AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 9/2017

Sex-Vorwürfe gegen Casey Affleck Möglicherweise ein ziemliches Arschloch

Die Schauspieler Casey Affleck und Nate Parker galten beide als kommende Megastars. Beiden wurden sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Den Ruf des einen hat das zerstört, den des anderen nicht. Warum?

Oscar-Anwärter Affleck
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Oscar-Anwärter Affleck

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Nachdem Casey Affleck im Januar im Beverly Hilton Hotel von seiner Kollegin Brie Larson den Golden Globe für die beste dramatische Hauptrolle in Empfang genommen hatte, geschah etwas Ungewöhnliches. Larson, selbst oscargekrönte Schauspielerin, ignorierte Affleck weitgehend, kein Handschlag, keine Umarmung, kein obligatorisches Küsschen. Stattdessen drehte sie sich einfach um und verließ die Bühne. Anschließend hielt Affleck, mit Zauselbart und wilden Haaren, die er in einen lockeren Zopf gebunden hatte, eine Dankesrede, in der er am Ende plötzlich seine Kinder erwähnte und deren Charakterstärke, all die "Störgeräusche", denen eine öffentliche Person wie er ausgesetzt sei, nicht an sich heranzulassen.

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Heft 9/2017
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Nur wenige im Publikum begriffen, dass es Affleck in Wirklichkeit nicht um seine Kinder ging, sondern um sich selbst und um die Anschuldigungen gegen ihn, die seine Karriere gefährden könnten. Dabei hatte Affleck schon ein gutes Dutzend Preise für seine Rolle in Kenneth Lonergans Drama "Manchester by the Sea" eingesammelt - und immer noch spricht manches dafür, dass er am kommenden Sonntag auch den Oscar für die beste Hauptrolle bekommen könnte.

Die Auszeichnung wäre nur verdient. Sein Porträt des wortkargen, vom Schicksal zerrütteten Lee Chandler ist ohne Zweifel die beste schauspielerische Leistung des Jahres. Und doch wäre der Preis für Affleck auch ein Statement: die Botschaft, dass es unerheblich ist, was jemand in seinem Privatleben anstellt. Der Academy Award bewerte nur eine künstlerische Leistung, keinesfalls eine moralische.

Denn Casey Affleck ist möglicherweise nicht nur ein großer Schauspieler, sondern auch ein ziemliches Arschloch. Mitarbeiterinnen soll er sexuell belästigt und seelisch gequält haben. Das jedenfalls haben zwei Frauen vor Gericht behauptet, die für Affleck gearbeitet haben, eine Producerin und eine Kamerafrau. In den Jahren 2009 und 2010 hatte Affleck zusammen mit seinem Kumpel und damaligen Schwager Joaquin Phoenix die Pseudodokumentation "I'm Still Here" gedreht. Der Film war nicht nur ein künstlerisches und kommerzielles Desaster, die Dreharbeiten müssen zudem die Hölle gewesen sein, zumindest für die beiden Frauen.

Am Superior Court of California in Los Angeles kann man ihre im Sommer 2010 separat eingereichten Klageschriften einsehen. Amanda White, die Producerin, beschreibt darin, wie ein Assistent sie und die Kamerafrau Magdalena Gorka beinahe täglich mit Beschreibungen seiner Penislänge bedrängt habe, während Affleck vorgeschlagen haben soll, dass der Assistent White seinen Penis doch einfach mal zeige, was dieser trotz Whites Protest auch gern getan habe. Affleck fand offenbar tägliches Vergnügen daran, wie der Kameraassistent die Kolleginnen drangsalierte, und soll ihn weiter angestachelt haben. Er musste wissen, dass die Frauen sich nicht wehren konnten - er ist Casey Affleck, er trägt einen großen Namen. Sie wollen mit ihm arbeiten, es ist hart, in Hollywood freiberuflich Producerin oder Kamerafrau zu sein. Gorka kündigte sogar einmal, wurde aber überzeugt zurückzukehren, danach ging alles von vorne los.

Einmal während der Dreharbeiten sollen sich Affleck und sein Buddy Phoenix in Whites Zimmer eingeschlossen haben, um dort Sex mit anderen Frauen zu haben. Gorka berichtet zudem, wie sie eines Nachts aufgewacht sei, weil Affleck sich in Unterhose zu ihr ins Bett gelegt, sie umarmt und gestreichelt habe.

