AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 47/2002

Astronomie Schwarzes Loch im Labor


Plasma-Jet in der Vakuumkammer, Kollaps nach wenigen Mikrosekunden
BELLAN/ CALTECH

Plasma-Jet in der Vakuumkammer, Kollaps nach wenigen Mikrosekunden

Zu den geheimnisvollsten Erscheinungen gehören Schwarze Löcher, denn ihre Anziehungskraft ist so groß, dass sie nicht nur Planeten, sondern sogar Lichtteilchen unwiederbringlich aufsaugen, weshalb wortwörtlich im Dunkeln bleibt, was in ihrem Innern vorgeht.

Rätselhaft war bislang zum Beispiel, warum am Rand Schwarzer Löcher immer wieder Fontänen heißer Materie ins All schießen, so genannte Jets. Nun ist es den beiden Physikern Scott Hsu und Paul Bellan gelungen, ähnliche Jets im Labor zu beobachten.

In einer Vakuumkammer am California Institute of Technology erzeugten sie Wasserstoffplasma, eine Art Ursuppe aus ionisierten Atomen, wie sie wahrscheinlich auch am Rand Schwarzer Löcher wabert. Dann schalteten sie ein Magnetfeld dazu, wie es auch im Umkreis Schwarzer Löcher vermutet wird.

Das kalifornische Laborrezept scheint der Realität recht nahe zu kommen: Umgehend begann das Plasma, Jets zu speien ­ fast so schön wie sein kosmisches Vorbild.



© DER SPIEGEL 47/2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.