AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 27/2003

Unfallmedizin Wildes Tier Mensch


Boxer Holyfield mit Bisswunde
REUTERS

Boxer Holyfield mit Bisswunde

Seinen Artgenossen gegenüber verhält sich der Mensch gern wie ein Tier: Er beißt. Bei 23 Prozent aller Bisswunden ist der Verursacher ein Mensch. Das geht aus einer Untersuchung der Universitäten von Florida und Texas hervor.

Mit Vorliebe schnappt der Zweibeiner dabei an Kopf und Nacken zu, in 67 Prozent all dieser Übergriffe am Ohr. Das berühmteste Beispiel derartigen Verhaltens konnten die Zuschauer des legendären Boxkampfes von Mike Tyson betrachten: Im Sommer 1997 schlug Tyson seinem Kontrahenten Evander Holyfield die Zähne ins Ohr und entschuldigte sich mit seiner Gemütsverfassung: "Ich beiße nur in äußerster Verzweiflung."

In jedem vierten Fall wird das Opfer zusätzlich von einer gefährlichen Wundinfektion heimgesucht. Das hohe Risiko erklärt sich mit der hohen Anzahl potenter Keime im menschlichen Mund. Deshalb raten die amerikanischen Wissenschaftler auch dazu, die Wunden gründlich zu desinfizieren, nicht zu früh zu verschließen und vorsorglich Antibiotika zu verabreichen.

Sie wissen auch, wann man sich besonders vor menschlichen Feinden in Acht nehmen sollte: "Menschenbisse sind saisonal", schreiben sie im Fachblatt "Otolaryngology", "sie nehmen im Frühling und Sommer und an Wochenenden zu."



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