AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 24/2016

Lebensläufe Man nennt sie die Douglas-Babys

Seit 70 Jahren beobachten Forscher das Leben Tausender Briten. Die Probanden, die bestuntersuchten Menschen der Welt, werden begleitet von der Geburt bis zum Tod. Wie fühlt es sich an, wenn das ganze Leben überwacht wird? Zwei Studienteilnehmer berichten.

Studienteilnehmer Ashton in den Armen seiner Mutter Nora, 1946

Studienteilnehmer Ashton in den Armen seiner Mutter Nora, 1946

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Sie waren dabei, als Margaret und Ken geboren wurden, und nun warten sie darauf, dass Margaret und Ken sterben.

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Heft 24/2016
Warum wir die Briten brauchen. Why Germany needs the British

Seit deren Geburt haben Ärzte das Leben beider vermessen. Die Mediziner haben den Tag aufgezeichnet, an dem die beiden ihre ersten Schritte taten, ebenso wie jenen, an dem ihr Gang an Sicherheit verlor. Der Gedanke an die Kurve, die sich dem Ende zuneigt, grämt Margaret und Ken nicht - er erfüllt sie mit Stolz: Dann wird enden, was 1946 begann.

Margaret Allan und Ken Ashton kommen in einer kalten Frühjahrswoche zur Welt. Er am 3. März in Manchester, sie vier Tage später, 300 Kilometer weiter nördlich, in einem Geburtshaus in Glasgow - ein mehr als dreieinhalb Kilo schweres, schreiendes Bündel.

Acht Wochen nach der Entbindung klopfen Krankenschwestern und Hebammen an die Tür. Sie erklären den Müttern, dass alle Kinder, die zwischen dem 3. und dem 9. März geboren wurden, Teil einer riesigen Studie würden. Dass sie die Chance erhielten, die Art und Weise zu verändern, wie Kinder in Großbritannien zur Welt kommen. Wie viel das Kind wiege, fragen sie, und wie groß es sei. Sie zählen die Räume im Haus und notieren, wie viel die Familie verdient.

Fortan untersuchen Forscher 5362 (der ursprünglich 13.687) Kinder im Durchschnitt alle drei Jahre; sie ermitteln IQ, Gewicht, die emotionale Verfassung. Das Leben der Douglas-Babys, die benannt wurden nach James Douglas, dem Arzt, der die Studie begründete, wird mehr als 700 wissenschaftliche Aufsätze nach sich ziehen und fast ein Dutzend Bücher. Und es wird britische und internationale Politik verändern.

Hässliche Wahrheiten

Als beispielsweise London am Smog erstickt, beweisen Forscher anhand der Douglas-Babys, dass Luftverschmutzung Asthma und Bronchitis auslöst. Sie zeigen, dass schon im Mutterleib die Voraussetzungen für einen Herzinfarkt gelegt werden und dass die Frage, ob wir gesund altern, statistisch viel damit zu tun hat, wie schwer wir als Baby waren.

Der National Survey of Health and Development ist die gründlichste und längste Kartierung menschlicher Entwicklung, die es je gab. "Diese Studie", schreibt die britische Journalistin Helen Pearson in ihrem Buch, "hält unserer Gesellschaft den Spiegel vor, und was wir dort erkennen, gefällt uns nicht immer." ("The Life Project: The Extraordinary Story of Our Ordinary Lives". Allen Lane, London; 412 Seiten; 23,90 Euro.) Zwar mag es faszinieren, das Leben als Versuchsaufbau zu sehen, doch das Experiment offenbart auch hässliche Wahrheiten.

Schon bald zeigt die Studie, wie Ungleichheit das Land bestimmt; dass Kinder wie Margaret und Ken zur gleichen Zeit im selben Land geboren werden und doch in unterschiedliche Welten.

