach dem anderen. Der Patient stirbt.

Als die Chirurgin Birgit Böhme nach ihrem Urlaub am Tag vier in der Zeitrechnung des Patienten Rood zum Dienst kommt, funktioniert kein einziges seiner lebenswichtigen Organe von allein. Anders als bei Herrn Engelbert, der ebenfalls wie ein aufgeschwollener Riese zwei Boxen weiter liegt, hat sich Roods Zustand nicht stabilisiert. Eine Maschine, die seine Niere ersetzt, filtert die giftigen Substanzen aus seinem Organismus, die beim Zerfall des verbrannten Gewebes entstehen. Oberarzt Martens stützt Roods Kreislauf immer wieder mit Adrenalin. Rood ist keine Minute allein. Drei Intensivschwestern wachen reihum in der 35 Grad warmen Box über seine Körperfunktionen. Sie waschen und bewegen seine Beine. Und sie sprechen mit dem bewusstlosen Mann.

Böhme hat jahrelange Erfahrung in der Brandmedizin, aber bei Roods Anblick fühlt sie sich, als habe ihr jemand Bleiklumpen auf die Schultern gelegt. Später schaut sie sich im Computer die Fotos an, auf denen der Kollege Bahr noch im Schockraum Roods katastrophales Verletzungsbild dokumentiert hat. "Vor 20 Jahren hat sich die Frage nach dem Wert eines Lebens mit so schlimmen Beeinträchtigungen gar nicht gestellt", sagt die Chirurgin bedrückt. "Da hätten wir einen wie den Herrn Rood sowieso nicht durchkriegen können."

Böhme klickt sich durch die elektronischen Krankenakten der Neuzugänge. Ob sie sich die Zeit zurückwünscht? "Nein", sagt sie, "weil Herr Engelbert dann auch keine Überlebenschance gehabt hätte." Dann muss Böhme in den OP. Lutz Engelbert wird zum ersten Mal operiert.

Um 10.30 Uhr machen sich Böhme, Hartmann und Bahr an die Großbaustelle Mensch. Normalerweise bedeutet Chirurgie: überschaubare Schnitte. In der Brandmedizin spielt sich alles auf weiter, offener Fläche ab. In der Ecke dudelt das Radio Oldies. Es riecht nach Blut und Jod. Der tägliche Blutdurchfluss durch die Haut beträgt beim Erwachsenen um die 160 Liter, die Gesamtlänge seiner Kapillaren würde von Berlin nach Hamburg reichen, etwa 240 Kilometer weit. Wird eine große Körperfläche enthäutet, tropft alles Flüssige aus dem Menschen heraus wie aus einem voll gesogenen Lappen. Zwölf Blutkonserven laufen in Engelberts Adern hinein, während Christian Bahr und Birgit Böhme mit kartoffelschälerartigen Messern die tote, weißliche Haut wie Wurstpelle von den Beinen schneiden. Allein sechs Chirurgen arbeiten gleichzeitig, um Engelberts Blutverluste gering zu halten. Doch schon nach wenigen Minuten stehen die Ärzte und Schwestern mit ihren grünen Gummipantinen in Pfützen aus Blut und Wundwasser.

Der Chefarzt spürt im Team die Hoffnung, er möge den Mann doch sterben lassen

Eine Heizsonne über dem OP-Tisch hält den Patienten warm. Allen anderen treibt sie den Schweiß aus den Poren. Am Bauch des Patienten hobelt Hartmann eine hauchdünne Schicht unversehrter Haut herunter, die so genannte Spalthaut. Das durchscheinende, vielleicht handtellergroße Stück walzt er durch eine Art Nudelmaschine. Vorn kommt es zum Netz perforiert heraus. Hartmann zieht das Spalthautnetz auf das doppelte Format auseinander. Dann tackert er es auf den offenen Wunden an Engelberts Beinen fest, mit Metallklammern, ähnlich wie im Büro.

Weil Engelbert nicht genug gesunde Haut zum Transplantieren hat, tackern die Ärzte anderswo erst einmal Leichenhaut auf. Die hält wie ein Verband. So lang, bis Engelberts Immunsystem sie abstößt. Deshalb muss sie immer wieder erneuert werden. So lange, bis ein Labor in Hannover aus einem winzigen Fetzchen gesunder Haut von Herrn Engelbert Ersatz gezüchtet hat. Drei Wochen etwa wird das dauern.