Affleck wurde von Gorka schließlich auf 2,25 Millionen Dollar verklagt, von White auf 2 Millionen. Afflecks Armada von PR-Beratern und Topanwälten regelte beide Fälle außergerichtlich gegen Zahlungen von Beträgen in unbekannter Höhe.

Die Anwälte haben die Vorwürfe energisch zurückgewiesen. Affleck selbst hat sich im Herbst vorigen Jahres - als sein Ruhm durch "Manchester by the Sea" immer größer wurde - einmal in der "New York Times" geäußert: "Die Sache wurde zur Zufriedenheit aller beigelegt. Ich war verletzt und bestürzt - ich bin mir sicher, allen ging es so -, aber es ist für mich abgehakt. Es war eine unglückliche Situation, vor allem für unschuldige Familienmitglieder." Das waren also die "Störgeräusche", von denen Affleck bei der Verleihung der Golden Globes gesprochen hatte.

Affleck mit Kollegin Michelle Williams in "Manchester by the Sea"
Universal Pictures

Affleck mit Kollegin Michelle Williams in "Manchester by the Sea"

Als die Vorwürfe 2010 erstmals bekannt wurden, haben sie niemanden wirklich interessiert. Casey Affleck, heute 41, war der irgendwie gescheiterte kleine Bruder des Hollywoodstars Ben Affleck und Freund des noch größeren Stars Matt Damon. Ben und Matt hatten sich immer bemüht, Casey Rollen zu verschaffen. Casey galt als talentiert, doch meist war er zu deprimiert oder zu anspruchsvoll, um eine Rolle anzunehmen.

In "Manchester by the Sea" zeigt sich nun, was für eine herausragende Begabung Affleck hat. Er spielt mit einer solchen Zurückhaltung, Bescheidenheit und Wärme, dass all die Gemeinheiten und Drangsalierungen, die die Klägerinnen beschrieben haben, unvorstellbar scheinen. Das wäre allerdings ein naiver Gedanke. Aber offenbar scheint er sich in der öffentlichen Beurteilung von Affleck, in den Köpfen der Filmjurys und der Journalisten festgesetzt zu haben.

Lediglich kurzzeitig schien es, als könnten ihm die wieder hervorgeholten Klagen gefährlich werden, ein paar Tweets von Kolleginnen, ein paar Texte in nicht allzu wichtigen Publikationen, eine verweigerte Umarmung auf der Bühne - doch die Vorfälle entwickelten keine Dynamik.

Ganz anders bei einem anderen Film. "The Birth of a Nation: Aufstand zur Freiheit" wurden ursprünglich viel größere Oscarchancen eingeräumt. Noch vor "Manchester by the Sea" war er die Sensation des letztjährigen Sundance-Filmfestivals.

"The Birth of a Nation" ist das Lebensprojekt von Nate Parker. Über Jahre hat er den Film geschrieben, Investoren gefunden, er hat Regie geführt und die Hauptrolle gespielt. Und er wurde zu einem idealen Zeitpunkt fertig - Anfang 2016, als die USA erschüttert wurden von der Brutalität weißer Polizisten gegen schwarze Bürger, von den Todesopfern, die es dabei gab, und von Rassenunruhen, die in Ferguson und Baltimore stattgefunden hatten. Die Oscar-Academy hatte, eine Woche vor Sundance, ihre Nominierungen veröffentlicht, unter denen kein einziger schwarzer Schauspieler zu finden war. Die Kampagne #OscarsSoWhite warf die Frage auf, ob das Hollywoodsystem möglicherweise auf unterschwelligem Rassismus beruhe.

Im Video: Trailer zu "The Birth of a Nation"

20TH CENTURY FOX

Da kam der schwarze Filmemacher Nate Parker, damals 36, und präsentierte seine Interpretation der wahren Geschichte des Sklaven Nat Turner, der 1831 in Virginia einen Aufstand gegen Sklavenhalter angeführt hatte. Vielen musste man gar nicht mehr sagen, es war der Film, auf den alle gewartet hatten. Beim Sundance-Festival kam man damals kaum aus dem Kino heraus, so begeistert applaudierte das Publikum.

