Der SPIEGEL

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02. Juni 2008, 00:00 Uhr

Städtebau

Kampf um die Skyline

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In Asien, Russland und am Golf wird wie im Rausch gebaut. Dagegen fehlt in etablierten Metropolen wie London oder New York das Geld für architektonische Höhenflüge - nicht nur wegen der Finanzkrise. Werden die westlichen Stadtbilder bald veralten? Entwickelt sich Europa sogar zum großen Museumsdorf?

Ein Jahrhundert lang war New York die Metropole der Wolkenkratzer, die vertikale Stadt schlechthin. Immer schneller, risikofreudiger, mondäner wuchs sie in den Himmel. Ein Höhenrausch aus Stein, Stahl, Glas. Scheinbar uneinholbar.


Von einer "Besiedlung der Lüfte" schwärmte der junge niederländische Architekt Rem Koolhaas in seinem 1978 veröffentlichten legendären Buch "Delirious New York" über die City der Skyscraper, die Magie dieses Molochs.

Auch die Anschläge auf das World Trade Center 2001 ließen den mittlerweile weltberühmten Architekten Koolhaas nicht am Hochhaus als Erfolgsmodell zweifeln. Trotz der Katastrophe sei es "so ungefähr der einzige Gebäudetyp, der den Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft hat".

Tatsächlich hat die Turmarchitektur als Prestigesymbol überdauert. Die Imposanz einer Skyline gilt als der Gradmesser für die Prosperität einer Stadt: Hochhäuser geben dem Aufschwung eine Form, zeigen den Adrenalinspiegel der Wirtschaft an.

Genau das ist allerdings aus westlicher Sicht inzwischen das Problem. Denn die ökonomisch starken Megacitys wie Peking, Shanghai oder Dubai, wo extravagante Wolkenkratzer wie im Akkord entstehen, lassen Städte wie New York - trotz aller Versuche der Modernisierung - schon längst furchtbar alt aussehen. Auch in Europa zeichnet sich eine Entwicklung ab, die den Osten moderner wirken lässt als den Westen. Städte wie Istanbul und Moskau sind dynamischer, auch skrupelloser als London, Paris oder Mailand.

Noch nie waren so viele Hochhäuser in Planung, doch die meisten Wohlstands-Obelisken werden in den gegenwärtigen Boomregionen installiert, wo oft auch ganze Städte aus dem Nichts entstehen.

Der Westen schaut dieser geradezu babylonischen Megalomanie neidisch zu - und wird wegen der anhaltenden Turbulenzen an seinen Finanzmärkten gerade noch kleinlauter. Denn der massive Einbruch des amerikanischen Kreditgeschäfts, der in vielen Ländern stark nachvibriert, lässt im Moment viele architektonische und urbanistische Großprojekte scheitern.

Der nun schon über hundert Jahre andauernde Kampf um die Skyline geht in eine neue Runde, und die Sieger scheinen festzustehen: der Nahe und der Ferne Osten.

Simultan zur Verschiebung der Wirtschaftskraft gen Osten bildet sich in Architektur und Städtebau eine neue Weltordnung heraus. Eine, in der Kasachstan und Katar ästhetisch dominanter sein könnten als Europa oder die USA. Es ist ein Clash der Baukulturen. Oft genug, und das ist die Ironie dieser Entwicklung, sind es westliche Stararchitekten, die sich im Auftrag der neureichen Regierungen und Immobilientycoons so austoben dürfen, wie es in ihrer Heimat derzeit undenkbar wäre.

Ein kantiger, kolossaler Triumphbogenbau? Wurde vom Niederländer Koolhaas eben in Peking vollendet, jetzt zieht das chinesische Staatsfernsehen ein.

Eine Eisberglandschaft, bestehend aus asymmetrisch geformten Hochhäusern? Hat der Amerikaner Steven Holl für die chinesische Stadt Chengdu entworfen.