Nach der Operation versucht Birgit Böhme zum wiederholten Mal, die Psychiaterin aus der Nachbarklinik zu erreichen. Böhme ist mitgenommen vom Schicksal des alten Herrn Engelbert. Es geht ihm schlecht. Aber seelischen Beistand von einer Ordensschwester hat er abgelehnt. Er war immer Atheist. Seit dem frühen Morgen sitzt er in seinem Zimmer vor dem Fernseher. Auf seinem Nachttisch hat er ein Foto seiner fünf Kinder aufgestellt, der einzige Sohn lachend in der Mitte. Daneben steht ein Becher Kaffee und ein Teller mit drei halben Wurstbrötchen. Aber Engelbert hat keinen Appetit. Mit ausdruckslosem Gesicht schaut der alte Mann zu, wie Cowboys in violettem Dämmerlicht über den Bildschirm reiten. Plötzlich legt er den Kopf in den Nacken und weint laut.

Nach einer Woche bereitet der Zustand des Patienten Rood dem Team immer größere Sorgen. Schon am Tag nach der Notaufnahme musste Bahr die verbrannte Haut an Roods Brustkorb tief einschneiden. Sonst hätte sie ihm die Luft im wassergefüllten Körper abgeschnürt wie ein zu enges ledernes Korsett. Das Wasser fließt langsamer ab, als die Ärzte es zuführen müssen, um den Stoffwechsel zu erhalten. Deshalb wiegt Rood jetzt 168 Kilogramm, 30 mehr als zum Zeitpunkt seiner Aufnahme.

Weil die Beatmung noch immer schlecht war, hatten sie die verbrannte Schicht schließlich abgetragen und elastische Leichenhaut auf Roods Brust transplantiert. Aber Rood hat Rußpartikel in der Lunge, verbrannten Kunststoff, der anfängt, Säure zu bilden.

Seit dem Vortag liegt Rood deshalb festgeschnallt auf einem motorgetriebenen Spezialbett. Summend dreht es sich an einem Stahlring wie eine Wiege abwechselnd um 50 Grad nach rechts und links. Rood, ohne Bewusstsein, schaukelt darin langsam dahin, wie auf einem Hochseefrachter zwischen den Wellentälern. So bleibt das Wasser in seiner Lunge in Bewegung, statt das Organ zu blockieren. Auch die Niere arbeitet noch immer nicht, und die Leberwerte sind schlecht. Der Urin, der in den Beutel unter dem Bett fließt, ist fast schwarz. "Abbaustoffe aus der verbrannten Muskulatur", erklärt Bahr. Je mehr Muskeln verbrannt sind, desto dunkler der Harn.

Dem angehenden Schönheitschirurgen ist unwohl bei dem Gedanken, dass manchmal trotz aller ärztlichen Kunst "Zombies" aus der E0 entlassen werden. Was die Brandmediziner als Erfolg werten, jagt den Gesunden draußen noch oft genug Schrecken ein. Deswegen ist dieses Fach der Medizin auch kein geeignetes Betätigungsfeld für Selbstdarsteller.

Aber Bahr freut sich trotzdem, wenn eine Rettung gelingt, "vor allem dann, wenn der Patient auch leben wollte". Bei diesem hier scheint es sich aber doch anders zu verhalten. Zwar berichten Notärzte immer wieder, dass Selbstverbrenner noch äußern, einen schrecklichen Fehler begangen zu haben. Rood aber konnte wohl nicht mehr sprechen. "Wir wissen nicht mal, ob es ihm Leid tut, dass er sich angesteckt hat."

Natürlich darf es für ihn keinen Unterschied machen, ob einer sich selbst angezündet hat oder vielleicht sogar vorher noch einen anderen Menschen. Schließlich ist Bahr Arzt und kein Richter. "Aber das Wissen darum geht doch immer mit."

Sein Kollege, der Anästhesist Martin Bauer, hat da einen anderen Ansatz: "Hat ein Raser, der seinen BMW in die Leitplanken setzt, etwa weniger Schuld als einer, der einen verhängnisvollen Moment lang in seinem Leben keinen Sinn mehr sieht?", fragt Bauer. "Hat der Verzweifelte weniger Anspruch auf unsere Hilfe als der Leichtsinnige?"

