10.12.2008

KRIMINALITÄTSex, Video und Erpressung

Susanne Klatten, Tochter des Industrie-Magnaten Herbert Quandt, ist die reichste Frau Deutschlands - eine öffentlichkeitsscheue Großaktionärin, die ihr Privatleben strikt geheim hält und mit Ehemann und drei Kindern in München residiert. Ausgerechet diese milliardenschwere Anonyma steht im Mittelpunkt einer Erpressung mit sexuellem Hintergrund, die jetzt in der italienischen Presse publik wird. Die amouröse Affäre hatte im Sommer 2007 in einer österreichischen Hotelbar begonnen. Dort hatte sich die ahnungslose Unternehmerin in den smarten Schweizer Helg Sgarbi verguckt - einen vorbestraften Hochstapler, der es auf vermögende Damen abgesehen hat. In einer Münchner Mietwohnung und im Hotel Holiday Inn, Zimmer 629, trifft sich das Pärchen zum Liebesspiel, nebenan lauert ein Komplize mit einer Videokamera. Und so wird aus der Romanze rasch ein infames Bubenstück. Klatten bleibt noch cool, als der Casanova eine wüste Mafia-Story auftischt und sieben Millionen Euro fordert. Erst als der Eid- und Bettgenosse tolldreist 290 Millionen für eine Fonds-Investition verlangt und Sexfotos schickt, geht sie zur Polizei. Im Januar wird Sgarbi verhaftet, die italienischen Behörden schnappen den Kompagnon Ernano Barretta, den sie für den Mastermind einer gutorganisierten Erpresserbande halten.

SPIEGEL Chronik 54/2008
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