16.08.2011

NATUR + TECHNIK

DER FALL DES NINJAS

Vorgestellt von Thomas Feibel, Herausgeber des Kindersoftware-Preises "Tommi"
Die meisten Spiele für den Nintendo 3DS sehen toll aus, bieten aber keine neuen Ideen. Eine Ausnahme ist "Cubic Ninja". Wer den kleinen viereckigen Helden namens CCM steuern will, muss nicht mehr hektisch auf den Knöpfen herumdrücken. Der Blechkamerad bewegt sich nur dann durch die 100 Level, wenn der 3DS nach rechts, links, oben oder unten geneigt wird. Und manchmal muss man ihn auch über dem Kopf halten. Dann purzelt, plumpst und rumpelt CCM durch graue Welten, um den jeweiligen Ausgang zu finden. Mal hindern ihn gefährliche Hürden daran, mal ändert sich die Schwerkraft, und dann sind da noch die Gegner: zum Beispiel fauchende Dinos oder der Piepbot, ein Vogel aus Blech, der immer wieder mit Wirbelstürmen angreift. Leider ist "Cubic Ninja" rasch durchgespielt. Aber CCM sammelt auf seinen Wegen auch Bauteile ein, mit denen er Ausgänge, Hindernisse und Wege errichten kann. Damit kann jeder seine eigenen Levels gestalten - ein großer Spaß.
"Cubic Ninja" für Nintendo 3DS; Ubisoft; ca. 25 Euro.

EULE MIT BEULE

Rums! In der englischen Stadt Kendal ist vor kurzem eine Eule gegen die Scheibe eines Hauses geknallt. Dabei hinterließ sie einen weißen Abdruck auf dem Glas. Er zeigt Schnabel, Federn und Flügel - ein schleierhaftes Bild der Eule. Woher kommt das? Experten vermuten, dass sogenannte Puderdunen den Abdruck verursacht haben. Das sind spezielle Federn, die manche Vögel haben. Die Spitzen dieser Federn zerfallen immer wieder zu feinem Staub, mit dem die Vögel ihr Gefieder säubern. Der Staub schützt das Federkleid auch vor Wasser. Es muss heftig gestaubt haben, als die Eule gegen die Scheibe knallte. Aber wahrscheinlich ist der Vogel mit dem Schrecken und Prellungen davongekommen. Ums Haus herum war er jedenfalls nirgends zu finden.

REISE INS NICHTS

Wer heute einen bestimmten Ort auf der Erde sucht, gibt ihn im Internet auf Google Earth ein. Aber das war nicht immer so einfach. Lange Zeit kannten die Menschen vielleicht ihr Dorf, ihre Stadt oder die Wälder und Flüsse ihrer Heimat, doch von anderen Kontinenten hatten sie keine Ahnung. Auf ihren Weltkarten gab es viele weiße Flecken. Deshalb versuchten mutige Entdecker, mehr über die Erde herauszufinden. Einer der ersten war der Grieche Pytheas, der vor knapp 2400 Jahren in Richtung Norden segelte: dorthin, wo das Meer halb gefroren war. Andere Entdecker erklommen die höchsten Berge der Welt. Sie stiegen mit Ballons über 10 000 Meter hoch oder tauchten bis in die Tiefsee. Mehr über ihre Abenteuer erfährt man im Buch "Große Entdecker". Darin kann man auch eine Menge selbst entdecken. In dem Buch sind viele bunte Landkarten und Zeichnungen zum Aufklappen: von Schiffen, Raketen oder Karawanen.
Stewart Ross: "Große Entdecker. Wagemutige Reisen von der Tiefsee bis ins All". Gerstenberg Verlag; 19,95 Euro; ab 8 Jahre.

DIE ÄFFCHEN SEHEN AUS WIE KLEINE PUNKS!

Der Brite David Slater, 46, ist Tierfotograf. Während einer Reise im indonesischen Regenwald hat ihm ein Affe eine Kamera geklaut - und Hunderte Schnappschüsse geknipst. Dabei entdeckte das Tier ein Lieblingsmotiv: sich selbst.
Wie kam der Affe an Ihre Kamera?
Ich war im Dschungel unterwegs, als ich auf eine 25-köpfige Horde wilder Schopfmakaken stieß. Nachdem ich zwei Tage mit ihnen im Regenwald verbracht hatte, akzeptierten sie mich als Familienmitglied, berührten und lausten mich sogar. Die Tiere hatte alle Scheu vor der Kamera verloren …
... und auch kapiert, wie man sie bedient.
Wir machten gerade eine Pause, als sich ein Affe meinem Stativ mit der Kamera näherte. Er war fasziniert von diesem Ding. Auch weil sich sein Gesicht in der Linse spiegelte. Er schnitt Grimassen und spielte mit den Knöpfen herum. Dann fand er den Auslöser und schoss Hunderte von Bildern. Nach einiger Zeit verlor er die Lust, da konnte ich mir die Kamera zurückholen.
Die meisten Bilder machte der Affe von sich selbst, oder?
Ja, er war witzig, frech und extrem fotogen. Die Äffchen sehen aus wie kleine Punks. Die Session mit ihnen dauerte nur 30 Minuten, aber die zählen zu den besten in meinem Leben als Fotograf.
Wie talentiert sind Ihre Laienkollegen?
Ehrlich gesagt, die allermeisten der Bilder sind doch ziemlich unscharf geworden. Total verwackelt.
So fröhlich die Tiere auf den Fotos aussehen - die Schopfmakaken sind vom Aussterben bedroht.
Auch deshalb freue ich mich, dass die Bilder weltweit in den Zeitungen gedruckt werden. Ich hoffe, dass die Menschen vielleicht jetzt begreifen: Diese Tiere brauchen Schutz!

Dein SPIEGEL 9/2011
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