Vierjähriger Ashton: Er stellt sich vor, dass sie Elefanten jagen

Vierjähriger Ashton: Er stellt sich vor, dass sie Elefanten jagen

Ken wächst in einer Sozialwohnung in der Stadt auf, Margaret in einem stattlichen Haus auf dem Dorf. Sein Vater arbeitet als Telefontechniker, ihrer erbt den Stoffladen des Großvaters. Manchmal kutschiert Margarets Mutter die Kinder im Auto ans Meer, wo sie am Strand Stullen essen und in die Wellen springen. Die einzigen Autos, die in Kens Straße fahren, sind das des Milchmanns und das des Hausarztes.

Ken entwickelt sich zu einem großen, kräftigen Jungen, der nicht gern liest, aber gern beobachtet: die Züge, die auf den Gleisen hinterm Haus vorbeirattern; die Arbeiter, die aus den Ziegeln der zerbombten Häuser die Straße vor dem Haus aufschütten. Er mag die Maschinen, die Dampf ausstoßen. Mit seinem Kumpel James buddelt er Löcher im Garten. Sie stellen sich vor, dass sie Elefanten jagen - bis Nachbarskind Rosaline in die Falle stürzt.

Margaret bleibt zart und klein, ihr Leben lang. Im Winter sieht sie zu, wie sich eine Schicht Eis von innen auf das Fensterglas legt. Im Sommer klettert sie auf Bäume, bastelt Pfeil und Bogen.

Ken und Margaret sind noch jung, als Großbritannien von der Kohortenstudie erfährt. Zum ersten Mal veröffentlicht Douglas, wie seine Schützlinge heranwachsen - und die Ergebnisse erschüttern: In armen Familien sterben bei der Geburt doppelt so viele Babys wie in reichen.

Der gerade gegründete Gesundheitsdienst wird daraufhin reformiert. Was heute zumindest in der westlichen Welt als selbstverständlich gilt, wird damals zum Gesetz: Mütter müssen für die medizinische Versorgung bei der Geburt ihrer Kinder nicht zahlen. Sie erhalten Muttergeld, damals noch 13 Wochen lang.

"Vergeudung von Talent"

Die Douglas-Kinder gehen bereits zur Schule, als sie erneut Empörung auslösen. Wie alle britischen Elfjährigen legen sie eine Prüfung ab, deren Ausgang darüber entscheidet, wer es aufs Gymnasium schafft. Der Test soll für alle, egal welcher Herkunft, die gleichen Chancen schaffen. Doch er bewirkt das Gegenteil: Die Kinder der Arbeiterklasse sind klug, das zeigen IQ-Tests. Aber die Prüfung versemmeln sie.

Die Zeitungen prangern die "Vergeudung von Talent" an. Kinder müssten gefördert werden, fordert Douglas. Gerade jene, deren Eltern sich nicht kümmerten. Bei denen die Lehrer allzu oft dachten: Repariert der Vater Telefone, kann auch der Sohn nicht allzu gescheit sein.

Wie Ken eben. Der rasselt durch.

60 Jahre später macht er sich nicht mehr viel daraus. Ken Ashton, ein Mann wie ein Fass, sitzt am Esstisch und stapelt Putenbrustscheiben, Lachs und Oliven auf seinem Teller. Er hat herausgefunden, "dass man so viel essen kann, wie man will, solange es das Richtige ist". Fünf Kilo habe er auf diese Weise abgespeckt.

Seine Jugend war die eines Arbeiterkindes, sagt er, und wunderschön. An Geld mangelte es nicht, aber am Monatsende war auch nie etwas übrig. Niemand erwartete, dass "einer wie ich" es auf die Uni schafft. Warum auch? Die Wirtschaft blüht 1962, und der technisch begabte Ken kann zwischen drei Jobs wählen. Er beginnt für eine Firma zu arbeiten, die Turbinen und Kraftwerke baut. Mit 19 Jahren heiratet er ein Mädchen aus dem Viertel.