Eine Pyramide für die kasachische Hauptstadt Astana und eine zweite für Moskau, dort 450 Meter hoch? Liefert Londons Vorzeigearchitekt Lord Norman Foster. Das dazugehörige Moskauer Viertel Crystal Island gestaltet er mit. Es sei, sagt er, das "ehrgeizigste Bauprojekt der Welt".

Der Größenwahn dieser Gründerzeit-Euphorie fordert mehr als schlichte Höhe. 400, 500, 600 Meter - darum allein geht es nicht. Heute sind spektakuläre Konturen gefragt, glitzernde Oberflächen: eine Exzentrik, die weithin auffällt. Lauter Wow-Effekte in der Form von Lilien, Harfen, Pokalen, Zelten, was auch immer.

Dem Hamburger Architekten Volkwin Marg, mit seinem Kollegen Meinhard von Gerkan in China gut im Geschäft, gefällt diese Tendenz zum bildhaften Bauen nicht. Er sagt, ihm fehle bei den "iconic buildings" die gesellschaftliche Bedeutung.

Gar von "abstrusen, grauenhaften Blüten der skulpturalen Architektur" spricht Peter Schweger, ein weiterer Baumeister aus Hamburg. Er beobachtet bereits Rückkopplungen auf die westliche Bauästhetik, wo "Gebäude auch schon wie Reklameprodukte gestaltet werden, die sich aggressiv vermarkten lassen müssen".

Seine eigenen Hochhausentwürfe, etwa die verspiegelten Twin Towers für Moskau, bezeichnet er als rational.

Der Investor dieser Zwillingsbauten ist Russe, ebenso wie der kooperierende Architekt, die meisten Bauarbeiter stammen aus China. Der größere Turm wird mit über 500 Meter Höhe (inklusive sogenannter Panorama-Nadel) als eines der höchsten Gebäude Europas in die Geschichte eingehen. Jedenfalls kurzfristig.

Gerade hat Schweger einen Vertrag für einen neuen Moskauer Business-Park unterschrieben. Dort lässt er 400.000 Quadratmeter Fläche entstehen, was fast bescheiden anmutet. In der russischen Hauptstadt würden neue Flächen in einer Größenordnung geschaffen, "die kann man eigentlich gar nicht kapieren".

In Russland, so kritisiert er, seien "viele Gebäude technologisch zehn Jahre hinter dem westlichen Standard zurück, Fragen zum Energiehaushalt interessieren die Bauherren nicht". Diese Ignoranz hat auch er schon zu spüren bekommen: Als Architekt könne man da Vorschläge machen, "aber Sie haben dann keinen Einfluss mehr".

Es gibt noch andere gute Gründe, an der hektischen Betonierung der Welt Kritik zu üben, ästhetische, ökologische, ethische. Nur wenige Investoren und Architekten haben dafür Gehör. Sie wollen sich verewigen, wollen ihre Türme wachsen sehen.

Auf China, sagt Schweger, habe er keine Lust. "Zu brutal." In Dubai errichtet er dagegen eine Ansammlung von Hochhäusern. Der liebliche Titel: "Dubai Pearl".

Dieses Emirat ist das gelobte Land der Immobilienspekulanten. Die Hälfte aller Baukräne der Welt, wird gesagt, steht in Dubai, dem aufregendsten Beispiel für die hochtourige Stadtverdichtung. Wird wenigstens hier Architekturgeschichte geschrieben?

Ultimative amerikanische 24-Stunden-Stadt


Dubai: zwei Halbinseln im Westen, ein älteres Stadtviertel im Osten, dazwischen eine kilometerlange Zeile von Wolkenkratzern, die einem dann doch bekannt vorkommen. Hier der Campanile vom Markusplatz in Venedig, dort die Silberbögen des New Yorker Chrysler Building.


An den Autobahnen, die die Wüste zerschneiden, stehen riesige Werbeschilder, die den nächsten urbanen Visionen Namen geben: Arabian Ranches, Emirates Hills, Springs, Meadows, The Old Town. Wenn das nicht die Sprache Amerikas ist.