Der neue Gigant Netflix und die alte Macht Fox Searchlight traten in einen Bieterstreit, Fox gewann und zahlte die Rekordsumme von 17,5 Millionen Dollar für die Rechte an dem Film. Möglicherweise nahm Parker, eigentlich ein Schauspieler, von dem die wenigsten zuvor je gehört hatten, den Mund auf den Panels in Sundance ein bisschen zu voll, wenn er seinen Film "einen Schlag gegen die weiße Vorherrschaft und den Rassismus in diesem Land und anderswo" nannte. Aber das konnte man ihm verzeihen in Anbetracht dessen, wie wichtig alle den Film fanden. Nach Steve McQueens kühlem "12 Years a Slave" und Quentin Tarantinos zynischem "Django Unchained" präsentierte Parker in politisch aufgewühlten Zeiten einen moralisierenden Film, der das amerikanische Publikum daran erinnerte, dass ihre Nation auf Gewalt gegründet war. Dass es jedoch ein paar wenige Helden gab, die sich dem Unrecht entgegenstellten - und die waren schwarz.

Wer so etwas im Film behauptet, braucht selbst ein robustes moralisches Fundament.

Ein paar Monate nach Sundance, im August, ging plötzlich durch die Presse, dass Nate Parker 17 Jahre zuvor, 1999, an der Penn State University als 19-Jähriger eine Kommilitonin vergewaltigt haben soll. Das Mädchen war 18 und weiß. Mit Parker zusammen angeklagt wurde damals sein bester Freund aus dem Ringerteam, ein Mann namens Jean Celestin, mit dem er später das Buch zu "The Birth of a Nation" geschrieben hat.

Filmemacher Parker beim Sundance-Filmfestival
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Filmemacher Parker beim Sundance-Filmfestival

Parker wurde freigesprochen, Celestin zunächst verurteilt, doch in der Berufung ließ die Staatsanwaltschaft auch dessen Anklage fallen. Es war einer dieser Fälle, wie es sie an amerikanischen Universitäten häufig gibt: ein Opfer betrunken am Rande zur Bewusstlosigkeit, sexuell unerfahrene junge Männer, die ihren Vorteil daraus schlagen. Was wirklich passiert ist, wer wann zu was noch in der Lage war, dazu Ja oder Nein zu sagen, lässt sich vor Gericht meist nicht eindeutig klären.

In den Gerichtsunterlagen zu diesem Fall findet sich ein Transkript eines grauslichen Telefonats zwischen Parker und dem Opfer. Das Gespräch hatte einige Wochen nach der Tat stattgefunden, die Kommilitonin war aufgelöst und wollte Parker sagen, dass ihre Periode seit zwei Monaten überfällig sei, dass sie glaube, sie sei schwanger. Vor allem aber wollte sie herausfinden, was in jener Nacht geschehen sei. Parker ging darauf kaum ein, tastend versuchte er stattdessen zu erfahren, woran das Mädchen sich überhaupt noch erinnern konnte.

Parker und Celestin haben später zugegeben, in jener Nacht beide mit der Kommilitonin Sex gehabt zu haben. Sie habe das nicht gewollt, sagte das Mädchen vor Gericht. Sie habe das aber nicht signalisiert, sagten die jungen Männer.

Und weil man ihm das Gegenteil nicht beweisen konnte, wurde Nate Parker 2001 freigesprochen. Vielleicht sollte man das zur Kenntnis nehmen. Wenn die Justiz einer westlichen Demokratie noch irgendetwas bedeutet, müsste die Diskussion hier enden.

Doch dann kam im August vorigen Jahres heraus, dass Parkers ehemalige Kommilitonin sich inzwischen, im Jahr 2012, nach mehreren Versuchen das Leben genommen hatte. Ihr Bruder sagte, sie habe sich von dem Vorfall und dem anschließenden Prozess nie erholt. Parker wusste nicht einmal, dass sie tot war. Es hatte ihn nie interessiert. Und auch jetzt äußerte er kein Wort des Bedauerns.

Fälle einer Vergewaltigung, wie sie Parker vorgeworfen wurde, sind heute zuhauf bekannt. Sie kommen ständig vor und sind systematisch, Teil der sogenannten College Rape Culture. Nate Parker hat später zugegeben, dass er damals gedacht habe, eine Frau, die nicht explizit Nein sage, weil sie zu betrunken sei, sage implizit Ja. Heute wird ein solches Verhalten relativ eindeutig als Vergewaltigung identifiziert, 1999 war dieses Bewusstsein noch nicht so weit entwickelt. Und bei Parker ist es das offenbar bis heute nicht. Nur das würde das Verhalten erklären, das er später an den Tag legte.