Sechsjährige Allan: Sie klettert auf Bäume, bastelt Pfeil und Bogen

Sechsjährige Allan: Sie klettert auf Bäume, bastelt Pfeil und Bogen

Ein Jahr zuvor ist Margaret an die University of Glasgow gewechselt, um Latein, Englisch, Deutsch und Französisch zu studieren. Mit 21 Jahren arbeitet sie für British European Airways beim Bodenpersonal. Die ersten Jumbojets starten vom Flughafen Heathrow. Sie und ihr Mann, ein Flugbegleiter, fliegen nach New York. Vier Tage im Lexington, acht Pfund pro Person, und so wie Margaret nun lächelt, weiß man: Acht Pfund galten auch damals schon als Schnäppchen.

Margaret sitzt auf ihrem Sofa. Manchmal schlüpft sie aus ihren Schuhen, dann kommen die orange lackierten Fußnägel zum Vorschein. Ihre Familie war nie reich, und sie ist es auch heute nicht. "Aber unser Name hatte im Ort einen bestimmten Klang." Für sie, ein Kind der Mittelschicht, stand fest, "dass ich studieren würde".

Erbe einer armen Kindheit

Im März 1982 feiern Margaret Allan und die anderen Douglas-Babys ihren 36. Geburtstag. Margaret ist mittlerweile Mutter zweier Töchter. Auch Ken Ashton hat Kinder, lässt sich aber nach 19 Jahren scheiden. Sie müssen den Forschern nun Fragen beantworten wie: "Husten Sie am Morgen Schleim? Hat Sie in den vergangenen vier Tagen irgendetwas zum Transpirieren angeregt? Haben Sie jemals erwogen, Ihr Leben zu beenden?" Krankenschwestern messen Blutdruck und Lungenfunktion. Die Teilnehmer werden gebeten aufzuschreiben, was sie innerhalb der nächsten sieben Tage essen und trinken. Mit 43 und mit 53 Jahren werden sie erneut untersucht.

Die Forscher beobachten, wie sich die Bäuche der Nachkriegskinder, die immer schlank waren, jenseits des 40. Geburtstags runden, weil sie zu viel im Auto sitzen und Süßes essen. Die Forscher sehen zudem eine Entwicklung, die sich von den jungen Jahren bis in die Gegenwart zieht: Jene Männer und Frauen, die schmächtig zur Welt kamen oder in ärmlichen Verhältnissen aufwuchsen, leiden mittlerweile eher an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Viele von ihnen wachsen zu dicken Erwachsenen mit hohem Blutdruck heran. Ihr Gedächtnis arbeitet schlechter, sie altern schneller und sind häufiger krank.

Jahrzehnte nach Beginn der Studie zeigt sich: Ein Mensch trägt am Erbe einer armen Kindheit ein Leben lang. Sie beeinflusst nicht nur die Schullaufbahn, sondern auch, wer mit Anfang fünfzig einen Herzinfarkt erleidet oder an Diabetes erkrankt. Es ist, als hätte der Architekt des Lebens bei ihnen gepfuscht. Wie ein Haus aus Billigbeton: Beim ersten Schubs fällt es zusammen.

"Der Gedanke, dass Ereignisse in jungen Jahren unsere Gesundheit Jahrzehnte später prägen, existiert seit 150 Jahren. Aber zum ersten Mal liefert uns eine Kohortenstudie einen empirischen Beweis", sagt Diana Kuh.

Studienteilnehmer Ashton: "Die Überzeugung, dass Intelligenz und Herkunft zusammenhängen, hat die Studie ein für alle Mal gesprengt"
Andrew Fox / DER SPIEGEL

Studienteilnehmer Ashton: "Die Überzeugung, dass Intelligenz und Herkunft zusammenhängen, hat die Studie ein für alle Mal gesprengt"

Wenn Douglas so etwas wie der Vater der Douglas-Kinder ist, dann ist Kuh die Tante, die sie nach Papas Tod zu sich nimmt. Sie stößt 1987 zu der Forschungsgruppe, 2007 übernimmt sie die Kohorte.

