AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 33/2016

Trump-Widersacher Khan Mit der Wut eines Heldenvaters

Donald Trump hat Behinderte, Frauen und Ausländer verunglimpft, nichts schien ihm dauerhaft schaden zu können. Bis Khizr Khan das Wort ergriff. Gordon Repinski hat den Mann daheim besucht, über den es vielleicht später einmal heißt: Er hat Trump verhindert.


Ehepaar Khan
Lexey Swall / DER SPIEGEL

Ehepaar Khan

Neun Wochen bevor sein Sohn im Irak getötet wurde, saß Khizr Khan in seinem Haus und schrieb mit dem Füller eine Widmung in die Innenseite eines Buches. "Für Humayun mit Liebe und Gebeten", setzte er an und unterschrieb mit "Dein Baba", "April 2004".

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Heft 33/2016
Warum der Mensch die Meere retten muss

Das Buch, das er ausgesucht hatte, heißt "Why Courage Matters" - warum es auf den Mut ankommt. Geschrieben hat es der Vietnamveteran John McCain, später Präsidentschaftskandidat der Republikaner.

Als Khizr Khan das Paket verschnürte, fühlte er sich für einen Moment wieder wie der Vater eines kleinen Sohnes. Dabei war Humayun Khan schon 27 Jahre alt, Hauptmann der US-Armee, Offizier eines Unterstützungsbataillons im Irak. Aber Jahre vorher, als Humayun noch ein Kind war, hatten die beiden eine Art Spiel entwickelt. Immer einige Wochen nachdem der Vater dem Sohn ein Buch geschenkt hatte, sprachen sie über den Inhalt. Wenn der Sohn dann wusste, was in dem Buch stand, gab der Vater ihm einen Dollar.

Einige Wochen nachdem er die Post abgeschickt hatte, rief der Sohn die Eltern aus dem Irak an. Es war Muttertag. Sie sprachen über Mut und Krieg, das Thema des Buches. Humayun hatte es gelesen, so wie früher. Natürlich bekam er keinen Dollar mehr, aber die beiden spielten ihr Ritual zwischen Vater und Sohn, als wäre Humayun noch immer der kleine Junge. Es war das letzte Mal, dass Khizr Khan mit seinem Sohn sprechen konnte.

Am 8. Juni 2004 wagte sich Hauptmann Khan aus dem Camp Warhorse in Baakuba in der Provinz Dijala heraus. Ein verdächtiges Auto näherte sich. Humayun Khan befahl seinen Soldaten, in der Deckung des Lagers zu bleiben, er werde das Auto selbst überprüfen. Er wollte wohl jene Courage zeigen, von der John McCain geschrieben hatte.

Offizier Humayun Khan um 2004
U.S. Army

Offizier Humayun Khan um 2004

Im Wagen saßen zwei Selbstmordattentäter. Als der Offizier näher kam, zündeten sie die Bombe im Auto. Humayun Khan war sofort tot.

Sein Vater hat sich seither oft gefragt, warum sein Sohn auf das Auto zugegangen ist. Warum musste er als Held sterben, statt nach Hause zu kommen, worum ihn Vater und Mutter im letzten Telefonat gebeten hatten? Es gibt keine Antwort auf die Frage. Man kann nur sagen, dass die Attentäter wohl viel mehr Soldaten töten wollten.

In den zwölf Jahren seit jenem Tag versuchten die Eltern, den Verlust zu verarbeiten, genau wie andere Eltern, die ein Kind verloren haben. Mal jeder für sich, mal mit den beiden anderen Söhnen, mal mit Humayuns deutscher Lebensgefährtin, die er heiraten wollte. Ein Familienschicksal, traurig, doch eines von so vielen.

Dann aber hat Vater Khan die Geschichte seines Sohnes auf dem Parteitag der Demokraten in Philadelphia erzählt. Seitdem ist sie nicht mehr privat. Es ging um Patriotismus, Integration und darum, dass ein Muslim sehr wohl ein guter Amerikaner sein kann.