"Fast alles hier ist mit Ölgeld bezahlt - aber nicht mit unserem eigenen", sagt ein Mitarbeiter des Herrschers von Dubai. Das Emirat hat nicht mehr als ein paar Pfützen Erdöl übrig, nur vier Prozent seiner Wirtschaftsleistung stammen aus dem Ölgeschäft. Dafür hat es ein Immobilienfeuerwerk entfacht, das viele Milliarden anlockt, die früher nach New York geflossen wären. Wie eilig die Investoren es haben, hier zu investieren, lässt sich auf den vielen Immobilienmessen beobachten: "Cityscape Dubai", "Cityscape Abu Dhabi", "The Property Shopper".

Radikal anders dagegen das Bild im Westen. Für die USA scheint momentan zu gelten: Je glamouröser die Utopie, desto fixer wird der Rückwärtsgang eingeschaltet.

Bis vor kurzem war es relativ unkompliziert, selbst an Milliardenbeträge zu gelangen. "Wenn ich oder irgendjemand anderes Geld brauchte, rief man kurz die Bank an, und die schickten einen Wagen mit Bargeld vorbei", sagt Amerikas prominentester Immobilienzar, Donald Trump: "Es war sehr, sehr viel Geld unterwegs."

So lief es bis zur großen Finanzkrise. Ausgelöst worden war sie 2007 in den USA durch den überhitzten Handel mit Krediten, die Privatleute für den Kauf von Häusern und Wohnungen aufgenommen hatten. Seither knausern die Banken: Dass sie jetzt nur noch schwer ans Geld kommt - daran ist die Immobilienbranche im Grunde selbst schuld. Aus der Rausch.

Ein prominentes Opfer der Kreditkrise ist ein Hotel- und Casinokomplex namens Cosmopolitan Resort Casino in Las Vegas. Der Rohbau der zwei jeweils 180 Meter hohen Wolkenkratzer steht. Für die Lobby hatte der Bauherr Ian Bruce Eichner neun Meter große Roboter bestellt, die auf überdimensionierten Gitarren den Song "Disco Inferno" spielen sollten.

Das Projekt befindet sich auf dem Weg zur Zwangsvollstreckung, meldete kürzlich das "Wall Street Journal", allein die Deutsche Bank sei in Gefahr, etwa eine Milliarde Dollar zu verlieren.

Ein anderes Beispiel, in Los Angeles: Mehrmals wurde der Baubeginn für das "Grand Avenue Project" verschoben. Das Ensemble aus Hotel-, Apartment- und Shopping-Klötzen sollte Downtown Los Angeles wiederbeleben und würde drei Milliarden Dollar kosten. Frank O. Gehry hat es entworfen, einer der Großen der US-Architekturszene, bekannt dafür, Gebäude schick schillern zu lassen.

Erst sollten die Arbeiten im vorigen Dezember starten, inzwischen spricht man vom kommenden Februar. Die Immobilienkrise sei schuld, teilten die Entwickler von Related Cos mit. Schon bald hatte Kaliforniens größter Pensionsfonds Calpers das Weite gesucht. Nun hoffen die Entwickler auf Geduld bei ihrem neuen Großaktionär: der königlichen Familie von Dubai.

Schwierigkeiten bereitet auch ein anderes Veredelungsunternehmen Gehrys. Im New Yorker Stadtteil Brooklyn soll er eine Industriebrache in eine Architekturperle mit Mischnutzung verwandeln. Das Kostenvolumen für die "Atlantic Yards": vier Milliarden Dollar. Bürgermeister Michael Bloomberg lobte die "kolossale Leistung eines der weltbesten Architekten". Doch die Nachfrage hält sich in Grenzen. Den größten Turm der Anlage musste Gehry stutzen. Mehrere Gebäude, erklären die Entwickler, würden vorerst nicht gebaut.

Überhaupt New York. Für die Immobilien-Freaks ist es nach wie vor die "ultimative amerikanische 24-Stunden-Stadt", die die globale Elite anzieht. Doch es bedarf einiger Anstrengungen, ständiger Aktualisierungen, damit das auch so bleibt. Wo sonst, wenn nicht hier, reagiert man allergisch auf jede Art von Stillstand.

