AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 12/2003

Studiengebühren Hamburgs 2500-Euro-Modell

Hamburgs Wissenschaftssenator Dräger will Ende März als erster verantwortlicher Politiker ein durchgerechnetes Modell für Studiengebühren und -darlehen vorlegen. Wer einen Gebührenkredit beansprucht, würde nach dem Studium durchschnittlich zwölf Jahre für die Rückzahlung brauchen.


Jörg Dräger: 25 Milliarden Euro Darlehensbedarf
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Jörg Dräger: 25 Milliarden Euro Darlehensbedarf

Hamburg - Die Hochschulen in Deutschland würden danach die Möglichkeit erhalten, Gebühren in Höhe bis etwa 2500 Euro pro Jahr zu erheben. Damit Studierwillige aus sozial schwachen Elternhäusern nicht abgeschreckt werden, soll jeder Student, unabhängig vom Einkommen oder Vermögen seiner Eltern, durchschnittlich ein Darlehen von rund 6500 Euro jährlich in Anspruch nehmen können, in Einzelfällen von bis zu 8500 Euro. Die Summe soll sowohl Gebühren als auch Kosten für den Lebensunterhalt abdecken.

Zurückgezahlt werden müssten die Schulden erst nach dem Studium und erst ab einer bestimmten Einkommenshöhe. Nach Drägers Rechnung würde die Rückzahlung im Durchschnitt acht Prozent der Einkünfte ausmachen und das zwölf Jahre lang. Als Bürge käme beispielsweise die Kreditanstalt für Wiederaufbau oder die Mittelstandsbank in Frage, abwickeln könnte die Darlehen jede beliebige Bank. Langfristig schätzt Dräger den Darlehensbedarf auf rund 25 Milliarden Euro. Dabei sollen die jährlich anfallenden Kosten für günstige Zinsen, Stundungen oder Ausfälle für Nichtrückzahlung rund eine Milliarde Euro betragen.



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Don LoC, 12.04.2005
1. Studiengebühren müssen an den Unis bleiben!
Das immer wieder vorgetragene Hauptargument gegen Studiengebühren ist die dadurch angeblich massive auftretende soziale Auswahl. In der Praxis sieht es allerdings so aus, dass die soziale Auswahl bereits viel früher statt findet, nämlich im Vorschulalter und den folgenden ersten Schuljahren. Verglichen mit anderen Industrienationen (die Studiengebühren haben!) hat DL nämlich eine relativ geringe Anzahl von Studenten aus "sozial schwachen" Schichten, trotz gebührenfreiem Studium. Die Studienbedingungen, das kann ich aus eigener Erfahrung nur unterstreichen, sind derzeit relativ miserabel, zumindest in den Massenstudiengängen wie Jura, BWL usw. 130 Student in einem Seminarraum mit max. 40 Plätzen, das war leider mehr die Regel als die Ausnahmen. Hier können Studiengebühren helfen, allerdings müssen diese an eine Reihe von strikten Bedingungen geknüpft sein: 1. Studiengebühren müssen komplett an der jeweiligen Hochschule verbleiben, kein Stopfen von öffentlichen Haushaltslöchern! 2. Wettbewerb unter den Hochschulen: Die HS müssen die Höhe ihrer Studiengebühren selbstständig bestimmen können. 3. Es MUSS ausreichend Finanzierungs- und Förderungsmodelle geben, so dass jeder, der studieren will, dies auch kann. Gruß, LoC
DJ Doena 12.04.2005
2.
@Don Loc Ihr 1.) wird dann von den Länderfinazministern (LFM) dann so unterlaufen werden, als dass sie nicht die Studiengebühren antasten, aber im gleichen Maße einfach die Bezuschussung zurückfahren. Und damit stopfen sie inoffiziell doch wieder ihre Haushaltslöcher, nur wird es den LFMs schwer nachzuweisen sein.
Don LoC, 12.04.2005
3. Ok...
Ein guter Punkt. Selbstverständlich darf auf keiner Ebene weiter an der Bildung herumgekürzt werden. Aber es liegt schon nahe, dass der ein oder andere es versuchen wird. Also müssen wir aufpassen wie die Luchse ;) Gruß, LoC
DanielaMund, 12.04.2005
4.
Würde den irgendwer für die derzeitigen Studienbedingungen zahlen? Schon heute ist in bestimmten Fächern der Besuch von privaten Repetitorien Usus, da die deutschen Universitäten nicht gut genug ausbilden. Da a) ich nicht dran glaube, dass die erzielten Gelder den Universitäten zugute kommen b) selbst wenn, amerikanische First-Class-Universitäten einen ca 10 mal höheren Etat haben, wird es sich eher lohnen, in den USA, der Schweiz, GB,... zu studieren, als hier zu zahlen. Und wenn man kein Geld hat, wer soll einem dann Kredit geben, selbst wenn man wirklich clever ist? Ich hätte mir kein Studium leisten können, und Stipendien sind Mangelware (im Gegensatz zu den USA).Damit auch sozial schwächere studieren können, bleiben also nur nachgelagerte Studiengebühren, und die Steuerprogression sollte doch eigentlich die Kosten für ein Studium decken. Und jetzt geh ich erst mal in ein anderes Forum, um mit der Software zu spielen, damit ich das ganze besser ordnen kann....
Reimer, 12.04.2005
5.
Studiengebühren sind meiner Meinung nach (als Student) ein Gewinn für die Studenten. Wenn ich einen Studiengebühr zahle, so darf ich auch eine Leistung verlangen. Leider entspricht meine Vorstellung vom Preis/Leistungsverhältnis nicht der Realität :)
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