Tiere Attacke des Hornhechts

Auch in der vermeintlich friedlichen Ostsee tummeln sich angriffslustige Fische. Das musste ein 38-jähriger Schwimmer erfahren, als er in einer lauen Augustnacht ins Wasser stieg. Plötzlich wurde er von einem Hornhecht attackiert und hätte fast sein Auge verloren.

Den Fall präsentierte der Mediziner Jan Reichelt jetzt auf der 102. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. "Mit dumpfem Schmerz und Sehstörungen" sei der Patient in die Kieler Universitätsklinik gekommen. Er berichtete, von einem spitzen Gegenstand am rechten Oberlid gestochen worden zu sein. Die Wunde habe stark geblutet. Ein Arzt vor Ort hätte sie zunächst versorgt.

Reichelt konnte zunächst nur eine millimetergroße Einstichstelle erkennen. Am Computertomografen bemerkte er aber einen fremden Gegenstand oberhalb des Augapfels. Der Arzt entschied sich für eine Operation: "Im Gewebe fand ich ein zwei Zentimeter langes Kieferfragment mit kleinen Zähnen." Das Fundstück übergab er einem Zoologen, der den dolchartigen Kiefer einem Hornhecht zuordnete. Der Fisch ruhte knapp unterhalb der Wasseroberfläche und wurde vom Schwimmer gestört. Reichelt: "Seitdem schwimme ich mit anderen Gefühlen in der Ostsee."