Der Bürgermeister wollte daher auch Manhattan, also das Herz der Stadt, erneuern, und zwar insbesondere die West Side. Dazu würde er gern einen modernen Bahnhof bauen, dafür unter anderem die bekannte Arena Madison Square Garden abreißen lassen. Nun weiß er nicht mehr, wie er die veranschlagten 14 Milliarden Dollar aufbringen soll.

Geplant war dort außerdem die ehrgeizige Expansion des Messeareals Javits Convention Center. Jetzt fällt die Erweiterung sehr viel bescheidener aus.

Blamabel verlief zuletzt die Suche nach einem Investor für den neuen Businessdistrikt "Hudson Yards", ein Vorhaben, das selbst die abgehärteten New Yorker als "Gigantismus" bezeichnen.

Der Immobilienkonzern Tishman Speyer wollte es mit dem deutsch-amerikanischen Hochhausarchitekten Helmut Jahn realisieren - und stieg überraschend aus. Nun darf Related Cos die historische Chance ergreifen. Es kann Monate dauern, bis auch nur die Verträge ausgearbeitet sind: eine Hängepartie nach der anderen, und das in einer Stadt, die doch traditionell kein Limit zu kennen scheint.

Und Europa? Muss sich die alte Welt daran gewöhnen, zum Museumsdorf zu werden, pittoresk zwar, aber ohne Chance, mit der Wachstums-Ikonografie anderer Kontinente mithalten zu können?

Laut einer Studie des Urban Land Institute in Washington ist auch hier so mancher große Deal, der gerade noch in der Pipeline war, "klinisch tot".

Vielleicht ist es ein Trost, wenn der Italiener Vittorio Lampugnani, der in Mailand als Architekt arbeitet und in Zürich als Architekturtheoretiker lehrt, betont: Er zweifle daran, dass Städte wie Shanghai langfristig attraktiv blieben; die europäischen Metropolen aber böten mit ihren "historischen Ablagerungen die Art von Lebensqualität, die in Zukunft gefragt sein wird". Nachhaltige Stadtbilder nennt er das.

"Wenn Europa mit seinem Erbe intelligent umgeht, kann das eine riesige Chance sein"


Natürlich driftet da etwas auseinander. Lampugnani sagt, es sei schon wahr, dass der Nachwuchs, der sich auf den Weg nach Asien mache, quasi gleich Wolkenkratzer baue, während die Absolventen, die in Europa blieben, als Erstlingswerk ein Häuschen für die Eltern entwerfen dürften.


Aber gut, Europa hat immerhin Flair. "Wenn Europa mit seinem Erbe intelligent umgeht, kann das eine riesige Chance sein, nicht nur für die Lebensqualität und die Kultur, sondern auch für die Wirtschaft", meint Lampugnani.

Die Wirtschaft aber erweist sich als die Bremse. Der Interessenverband spanischer Baukonzerne schätzt, die Zahl neuer Projekte werde 2008 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 70 Prozent sinken.

Viele europäische Städte wollen gar nicht zu Freiluftmuseen werden, London etwa als der wichtigste europäische Finanzplatz würde seine viktorianische Pracht gern durch ein paar weitere futuristische Wahrzeichen auffrischen.

Als Norman Foster Anfang des Jahrtausends einen bombastischen, eiförmigen Tower mitten in die alte City setzte, war das der Startschuss zu einer Modernisierungswelle. Bis auf Prinz Charles, der Wolkenkratzer als Eiterbeulen bezeichnet, nahmen die Londoner das Auftrumpfen der Skyline mit Humor: Im Volksmund hieß Fosters Hochhaus sofort "Erotische Gurke".

Mindestens 20 weitere Türme sollen in den kommenden Jahren errichtet werden, mit ihnen will sich London energisch ins 21. Jahrhundert hineinbauen. Noch aber ragt da wenig in den Himmel, immerhin gibt es bereits Spitznamen. "Käsereibe" heißt ein Hochhausprojekt, "Glasscherbe" ein anderes, dann wären da noch "Hals über Kopf", "Boomerang" und "Walkie Talkie".

