Überwachung Spitzeldienst gegen den Staat

Amerikanische Bürgerrechtler beklagen sich immer offener über Überwachungsmaßnahmen, die ihre Regierung nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 einführen will.

Im Zentrum der Kritik steht das "Terrorism Information Awareness Programm" (kurz TIA). Dahinter verbergen sich Pläne für eine riesige Datensammlung über Leben und Gewohnheiten von Personen.

Nun eröffnen Bürger eine Gegenoffensive: Ein Internet-Angebot soll die Machtbalance wiederherstellen. In Anspielung an TIA heißt es Government Information Awareness (GIA) und wurde vom Informatik-Studenten Ryan McKinley am Media Lab des Massachusetts Institute of Technology bei Boston entwickelt (opengov.media.mit.edu).

Die Software sammelt ständig Informationen über Politiker und Regierungsbeamte. Dazu scannt das Programm zwei Fernsehkanäle, in denen Reden übertragen werden. Sie speichert das Bild des Politikers und die Abschrift seiner Reden, so dass jeder Bürger sie auf einer Webseite abrufen kann. Weiterhin findet sich dort sogar, wo der Volksvertreter zur Schule gegangen ist, wohin er seine Kinder schickt und wohin er gewöhnlich verreist.

Über Behörden und Ministerien sammelt GIA Namen und Telefonnummern aus wichtigen Abteilungen. Sogar die geheime Telefonliste des Justizministeriums gelangte auf diese Weise ins Netz. "Damit der Bürger weiß, wohin er sich mit seiner Eingabe oder Beschwerde wenden kann", erklärt McKinley.

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