Da sind die Douglas-Babys 61. Mittlerweile leiden 85 Prozent von ihnen an Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, Bluthochdruck oder Schilddrüsenüberfunktion. Fast die Hälfte klagt über häufige Müdigkeit, etwas weniger sind inkontinent, ebenso viele klagen über chronische Schmerzen. Ein Viertel schluckt mindestens fünf Medikamente. Aus einer Untersuchung über den Beginn des Lebens ist eine über das Altern geworden.

In die Jugend investieren

Kuh sitzt in ihrem Büro. Sie ist die Hüterin über die Daten Tausender Leben, darin versteckt in der Statistik die Geheimnisse eines gesunden Alterns. Hat sie die eigenen Erkenntnisse beherzigt? "Ha", sagt sie, "schön wär's." In ihren Knien zwickt das Rheuma, und Kuh, nur sechs Jahre jünger als ihre Probanden, klagt, dass sie sich nicht genug bewege.

Industrieländer interessieren sich für Kuhs Ergebnisse, weil die Menschen überall dort, wo es ihnen gut geht, älter werden als jemals zuvor. In Großbritannien zum Beispiel machen in 17 Jahren die über 65-Jährigen fast ein Viertel der Bevölkerung aus.

Ein paar einfache Tests, hofft Kuh, könnten eines Tages zum Beispiel solche Männer und Frauen identifizieren, denen mehr Sport helfen würde, den körperlichen Verfall zu bremsen.

Ab dem Alter von 50 Jahren wurde bei den Probanden gemessen, wie sehr die Kraft ihres Händedrucks nachlässt. Ob sie eine halbe Minute auf einem Bein balancieren können, wie schnell sie von einem Stuhl aufstehen und sich wieder setzen können. Wer sich in mittleren Jahren schwertat mit diesen Aufgaben, hatte ein höheres Risiko, in den darauffolgenden 13 Jahren zu sterben.

Eine Langzeitstudie kann offenbaren, wie Menschen sich entwickeln. Aber sie liefert nur erste Hinweise darauf, welche Prozesse dabei stattfinden. Ob ein Phänomen die Ursache ist für ein anderes - das müssen andere Experimente beweisen.

Studienteilnehmerin Allan: "So alt bin ich nun auch wieder nicht"
Andrew Fox / DER SPIEGEL

Studienteilnehmerin Allan: "So alt bin ich nun auch wieder nicht"

So haben Douglas und seine Erben herausgefunden, dass es die zarten, kleinen Babys sind, die später mit 60 einen eher schlaffen Händedruck haben. Dass das Alter des Kindes, in dem es zu laufen beginnt, und seine geistigen Fähigkeiten etwas darüber aussagen, ob es als Rentner noch auf einem Bein balancieren kann. Aber warum ist das so? Die Forscher spekulieren, dass Erwachsene mit schwachen Muskeln bereits mit weniger Muskelzellen geboren werden. Und dass die Frage, ob sie im hohen Alter noch balancieren können, mit der Entwicklung ihres Gehirns zusammenhängt.

"Aber", sagt Kuh, "man muss auch nicht die ganze Biologie verstehen, um zu erkennen, dass Menschen ein Leben lang an den Folgen sozialer Ungleichheit in der Kindheit tragen. Und dass es sich auszahlen dürfte, in die Jugend zu investieren." Mediziner am Londoner University College haben ausgerechnet, wie es sich auswirken würde, wenn alle Briten so gesund wären wie die britischen Akademiker: Es stürben 200.000 Menschen weniger im Jahr. Die Produktivität läge bis zu 33 Milliarden Pfund höher.

Für Großbritannien sind das schlechte Nachrichten. Als die Kohorte zur Welt kam, verbreitete die Regierung Optimismus. Der Krieg war ein halbes Jahr zuvor zu Ende gegangen, Essen und Kohlen waren rationiert, aber die Menschen sollten glauben, es ginge aufwärts.

Heute will das Land vor allem verharren. Den Sozialstaat, den die Generation der 1946 Geborenen mitformte, kürzt die Regierung seit Jahren zusammen. Seit 2014 können Universitäten bis zu 9000 Pfund Studiengebühren pro Jahr verlangen, 115.00 Euro.