Die Stimmung gegen Parker kippte. Beim Filmfest in Toronto im September, einen Monat bevor "The Birth of a Nation" in die Kinos kam, hätte vielleicht eine letzte Chance bestanden, den Film und Parkers Karriere zu retten. Kurz hieß es schon, das Festival sage die Vorführung ab, Fox Searchlight berief hektisch eine Pressekonferenz ein. In dem Saal des Fairmont Hotel in Toronto drängten sich damals mehr als hundert Journalisten, man kam kaum noch hinein. Parker saß auf dem Podium und äußerte sich nicht zu dem Fall. Stattdessen sagte er: "Ich habe es oft betont, Heilung kommt von einer ehrlichen Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit, und ein Unrecht irgendwo ist eine Bedrohung für Gerechtigkeit überall. Wir wollen uns mit Unrecht überall auseinandersetzen, wo immer es auftaucht. Wenn du Unrecht erlebt hast - dies ist dein Film."

Szene aus "The Birth of a Nation"
Twentieth Century Fox

Szene aus "The Birth of a Nation"

Parker schien nichts mehr zu merken, und nun begannen die Leute, sich "The Birth of a Nation" einmal richtig anzusehen. Bisher war der Film ja nur ein Hype aus Sundance, das richtige Thema zur passenden Zeit vom perfekten Absender. Jetzt stellte man fest, dass Parker in seinem Werk seine moralische Botschaft zwar eindringlich rüberbrachte, der Film ansonsten aber künstlerisch eindimensional war. Und sein moralischer Kern erschien plötzlich hohl, nach allem, was man nun über Nate Parker wusste.

Niemand sprach mehr von einem Oscar.

Oprah Winfrey bot offenbar sogar ihre Hilfe an, Parker sollte in eine von ihr produzierte Fernsehshow kommen und Reue und Mitleid zeigen. Parker lehnte ab, Winfrey hat sich seitdem nie wieder zu Parker oder dem Film geäußert. In einem letzten Versuch, ihre Oscarhoffnung zu retten, heuerte Fox Searchlight PR-Experten an. Sie übten mit Parker ein, was er sagen sollte, eine Entschuldigung gegenüber der Familie wäre gut, ein bisschen Mitgefühl vielleicht auch. Doch in zwei der populärsten Fernsehsendungen der Landes, "Good Morning America" und "60 Minutes", verließ Parker die abgesprochene Marschroute und beharrte darauf, er sei freigesprochen worden, er sei unschuldig, er wisse nicht, wofür er sich entschuldigen solle.

Sind die Fälle Affleck und Parker also lediglich Beispiele von gutem und schlechtem Krisenmanagement? Oder spielen weitere Faktoren eine Rolle, Hautfarbe etwa, Klassenherkunft, Machtpositionen, künstlerisches Genie? Sind die beiden Fälle am Ende überhaupt zu vergleichen? Parker wurde von der Staatsanwaltschaft eines Verbrechens wegen angeklagt; Affleck lediglich vor einem Zivilgericht verklagt, ohne dass es je zu einer Verhandlung kam. Bei Parker sind die Fakten relativ klar, die Frage ist, wie man sie bewertet. Bei Affleck steht Aussage gegen Aussage.

Außerdem spielt Affleck lediglich die Hauptrolle in einem emotional komplizierten, ambivalenten Drama, das moralisch keinerlei Position bezieht. Weder der Film noch der Schauspieler Affleck nehmen für sich eine moralische Rolle in Anspruch. Afflecks privates Verhalten, von dem wir die Wahrheit nicht kennen, korrespondiert nicht mit den Inhalten des Films.

All das ist bei Nate Parker anders. Die Art, wie er als Person wahrgenommen wird, und die Behauptungen seines Films haben beide mit zwei drängenden Problemen der amerikanischen Gesellschaft zu tun: einerseits dem Kampf gegen Rassismus, für den Parker sensibilisieren will, andererseits der fortschreitenden Sensibilisierung gegenüber sexueller Gewalt, die Parker nicht versteht. Er scheint nicht zu begreifen, dass, wer angesichts von Sex mit einer halb bewusstlosen 18-Jährigen behauptet, er trage keine Schuld, sich dem Rassismus nicht glaubwürdig entgegenstellen kann. Beides sind Formen von Diskriminierung und Gewalt, die verwandten Mechanismen folgen; beide agieren aus einer Position der Macht heraus und nutzen Schutzlosigkeit aus.

