14.12.2010

SOLL MAN TIERE IM WINTER FÜTTERN?

JA Josef Reichholf
DER KöRPER EINES VOGELS IST 40 BIS 42 GRAD CELSIUS WARM, also viel wärmer als der eines Menschen. Das Gefieder schützt den Vogel wie eine Daunenweste. Trotzdem verliert er die ganze Zeit Wärme, vor allem im Winter. Er braucht eine Menge Energie, um die Körpertemperatur zu halten - also gutes Futter. Und das wird im Winter oft von Schnee überdeckt. Darum ist es wichtig, Vögel schon im Spätherbst zu füttern, wenn es noch nicht so kalt ist. Dann können sie sich rechtzeitig vor den frostigen Monaten Vorräte an Fett aufbauen. Damit die Tiere nicht krank werden, muss man aber auf gutes Futter achten: für Finken frisches Körnerfutter, für Meisen Fettfutter, Rosinen oder Haferflocken. Auf keinen Fall dürfen die Sachen gesalzen sein. Genauso wichtig ist es, die Futterstellen sauberzuhalten, um Krankheitserreger zu vermeiden. Mit der richtigen Nahrung kann man Tieren also über den Winter helfen. Außerdem kann man sie beim Füttern gut beobachten. Das Füttern von Rehen und Wildschweinen sollte man aber den Förstern und Jägern überlassen.
NEIN Torsten Reinwald
VöGEL ZU FüTTERN IST NATüRLICH SPANNEND. Für Amsel, Kohlmeise oder Spatz ist gekauftes Vogelfutter aber nicht lebenswichtig. Sie finden normalerweise im Winter auch so genug Fressbares. Eigentlich leiden hauptsächlich Greifvögel wie der Mäusebussard unter Schnee und Eis. Aber mit Meisenknödeln können sie nichts anfangen: Sie fressen Fleisch. Außerdem macht schlechtes Futter die Tiere krank. Deshalb sollten Wildtiere keine Essensreste bekommen. Für Enten zum Beispiel ist Brot nicht geeignet, weil es Backtriebmittel enthält und im Magen aufquillt. Dadurch fühlt sich der Vogel satt, auch wenn er es gar nicht ist. Im Wald sind Essensreste ebenfalls gefährlich: Bei Pflanzenfressern können sie Verdauungsprobleme verursachen. Der Magen von Rehen verträgt keine Geschmacksverstärker oder Gewürze - die Tiere können daran sogar sterben. Wildtiere sollten also nur von Fachleuten gefüttert werden. Sie wissen, welche Nahrung die richtige ist, und können die Futterstellen regelmäßig säubern. Die Profis dürfen übrigens erst dann spezielles Futter in den Wald bringen, wenn die Behörden es erlauben, wenn also "Notzeit" herrscht.

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