Aber Bahr spürt einen inneren Widerstand: Und wenn sie Rood nun mit viel Aufwand und Geld am Leben halten, wer soll ihn pflegen, wenn er hier raus kommt? Der Staat vielleicht, oder etwa seine Frau? Wem hätten sie damit überhaupt einen Gefallen getan?

Am achten Tag fehlen unten ein paar Zentimeter an Roods dick verbundenen Armen. Die Finger. "Die mussten wir abnehmen", sagt Hartmann. "Wenn jetzt die Verwandten kommen, können sie ihm nicht einmal mehr die Hände halten." Der Chefarzt ist bedrückt. In diesem Fall scheint alles in die falsche Richtung zu gehen. Spätestens jetzt kommen die Fragen auch aus dem Team: Der Mann wollte doch sterben. Warum lasst ihr den nicht in Ruhe? Wäre es nicht ethischer gewesen, nichts zu tun? Hartmann hat aber einen klaren Standpunkt: "In der Medizin sind diese Fragen nicht gültig." Es wäre gefährlich, sich als Vollstrecker eines mutmaßlichen Willens zu sehen. Wenn einer als lebende Fackel herumlaufe, dann sei das kein normaler Suizid. Eher schon ein Fanal. "Oft straft ein Mensch einen anderen damit auf ganz fürchterliche Weise. Ob er dabei sterben will, ist gar nicht sicher."

An eine Erfahrung klammern sich alle in der Brandmedizin, auch der Chef: "Diejenigen, die ich kenne, die das überlebt haben, die wollten anschließend leben, trotz ihrer Behinderung. Obwohl jeder glaubt, dass sie jetzt mehr Grund zum Selbstmord hätten als vorher." Warum das so ist? Vielleicht, weil sie gemerkt haben, wie stark ihr Lebenswille doch noch ist, überlegt Hartmann. Oder weil sie vorher einsam waren, und jetzt kümmert sich jemand.

"Die Patienten gehen noch mal durchs Feuer, wenn wir sie aus der Narkose holen"

Aber auch Hartmann sieht die unheilvolle Tendenz zum Überleben um jeden Preis. Das lehnt er ab. "Niemand kann mich in einem hoffnungslosen Fall zwingen, mehr als die Standardtherapie zu machen und dabei in Kauf zu nehmen, dass jemand stirbt. Aber einem Menschen mit einer schlimmen Gesichtsverletzung kann ich nicht das Recht auf Leben absprechen, nur weil ich das als Gesunder selber nicht haben möchte."

Oft sei es allerdings so, dass die Chirurgen mehr tun wollen als die Krankenschwestern oder die Anästhesisten bereit sind mitzugehen. Dabei geschehen immer wieder Dinge, die keiner erwartet. Vor einem Jahr brachte Hartmanns Team einen Neunjährigen durch, dessen Körperoberfläche zu 95 Prozent verbrannt war, ein fast aussichtsloser Fall. Hartmann kramt ein Kinderfoto aus einem Aktenordner hervor: "Der Junge hatte kaum noch genug gesunde Haut, um im Labor ein Transplantat zu züchten. Jetzt lernt er Fahrrad fahren." Darauf ist Hartmann stolz, zu Recht.

Es ist eine Intensivmedizin und Chirurgie auf hohem Niveau, die sie hier betreiben. Teuer leider auch. Ein Patient mit so großen Verbrennungsflächen wie Engelbert, rechnet Hartmann vor, kommt allein auf 80 000 Euro Materialkosten. Insgesamt kostet die Behandlung rund eine Viertelmillion. Aber es ist eine Hilfe, die sie nicht dem einen zukommen lassen können und dem anderen vorenthalten, weil er ein armer Teufel ist. "Medizin ist nicht teilbar", sagt Hartmann.

