09.12.2009

PROZESSEEnde eines Gigolos

Es ist das Nachspiel einer verhängnisvollen Affäre: In München steht Helg Sgarbi, 44, vor Gericht. Der Schweizer hatte sich darauf spezialisiert, vermögende Damen zu verführen und hinterher zu erpressen. Sein bekanntestes Opfer: Susanne Klatten, Milliardärin, die reichste Frau Deutschlands. Klatten, 47, war dem Gigolo im Lamserhof, einem Wellness-Hotel in Tirol, ins Netz gegangen. Erst gab sie ihm sieben Millionen Euro, weil er ihr vorschwindelte, er habe in Amerika das Kind einer Mafia-Familie angefahren und müsse nun zahlen. Dann zeigte sie ihn an, nachdem Sgarbi sie mit Filmszenen eines amourösen Treffens um weitere Millionen erpressen wollte. Es wird ein kurzer Prozess vor dem Landgericht München I: Sgarbi legt ein Geständnis ab und muss sechs Jahre ins Gefängnis; Klatten und drei anderen Frauen bleibt der peinliche Zeugenauftritt erspart. Keine Rolle spielt im Münchner Prozess der Italiener Ernano Barretta, ein Sektenguru, der als Hintermann des Erpressers Sgarbi gilt und möglicherweise auch die Klatten-Millionen kassiert hat. Barretta steht später im italienischen Pescara vor Gericht. Das Verfahren läuft noch.

SPIEGEL Chronik 54/2009
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