AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 30/2004

USA Endgültiger Absturz

Eines der modernsten Kampfgeräte der amerikanischen Streitkräfte ist indirekt dem Irak-Krieg zum Opfer gefallen: Der Bau des Stealth-Hubschraubers RAH-66 "Comanche", dessen Serienfertigung 2004 beginnen sollte, wurde jetzt eingestellt, weil die Supermacht über dem Zweistromland zu viele Drehflügler verloren hat.


US-Hubschrauber RAH-66 "Comanche": Entwicklung eingestellt
REUTERS/ U.S. Army

US-Hubschrauber RAH-66 "Comanche": Entwicklung eingestellt

"Das ist eine der leichtesten Entscheidungen gewesen, die ich zu treffen hatte", kommentierte Heereschef General Peter Schoomaker das Ende eines Programms, das jahrzehntelang höchste Priorität im Pentagon genoss.

Zusätzliche Milliarden hätten die Hersteller benötigt, um den "Comanche"-Helikopter gegen Bedrohungen durch bodengestütztes Abwehrfeuer zu wappnen, das Dutzenden US-Hubschraubern im Irak zum Verhängnis wurde. Zwar habe man durch taktische und technische Veränderungen dort die Zahl der Abschüsse reduzieren können. Dennoch rechnet General Schoomaker in Zukunft erneut mit Rückschlägen, sollten Widerständler am Tigris Zugriff auf noch modernere schultergestützte Raketen bekommen.

Der Schutz des RAH-66 kann zwar verbessert werden. Doch damit würde die einstige Wunderwaffe ihre "Tarnkappe" verlieren: Sie würde auf Radarschirmen wieder sichtbar werden - wie jeder andere Hubschrauber auch.



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