Seit einigen Tagen hat Evelyn Kintzinger Dienst bei Herrn Rood. Acht Stunden pro Tag ist sie umgeben vom Schnaufen des Beatmungsgeräts, vom Klingeln, Piepen, Tuten der Maschinen, dem Brummen des Schaukelbetts. Kintzinger hat im Unterbewussten abgespeichert, was jeder Ton im Klangteppich der Intensivmedizin bedeutet und wie schnell sie dann rennen muss. Die Intensivschwestern sind da, wenn Angehörige in der Box kollabieren. Sie sind da, wenn Patienten aus der Narkose erwachen. Wenn ihnen zu Bewusstsein kommt, was geschehen ist. Wenn ein Patient zum ersten Mal um einen Spiegel bittet. Und wenn einer fragt: Warum habt ihr mich nicht sterben lassen?

Bis Herr Rood aufwacht - falls er aufwacht - wird es noch dauern. Kintzinger zeigt Bahr eine Druckstelle an der Ferse des bewusstlosen Mannes. Dann nimmt sie den Waschlappen und sagt zu Rood: "Ich wasche jetzt Ihr linkes Bein, ich fange unten an." Früher, als Anfängerin, hat Kintzinger einfach nicht verstanden, was die Mediziner hier taten. Aber dann erlebte sie, wie übel zugerichtete Patienten sich für ihre Lebensrettung bedankten, die in den ersten wachen Tagen auf der E0 nur eines wollten: sterben. Nach sechs Jahren in der Brandmedizin hat auch Kintzinger einen klaren Standpunkt: "Wenn einer nur den Hauch einer Chance hat, dann muss er die bei uns bekommen. Die Entscheidung über den Wert eines Lebens steht uns nicht zu." Dann beugt sie sich wieder über Rood: "Ich bewege jetzt Ihren rechten Arm."

Währenddessen rollen die Ärzte Engelbert in den Operationssaal, um die Haut seiner rechten Hand komplett abzutragen. Erst wird sie durch eine Silikonfolie ersetzt, deren Kollagenbeschichtung an Engelberts Bindegewebe anwächst. Später wird Haut, die aus Engelberts eigener gezüchtet wurde, die Folie ersetzen. Bahr schnipselt und tackert. Nach einer halben Stunde liegt die Folie wie ein transparenter, glänzender Handschuh an. In zwei Tagen werden sie an den Beinen weiterarbeiten.

Seine Haut wird sich sonderbar fest und gummiartig anfühlen. Schuppenförmig wie bei einer Echse wird das Gitternetzmuster der Spalthaut sichtbar bleiben. Bis eine vollwertige Kunsthaut entwickelt ist, schätzt Hartmann, werden noch viele Jahre vergehen. Haut ist ein komplexes Gebilde aus über einem Dutzend verschiedenen, wunderbar sinnvoll angeordneten Zellarten. Bei allen bisherigen Zuchtversuchen im Labor entwickelt sich aber immer nur etwas Ungeordnetes.

Am Tag 14 in der Zeitrechnung des Patienten Rood referiert Martens bei der Morgenvisite: "Der Anstieg der Laborparameter zeigt eine Schädigung der Bauchorgane. Sieht so aus, als geht die Reise in Richtung Multiorganversagen." Roods Darm arbeitet nicht mehr, sein Bauch ist von Gärgasen aufgebläht. Evelyn Kintzinger stellt das Schaukelbett in Normalposition. Pseudomonas-Bakterien haben Roods Körper so dicht besiedelt, dass deren typischer Uringeruch die Box erfüllt.

Bahr nimmt den Gesichtsverband ab. Roods Gesicht ist schwarzbraun verfärbt, die Haut fest wie die einer Moorleiche, gegerbt von der Jodsalbe. Die Nase trägt erste Anzeichen der Mumifizierung und ragt spitz aus dem Gesicht. Die einstmals fleischigen Ohren sind auf die Substanz ihres toten Gewebes eingetrocknet. Sie werden sie abnehmen müssen. Roods aufgeschwemmter Körper bebt unter den Stößen des Beatmungsgeräts. Wenn die Luft aus Roods Mund wieder entweicht, machen seine Lippen ein schnaubendes Geräusch.

Herr Rood erhält nun extrem hohe Adrenalin-Dosen, die seinen Kreislauf stützen. "Im Grunde", sagt Hartmann, "sind wir schon nahe an der Dauerreanimation." Doch noch heute sollen Böhme und Bahr eine Hautpartie an der Schulter transplantieren.

