07.12.2016

11.10.2016Spiel mit dem Feuer

Das Gerät, das bald ein ganzes Land in Depressionen stürzen wird, das für Brandverletzungen verantwortlich sein soll und zur Evakuierung eines Flugzeugs führt, dieses Smartphone also ist anfangs der ganze Stolz Südkoreas. Galaxy Note 7 heißt das Gerät, das Samsung im August auf den Markt bringt, ein Luxushandy. In den USA kostet es 850 Dollar, es soll Apples iPhone übertrumpfen.
Doch bald gibt es Probleme mit dem Galaxy Note 7, Berichte, wonach sich die Akkus einzelner Geräte überhitzen und Feuer oder gar Explosionen auslösen können. Anfang September ruft Samsung rund 2,5 Millionen bereits ausgelieferte Handys zurück, um die Akkus auszutauschen. Immer neue Berichte über verschmorte Smartphones setzen dem Unternehmen zu. Einige Fluggesellschaften verbieten ihren Passagieren, das neue Samsung-Handy an Bord zu benutzen. In den USA muss ein Flugzeug kurz vor dem Start wegen eines brennenden Smartphones geräumt werden. Schließlich empfiehlt der südkoreanische Konzern seinen Kunden, das Note 7 auszuschalten und überhaupt nicht mehr zu benutzen, weil das Gerät "ein Sicherheitsrisiko" darstellen könnte.
Am 11. Oktober, kurz vor dem Verkaufsstart in Deutschland, gibt Samsung bekannt, die Produktion des Galaxy Note 7 endgültig einzustellen – ein beispielloses Debakel und eine nationale Schande für viele Südkoreaner. Samsung trägt rund ein Fünftel zur gesamten südkoreanischen Volkswirtschaft bei.

SPIEGEL Chronik 1/2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


  • Korallenforscherin Verena Schoepf: Im Wettlauf gegen den Klimawandel
  • Tropensturm in Houston: Passanten retten Lkw-Fahrer das Leben
  • Klimastreik in New York: Greta Thunberg spricht vor Zehntausenden
  • Aufregender Trip: Kajak-Tour durch leuchtendes Wasser