06.12.2017

09.03.2017Problem entsorgt

Seit 55 Jahren liefern Atomkraftwerke in Deutschland Strom, ohne dass geregelt ist, was mit dem Atommüll geschehen wird. Pläne, ein Endlager im niedersächsischen Gorleben zu bauen, ließen sich nicht durchsetzen. So entstanden Zwischenlager, in denen über 10 000 Tonnen verbrauchte Brennstäbe auf eine Lösung warten. Nun ist das Atomzeitalter hierzulande bald Geschichte – die Bundesregierung hat beschlossen, dass bis Ende 2022 alle Atommeiler stillgelegt werden müssen. Und der Müll?
Anfang März einigt sich der Bund nach langen Verhandlungen mit den vier großen deutschen Energiekonzernen auf einen Pakt zur Entsorgung der atomaren Altlasten. 47 Milliarden Euro müssen die Unternehmen zahlen für das Ende einer Technologie, die ursprünglich billigen Strom in nahezu unbegrenzter Menge liefern sollte. Die Hälfte des Geldes wird gebraucht, um die Kraftwerke abzureißen und den Müll zu verpacken. Die andere Hälfte fließt in einen staatlichen Fonds, mit dem der Bund die Suche und Unterhaltung eines Endlagers finanzieren will.
Für die Energiekonzerne ist der Entsorgungspakt eine Befreiung. Sie können sich damit auf andere Felder konzentrieren. Für den Bund und vor allem die Steuerzahler ist er eine Wette auf die Zukunft: Ob das Geld im Fonds für Suche und Einlagerung des Mülls reicht, ist völlig offen. Bis 2031 soll ein Ort gefunden sein, an dem der Müll für eine Million Jahre sicher ruhen kann.

SPIEGEL Chronik 1/2017
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