Die kurze Geschichte des muslimischen Kriegshelden Humayun Khan hat den US-Wahlkampf verändert. Denn mit seiner Rede hat Khizr Khan eine Anklage verbunden: Ginge es nach dem Republikaner-Kandidaten Donald Trump, sagte Khan, hätte ein Muslim wie Humayun gar nicht in den USA leben dürfen. Sein Sohn habe sich für das Land geopfert. Trump dagegen habe in seinem ganzen Leben "nichts und niemanden" geopfert.

Trump konterte umgehend und machte sich über die Familie Khan lustig, beleidigte die Mutter. So etwas kommt in den USA ganz schlecht an, denn "Gold Star"-Familien - solche, die einen Angehörigen im Krieg verloren haben - gelten gerade unter Patrioten als unantastbar.

Trumps Wahlkampagne schlingert seit dem Schlagabtausch mit den Khans von einem Tiefpunkt zum nächsten. In Umfragen liegt er nun nicht mehr vor seiner Konkurrentin Hillary Clinton, sondern weit hinter ihr.

Seit der Rede häufen sich die schlechten Nachrichten für seine Wahlkampfhelfer. In der vergangenen Woche stellten sich 50 Sicherheitsexperten aus der Regierungszeit des Republikaners George W. Bush gegen Trump, der Mann sei eine Gefahr für Amerika. Dann wurde sein neues Wirtschaftskonzept - als großer inhaltlicher Wurf geplant - zerpflückt. Zuletzt insinuierte Trump öffentlich, Clinton könne als gewählte Präsidentin vielleicht nur noch von Waffen-Fans gestoppt werden. Und schließlich warf er noch Barack Obama vor, den "Islamischen Staat" mitgegründet zu haben. Im Trump Tower in der New Yorker 5th Avenue fragen sich mittlerweile selbst engste Mitarbeiter, ob sich der Einsatz für diesen Kandidaten noch lohnt.

Und Khizr Khan könnte nach der Präsidentschaftswahl im November als der Mann in die Geschichte eingehen, der die Wende im Duell zwischen Trump und Clinton eingeleitet hat.

In seiner sechs Minuten dauernden Rede wandelte er sich von einem privat trauernden Vater zu einer Symbolfigur. Er wird seitdem überhäuft mit Briefen und E-Mails, aus ihnen spricht Anerkennung, aber auch blanker Hass. Seit der Rede kann er nicht mehr unerkannt durch seine Heimatstadt laufen und im Café nicht mehr in Ruhe Zeitung lesen.

Das Haus der Khans steht an einem Waldrand im Süden von Charlottesville in Virginia, geschützt durch mächtige Bäume in einer abgeschiedenen Siedlung mit großzügigen Grundstücken. Rehe laufen über die Wiese vor dem Haus, nur der Buchstabe "K" auf dem Briefkasten weist darauf hin, dass Khizr und Ghazala Khan dort leben.

Wer Ruhe sucht, kann sie hier finden. Nach dem Tod des Sohnes sind die beiden vom Stadtrand Washingtons nach Virginia gezogen, um nah bei den anderen beiden Söhnen zu sein, die seit Jahren in der Gegend wohnen.

Khizr Khan öffnet die Tür seines Hauses, an seinem Revers steckt die Ehrennadel der US-Armee für gefallene Soldaten. Khan bittet in das Wohnzimmer, es wirkt fast wie ein Mausoleum. Ein Foto steht auf einer Kommode: Humayun in Uniform, umgeben von seinen Brüdern, beide mit Anzug und Krawatte. Daneben ein Bild der ganzen Familie, eine Ehrenmedaille, ein frischer bunter Strauß Blumen. Dahinter stapeln sich Taschenexemplare der US-Verfassung.

Khans Kopie der US-Verfassung
Lexey Swall / DER SPIEGEL

Khans Kopie der US-Verfassung

Auch das Buch von John McCain liegt dort, das Khan damals seinem Sohn schickte. Nach Humayuns Tod hat es jemand in eine Kiste gesteckt und aus dem Irak an die Eltern zurückgeschickt. Neben dem Buch befindet sich noch ein aufgeklapptes Kästchen mit dem "Purple Heart", eine der höchsten Auszeichnungen der Streitkräfte für Verwundete oder die Hinterbiebenen von Gefallenen. Khan hat sie bei der Beerdigung seines Sohnes auf dem Nationalfriedhof in Arlington entgegengenommen.

