09.12.2009

RELIGIONÜberzogene Kampagne

Für die christlichen Kirchen ist es eine bittere Niederlage. Die Berliner Initiative "Pro Reli" scheitert mit ihrem Vorhaben, durch einen Volksentscheid das Fach Religion an den Schulen der Hauptstadt in den Rang eines normalen Unterrichtsfachs zu heben. An der konfliktgeladenen Abstimmung nehmen nur 29,2 Prozent der Wahlberechtigten teil, von denen mit 51,4 Prozent die Mehrheit auch noch dagegen stimmt. So bleibt an der Spree alles, wie es war: Anders als im Bundesgebiet ist Ethik ein Pflichtfach für alle Berliner Schüler und Religion nur ein freiwilliges Zusatzangebot. Die Ergebnisse des Volksentscheides vom 26. April zeigen allerdings auch, wie gespalten die Stadt ist. 713095 Bürger nehmen an der Abstimmung insgesamt teil, im Osten der Stadt votieren bis zu 77 Prozent mit Nein, im Westen ist die Wahlbeteiligung höher, und die Ja-Stimmen liegen bei über 60 Prozent. Politisch unterstützt wird die Kampagne "Pro Reli" neben den Kirchen von der CDU, der FDP und einigen Prominenten wie Günther Jauch. Die Stimmung wendet sich gegen sie, als Schüler im Religionsunterricht zum Unterschriftensammeln angehalten werden und Pfarrer, die abweichend für Ethik sind, Ärger mit den Bischöfen bekommen.

SPIEGEL Chronik 54/2009
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