Kuh war selbst eines der Kinder, denen die britische Klassengesellschaft keine große Zukunft einräumte. Ihr Vater arbeitete im Krieg als Matrose und starb mit 48 Jahren. Sie schaffte es dank eines Stipendiums nach Cambridge und machte ihren Abschluss in Wirtschaftswissenschaften.

Manchmal schaut sie in die Daten und sieht sich selbst. Es sind Männer und Frauen wie sie, die zu den spannendsten Probanden gehören. Jene, die das Schicksal wendeten. Es sind solche, deren Eltern sich kümmerten und die ein hohes Maß an Willen zeigten.

Erfolgreiches Arbeiterkind

Doch das Schicksal, das zeigt Kuhs Studie ebenfalls, liegt auch in jedermanns eigener Hand - unabhängig vom Alter. Wer Sport treibt, Neues lernt, der kann sein Gedächtnis verbessern, seinen Wortschatz, seine Beweglichkeit. So ist Kuhs Botschaft am Ende eine hoffnungsvolle: "Die Herausforderungen des Lebens mögen uns auf eine bestimmte Bahn setzen, aber es obliegt uns, die Richtung zu ändern." So wie Ken Ashton, der mit 38 Jahren abbog. Er gab seine Baufirma auf, die er mittlerweile leitete, und belegte einen Computerkurs. Es war das erste Mal, dass er eine Maus in der Hand hielt. Er kannte Computer nur aus dem Kino, ahnte aber, dass sie bald auch in seiner Welt ankommen würden.

Er hatte recht. 2007 kauft eine Firma das Softwareunternehmen auf, das er damals gegründet hatte. Ken lässt sich auszahlen und geht in Rente. Vier Monate vor der Bankenkrise.

Ken schaut auf sein Haus, ein 300 Jahre altes Gebäude. Auf den Rasen und den kleinen Bachlauf, den er per Fernbedienung sprudeln lassen kann. "Hätten wir damals nicht verkauft, vielleicht besäßen wir heute nichts." Seine Frau rutscht näher an ihn heran, und sie erzählen von ihren Reisen um die Welt. Als ihr Motorrad in Belfast kaputtging, der Regen strömte und sie hinter ihm stand, den Mantel über ihn gebreitet, während er versuchte, den Motor zu reparieren. Als ihr Auto im indischen Dschungel liegen blieb und die Dorfbewohner ihnen Schnaps anboten, den sie aus Palmen gebraut hatten - so stark, dass er den Motor antrieb. "Hat bestialisch gestunken", sagt Ken.

Er sei immer noch ein Arbeiterkind. Nur eben ein erfolgreiches. "Die Überzeugung, dass Intelligenz und Herkunft zusammenhängen, hat die Studie ein für alle Mal gesprengt." Vor fünf Jahren baten die Ärzte ihn wieder einmal, auf einem Bein zu stehen. Als sie ihn aufforderten, die Augen zu schließen, geriet er aus dem Gleichgewicht.

Margaret ging es genauso.

Die Kohorte schrumpft. Beinahe 20 Prozent der Teilnehmer sind verstorben. Kuh hat ausgerechnet, wie es von nun an weitergeht: In 14 Jahren werden noch 1400 der Douglas-Kinder leben. 2046 möglicherweise noch 300.

"Ich befinde mich auf dem Abhang namens Alter, und der einzige Weg führt nach unten", sagt Margaret Allan. Ihr Gesicht liegt in Falten, und auf der Stirn sind ein paar Altersflecken. Aber 70 Jahre? Niemals. Sie lächelt.

Zum 70. Geburtstag gab der Medical Research Council, der die Studie finanziert, eine Feier für die Douglas-Kinder. Es war wie ein Klassentreffen mit Unbekannten. Margaret nippte am Tee, und manchmal, wenn sie jemanden beäugte, dachte sie: "So alt bin ich nun auch wieder nicht."

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