Und wer Parker in den vergangenen Monaten bei seinen öffentlichen Ausführungen zuhörte, wie er so selbstbewusst, fast selbstvergessen über Unrecht parlierte, begann sich zu fragen, ob Parker seinen eigenen Film überhaupt verstanden hat.

Nur deswegen lässt sich die Kunst in diesem Fall nicht mehr von ihrem Autor trennen. Er hat sich selbst durch sein Verhalten zum Teil des Werks gemacht. Afflecks Verhalten, wenn etwas dran ist, kann man nur verurteilen. Seine Leistung in "Manchester by the Sea" kompromittiert es nicht.

Im Video: Filmausschnitte aus "Manchester by the Sea"

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Wird er also am Sonntag den Oscar gewinnen? Möglicherweise am Ende doch nicht - trotz aller Chancen. Und auch das hätte mit Nate Parker zu tun.

Nach der #OscarsSoWhite-Kampagne vom vergangenen Jahr und dem diesjährigen Debakel mit Nate Parker sehnt sich die Academy nach einem anderen schwarzen Preisträger. Zum Glück steht Denzel Washington bereit.

Er wurde vor ein paar Wochen mit dem Preis der Screen Actors Guild (in der auch viele Mitglieder der Oscar-Academy sitzen) bedacht für seine Rolle im Film "Fences". In den letzten zwölf aufeinanderfolgenden Jahren hat der Träger dieses Preises ein paar Wochen später auch den Oscar gewonnen.

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criticalthoughts 25.02.2017
1. Guter Artikel
Schön geschrieben bei einem so heiklen Thema, in dem man die westliche Justiz achten, aber auch kritisieren muss, ohne in polemische oder misandristische Argumentationen zu verfallen. Dafür habe ich gerne 0,39€ ausgegeben.
HanaBA 25.02.2017
2. VIelleicht
Gibt es auch einfach einen sehr grossen Unterschied zwischen einem ekelhaften und sexistisch abstossendem Verhalten und einer Vergewaltigung. So schlimm Ersteres ist, das will ich gar nicht marginalisieren - vor allem für die Opfer; ist eine Vergewaltigung doch um einiges traumatischer und für das eigene Leben einschneidend.
citi2010 25.02.2017
3. Ein guter Artikel...
... für den ich auch gerne bezahlt habe. Richtig ist sicherlich, dass hier mit zweierlei Mass gemessen wird, was die öffentliche Demütigung betrifft. Was die Oscars betrifft muss man aber auch festhalten, dass Birth of a Nation v. Nate Parker kein wirklich guter Film ist. Die Absicht ist deutlich hochwertiger als die Umsetzung. Es ist auch kein schlechter Film, aber eben doch ein insgesamt künstlerisch sehr gewöhnlicher Film der lediglich durch das Sujet auffällt. Ausserdem hat sich Parker sehr viel mehr exponiert als Affleck, der ja lediglich Darsteller in seinem Film ist.
agent_spalko 25.02.2017
4. Brie Larson
Mag sein, dass Brie Larsons Reaktion Absicht war. Aber bei den Screen Actors Guild Awards hat Sie Denzel Washington auch nur die Trophäe auf das Pult gestellt. Kein Handschlag, keine Umarmung, kein obligatorisches Küsschen. Nur ein kurzer Klaps auf die Schulter.
facemelter 25.02.2017
5.
Möglicherweise, ja. Wir werden es nie erfahren. Der Vergleich ist natürlich interessant. Dass Afflecks Imageschaden bis dato vergleichsweise gering ausfällt, liegt sicherlich an seiner Hautfarbe, seinen finanziellen Möglichkeiten und seiner Lobby, zur der ja bekanntlich sein Bruder Ben und Matt Damon gehören. Schwierig sich da als Außenstehender ein Urteil zu erlauben. Schon gar nicht im Fall von Casey Affleck, wo ja fast niemand so richtig weiß, was eigentlich passiert ist. Wiegesagt: Aussage gegen Aussage. Seine schauspielerische Leistung in Manchester By The Sea war allerdings in der Tat oscarreif und ich würde ihm die Auszeichnung gönnen.
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