Bahr sieht unzufrieden aus, als er in Lutz Engelberts Box tritt. Dort hat die Intensivschwester den Fernseher eingeschaltet. In wenigen Tagen werden sie den Patienten aufwachen lassen. Martens hält seine Narkose bereits flacher. Bahr wechselt den Verband. Er spürt, dass der Narkotisierte unter seinen Händen mit unwillkürlichen Beinbewegungen reagiert. Im Fernseher fällt in einem HipHop-Video ein Mann im Nadelstreifenanzug aus dem obersten Stockwerk eines Wolkenkratzers und stürzt minutenlang in die Tiefe. Bahr schaltet den Fernseher aus - manchmal können sich Patienten noch sehr schemenhaft an Erlebnisse in ihrer Narkosezeit erinnern. Dann kommt die Physiotherapeutin. Sie hat damit begonnen, Engelberts Arme und Beine vorsichtig zu bewegen.

Martens sitzt währenddessen in der "Kanzel", einem Glaskabuff, und überwacht auf einer Monitor-Wand die Kurven sämtlicher Patienten. Wird Engelbert Schmerzen haben, wenn er erwacht? "Die Überlebenden leiden in der ersten Zeit nicht so sehr körperlich", sagt Martens. Dafür sorgt der Anästhesist mit Medikamenten. Aber die psychischen Torturen kann er ihnen nicht ersparen. "Die gehen noch mal durchs Feuer, wenn wir sie aus der Narkose holen." Martens ist in diesen Momenten froh, dass er Intensivmediziner ist und kein Spezialist für die Seele.

Zu Beginn seiner Nachtschicht horcht Martens' Kollege Bauer Herrn Roods aufgetriebenen Leib ab. Im Verdauungstrakt herrscht verdächtige Stille. Ein schlechtes Zeichen. Darmlähmung. Am nächsten Morgen schieben Bauers Kollegen Herrn Rood noch einmal in den OP. Chirurgen öffnen seinen Bauch und entfernen ein Stück Darm, das bereits durchlöchert und in Auflösung begriffen war. Sie reinigen den Bauchraum. Dann wringen sie den Rest des Darmes von Hand aus. Doch als sie den Bauch des Mannes wieder schließen, ist er bereits in einen fulminanten Schock hineingeglitten. "Der Tod kann auch gnädig sein", wird Hartmann später sagen.

Als Bauer am 17. Tag in der Zeitrechnung des Patienten Rood seinen Nachtdienst antritt, liest er an der Kurve auf dem Monitor in der Kanzel ab, dass dessen Herz stirbt. Für immer längere Zeit setzt es mit dem Schlagen aus. Gegen Mitternacht ruft Bauer Hartmann an, der zu Hause noch am Computer sitzt: "Es sieht so aus, als ob Herr Rood die Nacht nicht überlebt." Soll er ihm noch einmal Adrenalin geben?

"Wir machen nicht weiter", beschließt Hartmann. Im gleichen Moment sieht Bauer auf dem Monitor den Herzstillstand. Bauer könnte jetzt versuchen, Herrn Rood noch einmal mit einer Herzmassage zu reanimieren. Er tut es nicht. Stattdessen horcht er Rood noch einmal ab. Kein Puls mehr. Dann geht Bauer zurück in die Kanzel und trägt den Todeszeitpunkt in den Berichtbogen ein: "0.15 Uhr". Er drückt den Bleistift fest aufs Papier und setzt ein Kreuz daneben. Dann ruft er Herrn Roods Frau an.

Einige Tage später geht Lutz Engelbert am Arm der Krankenschwester die ersten Schritte. Er ist froh, dass er sich an die Wochen im künstlichen Dauerschlaf nicht erinnern kann. Das Loch, in das er in den ersten wachen Tagen fiel, war sehr tief. Jetzt trauert er um seine Mutter. In einer Klinik wird er monatelang die Beweglichkeit seiner vernarbten Gliedmaßen trainieren müssen. Es wird noch lange dauern, bis er nach Hause zurückkehren kann. "Aber mein Vater braucht mich", sagt Engelbert. Er will es schaffen.

* Name von der Redaktion geändert.

BEATE LAKOTTA