10.12.2008

SÜDAFRIKAMbeki gibt auf

Er war umstritten, unpopulär und am Ende sogar in seiner eigenen Partei, dem Afrikanischen Nationalkongress (ANC), nahezu verhasst. Zermürbt von heftigen parteiinternen Attacken tritt der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, 66, vorzeitig zurück und stürzt damit den Kap-Staat in die "schwerste Krise seit dem Ende der Apartheid" ("Süddeutsche Zeitung"). Auf den vakanten Chefposten spekuliert Mbekis schärfster Rivale und Kontrahent, ANC-Chef Jacob Zuma, 66. Er ist der neue Liebling der Massen, Wortführer der Linken, der den Millionen Armen in den Townships ein besseres Leben verspricht. Zuma hat allerdings auch keine blütenweiße Weste mehr. Der eloquente Volkstribun, der als Freiheitskämpfer zehn Jahre lang auf der Gefängnisinsel Robben Island inhaftiert war, stand wegen einer Vergewaltigungsanklage schon vor Gericht und ist in einen noch nicht aufgeklärten Waffen-Bestechungsskandal verwickelt. Zuma war Chef der südafrikanischen Aids-Kommission, als er ungeschützt mit einer HIV-infizierten Frau verkehrte und bekannte, nach dem Koitus habe er sich mit einer Warmdusche gegen eine Infektion geschützt. Bis zur Parlamentswahl im April 2009 übernimmt ein hoher ANC-Funktionär die Amtsgeschäfte.

SPIEGEL Chronik 54/2008
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