Donald Trump hat neulich bei einer Wahlkampfveranstaltung gesagt, ein "Purple Heart" habe er schon immer haben wollen, und es sei doch schön, dass man es auch so leicht bekommen könne - ein Kriegsveteran hatte ihm die Medaille geschenkt.

Als Khizr Khan anschließend in einem Fernsehinterview etwas zu diesem Trump-Zitat sagen sollte, brachte er vor Wut kaum eine Antwort heraus. Dann fing er sich und sagte, dass Trump die Medaille zurückgegeben hätte, wenn er denn nur eine Spur Anstand besitzen würde.

"Ich war nie ein Mensch, der etwas mit Parteipolitik zu tun hatte", sagt Khan jetzt. Aber seit seiner Rede ist er, der Einwanderer aus Pakistan, das moralische Gewissen in einem außer Kontrolle geratenen US-Wahlkampf. Er wirkt, als wunderte er sich selbst manchmal über die Rolle, die ihm zugefallen ist.

Es fing alles an, als Trump im vergangenen Jahr erklärte, er wolle keine Muslime mehr in die USA einwandern lassen. Danach rief eine lokale Internetseite Khan an und bat ihn um ein Interview. "Muslime sind Amerikaner, sie sind Bürger, sie tragen zum Wohl der Gesellschaft bei", sagte er in dem Interview, "uns haben die amerikanischen Werte in dieses Land gebracht. Donald Trump steht nicht für diese Werte."

Als Hillary Clintons Wahlhelfer auf das Interview und die Geschichte des Soldaten Humayun Khan aufmerksam wurden, rief ein Mitarbeiter bei Khan an. Ob er etwas dagegen hätte, wenn sie die Geschichte in einem Videobeitrag verarbeiten und auf dem Parteitag zeigen würden, fragte er. Khan könne auch einige Worte dazu sagen, wenn er wolle. Er dürfe nur auf keinen Fall länger als drei Minuten sprechen.

In den Tagen danach schrieb Khan all seine Wut über Trump nieder. Die Clinton-Leute hatten ihm die Hilfe eines Redenschreibers angeboten - sie wollten ihn gegen Trump in Stellung bringen, es sollte gut klingen. Doch Khan lehnte ab. Seine Frau las sein Manuskript und schüttelte mit dem Kopf. "Das kannst du so nicht sagen", ermahnte sie ihn und entschärfte einzelne Passagen. Heute ist Khan froh darüber, dass seine Frau ihn so beraten hat. "Ich bin zu emotional, sie ist viel überlegter. Wie Humayun."

Ende Juli fuhren die Khans per Bahn zum Parteitag der Demokraten nach Philadelphia. Seine Rede war für Donnerstagabend eingeplant, gegen Ende des Parteitags. Er sollte kurz vor Hillary Clinton sprechen. Vor der Rede wechselte Khan noch seinen Anzug, stieg in ein Taxi und ließ sich zur Parteitagsarena im Süden der Stadt fahren.

Erst im Taxi, so erzählt er, habe er in der Innentasche des Anzugs ein kleines Heft mit dem Text der Verfassung gespürt, das er oft mit sich herumträgt. Er habe seine Frau angeschaut, sie habe die Idee gehabt: "Warum zeigst du das Heft nicht während deiner Rede?", habe sie gefragt, so sagt Khan. Im Taxi habe er geübt, wie er das Heftchen richtig herum aus der Tasche ziehen könnte. Nach einigen Versuchen steckte er es kopfüber in die Innentasche. So konnte er das Heft an der Unterseite fassen und im entscheidenden Moment mit einer Drehung richtig herum in die Kamera halten.

Kurz darauf entstand auf dem Parteitag der Demokraten ein ikonisches Foto, das sich Clintons Werbeprofis kaum kitschiger hätten wünschen können: Der muslimische Bürger belehrte den Präsidentschaftskandidaten Trump über die Grundrechte eines jeden Amerikaners, in seiner Hand die US-Verfassung. "Ich frage Sie", so sprach Khan in die Fernsehkameras, und er meinte Trump: "Haben Sie die Verfassung überhaupt gelesen?"

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"Ich wusste sofort, dass diese Rede etwas Besonderes auslöst", sagt Khan, der Immigrant, der einem Republikaner beibringen wollte, was Amerika ist. "Ein Republikaner hat mich danach angeschrieben und gesagt, er habe Tränen in den Augen gehabt."

