Fremdenfeindlichkeit Provokante Aktion gegen gedankenloses Gelächter

Hanspeter Schweizer, 51, Schweizer Kreativdirektor, wollte gegen den allgegenwärtigen Rassismus angehen und sieht sich nun selbst als Rassist verdächtigt.

Schweizer hatte Plakate für die "Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus" entworfen, deren Gestaltung an die fünfziger Jahre erinnert. So ist auf einem Poster der Kopf eines lächelnden Schwarzen zu sehen, umrahmt von allerlei Bananenstauden, Kokosnüssen und Palmwedeln. Dazu die Frage: "Was macht ein Schwarzer mit seiner Frau über Mittag?" Die kleingedruckte Antwort: "Er isst etwas, wie andere Leute auch."

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Fremdenfeindlichkeit: Provokante Aktion gegen gedankenloses Gelächter

Foto: Stiftung GRA

Oder, auf einem Plakat mit dem Kopf einer lächelnden Asiatin: "Was machen Thailänderinnen, wenn es dunkel wird?" Antwort: "Licht, wie die meisten Schweizerinnen auch." Jetzt hat die Schwarzen-Organisation "Carrefour de réflexion et d'action contre le racisme anti-noir" Klage wegen Verletzung des Rassismus-Gesetzes erhoben.

Schweizer glaubt, so in einem Interview mit dem Magazin "Fact", dass sich nur "vereinzelte Exponenten von Schwarzen-Organisationen verletzt fühlen". Auch habe er nicht rassistische "Dumpfbacken" erreichen wollen, die "wegen einer Werbekampagne ohnehin nicht" ihr Verhalten ändern. Erreichen wollte er mit seiner Provokation eben "nicht diejenigen, die rassistische oder antisemitische Witze erzählen. Sondern diejenigen, die gedankenlos darüber lachen".