AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 48/2002

Klima Wettermessung in der Tiefsee


Klimaforscher Gary Meyers (mit Argo-Boje)
Bruce Miller/ CSIRO

Klimaforscher Gary Meyers (mit Argo-Boje)

Riesige Wüsten prägen das Antlitz Australiens, doch wer Wetter und Klima des Inselkontinents verstehen will, muss in der Tiefe des Meeres suchen. Zu diesem Schluss ist das Wetteramt des Landes gelangt und setzt bis Weihnachten 19 neuartige Tauchroboter auf dem Indischen Ozean aus.

Die 1,50 Meter langen Aluminiumbojen tauchen jeweils für zehn Tage bis zu zwei Kilometer unter die Oberfläche, um dort Temperatur und Salzgehalt zu messen. Denn nicht nur in der Atmosphäre, sondern auch in der Meerestiefe befindet sich eine Klimaküche, die Phänomene wie Monsunregen, El Niño und den warmen Golfstrom hervorbringt.

Nach ihrem Tauchgang steigen die Sensoren vollautomatisch auf, indem sie eine Art Schwimmblase aufpusten. Wieder an der Oberfläche, übermitteln sie den so gehobenen Datenschatz per Satellit an Wetterstationen an Land. Die Tauchroboter sind Teil eines geplanten internationalen Klimanetzes namens "Argo", das bis zum Jahr 2006 aus 3000 Messbojen weltweit bestehen soll.

Seiner Region komme eine zentrale Rolle beim Verständnis des Weltklimas zu, sagt Gary Meyers von der staatlichen Forschungsorganisation Csiro: "Eine verbesserte Klimavorhersage für die Nationen rings um den Indischen Ozean würde die Lebensqualität von fast zwei Dritteln der Weltbevölkerung beeinflussen."



© DER SPIEGEL 48/2002
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