Doch selbst in London, wo die Preise lange nur eine Richtung kannten, nämlich steil aufwärts, gebe der Markt nach, hadert die Immobilienbranche. 2008 wird das Investitionsvolumen wohl um 30 bis 40 Prozent zurückgehen. Einen solchen "slowdown" ist man hier nicht mehr gewohnt.

Inzwischen gelten fast alle Großvorhaben in London als hoch spekulativ. Und was aus dem ohnehin umstrittenen "Walkie Talkie" wird? Der Investor schweigt.

Natürlich: Wenn, wie prognostiziert, in Großbritannien während der nächsten fünf Jahre 40 Prozent weniger Einkaufszentren entstehen als vorgesehen, wird das bei Architekturfans keine Trauer auslösen. Shopping Malls erweisen sich selten als ästhetische Glanzlichter.

Aber es ist eben auch Ambitioniertes betroffen. Die Britin Zaha Hadid sollte für eine Londoner Architekturstiftung eine neue Unterkunft bauen. Wegen "ökonomischer Nervosität" wurde davon Abstand genommen. Wenn die Börsenkurse fallen, nimmt die Spendenbereitschaft ab, und auf private Förderer ist die Stiftung angewiesen. Hadid bekundet, enttäuscht zu sein. Dafür plant sie, unter anderem, in Dubai und Warschau. Der moderne Architekt ist zum Wandergesellen geworden. Wie ein mittelalterlicher Künstler zieht er dorthin, wo es Arbeit gibt. Einst führte die Route von Hof zu Hof, heute führt sie von Kontinent zu Kontinent.

In Deutschland herrscht die größte Architektendichte Europas - 121.000 -, und obwohl das Land zu den stabilen Märkten gehört, bilden urbanistische Großtaten wie die Hamburger Hafencity eher die Ausnahme. Die Architekten ärgert es, dass selten sogenannte offene Wettbewerbe ausgeschrieben werden, an denen sich jeder beteiligen darf. Die Chancen für die junge Avantgarde, sich zu beweisen, sind klein.

Jede noch so diskret gehandhabte Stornierung fällt doch auf. BMW etwa wollte ein neues "Designhaus" errichten, wird nun aber andere Projekte "priorisieren".

Es ist erst ein Jahr her, dass in Potsdam eigens eine Bundesstiftung Baukultur gegründet wurde - die das Mittelmaß hiesiger Architektur angreift. Die deutsche Regel sei leider schon lange so, "dass die Bauherren alles haben wollen, aber das nur zur Hälfte des Preises", beschwert sich Michael Braum, Präsident der Stiftung.

Verlockend erscheint die Ferne, wo im großen Maßstab gedacht wird.

Das Berliner Büro Léon, Wohlhage, Wernik (LWW) sorgte 2007 für Aufsehen, weil es gegen prominente Mitstreiter den Wettbewerb für das neue Regierungsviertel in Tripolis gewann. "Tripoli Greens" haben die Architekten ihren Entwurf genannt, der arabeske Minarette mit Parkflair kombiniert. Noch ist der Baubeginn nicht in Sicht, die Architektin Hilde Léon spricht von einer Warteschleife.

Generell hält sie es für richtig, dort tätig zu werden, wo qualitätsvolle Architektur gefragt sei. "Einige Länder haben nun einmal großen Nachholbedarf." Dass man sich dabei, wie im Falle Libyen, auch mit umstrittenen Regimen einlässt, scheint sie nicht weiter zu stören.

Léon hat schon den nächsten Markt im Blickfeld. Es sei eine Frage der Zeit, bis ganz Afrika "das nächste große Thema ist". "Groß" ist in diesem Zusammenhang untertrieben. Welch eine paradiesische Vorstellung für Architekten: so viel unbebaute Weite für das, was Friedrich Nietzsche die "Macht-Beredsamkeit" repräsentativer Architektur genannt hat.

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