Khizr Khan wuchs als eines von zehn Kindern einer armen Familie in Pakistan auf. In den Siebzigerjahren lernte er seine Frau Ghazala an der Universität von Lahore kennen, er studierte Jura, sie Persisch. Nach dem Abschluss arbeitete Khizr Khan für eine amerikanische Firma in Dubai, aber das Ziel war ein Jurastudium in den Vereinigten Staaten. "Wir wussten, dass uns ein Abschluss im Ausland viele Türen öffnen würde", sagt Khan. 1980 wanderten beide in die USA aus. Sie zogen nach Houston in Texas, lebten in einem winzigen Einzimmerapartment. Khizr Khan sparte für sein großes Ziel.

Als er genug Geld zusammenhatte, begann er ein Studium an der Harvard Law School bei Boston, eine feinere Adresse gibt es nicht. Anschließend begutachtete er als Jurist für eine Firma Hypotheken, danach arbeitete er für Technologiefirmen. Das Geld reichte gut, um die mittlerweile fünfköpfige Familie zu versorgen. 1986 bekamen die Khans die amerikanische Staatsbürgerschaft.

"Wir kamen mit leeren Händen", sagte Khizr Khan bei seiner Rede in Philadelphia, "wie so viele Einwanderer in diesem Land." Und wie so viele Eltern wollten auch die Khans das Beste für ihre drei Söhne. Der älteste gründete eine Biotech-Firma, in der heute auch der jüngste Sohn arbeitet. Nur Humayun träumte davon, Jurist zu werden wie sein Vater - aber erst wollte er zur Armee. "Als er auf das Auto zuging, hat er den Traum beiseitegelegt", sagt Khan in Philadelphia.

Khan steht vor der Wand mit den Andenken an den Sohn. Eine Urkunde hängt dort: "Eine dankbare Nation erinnert an die selbstlose Hingabe im Dienst für unser Land. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama."

"Das bewegt mich besonders", sagt Khan. Es ist für ihn die ultimative Anerkennung. Auch wenn jede "Gold Star"-Familie einen solchen Brief bekommt. Aber das Opfer der Familie wird nicht vergessen, das ist Khan wichtig.

Nach dem Tod des Sohnes begannen die Khans, als Mentoren junge Kadetten aus dem Reservistenprogramm zu betreuen. Am Ende der Kurse laden sie die Offiziersanwärter seither immer zu sich nach Hause ein, in das Wohnzimmer mit den Andenken an Humayun Khan. Jedem der Kadetten überreicht Khizr Khan dann eines der Heftchen mit dem Text der Verfassung, damit sie wissen, wofür sie dereinst vielleicht mal kämpfen werden. Es war stilles, unsichtbares Engagement.

Ganz anders als in diesen Tagen. Nach seiner Rede sprach Khan zur Nation - in der Abendshow des Starmoderators Anderson Cooper auf CNN, in einer Talkshow bei NBC, in einem Interview der "New York Times".

Khan ist ein unangenehmer Gegner für Trump, denn er passt nicht recht zum üblichen Feindbild. Er bezeichnet sich als Patrioten. Selbst in Einwanderungsfragen vertritt er eine Position, die Sympathien bei Republikanern wecken kann. "Wir müssen die Grenzen streng überwachen", sagt Khan, "ich muss mein Haus ja auch abschließen, damit es drinnen sicher ist."

Er sagt jetzt, er wolle sich in Zukunft etwas zurücknehmen. Die Situation werde zunehmend "verstörend" für ihn, er sei "überwältigt", hatte schon Angst um seine Gesundheit. Die Demokraten haben ihn gefragt, ob er noch einmal für Hillary Clinton auftreten könne. Aber Khan ist vorsichtig. "Ich möchte nicht, dass sich abnutzt, was ich sage."

Auf der Straße in Charlottesville versucht er trotzdem, sich für jeden kurz Zeit zu nehmen, der auf ihn zukommt. "Meine Hoffnung ist, dass jemand, dem ich heute die Hand schüttele, sich eines Tages vielleicht auch einer Ungerechtigkeit entgegenstellt", sagt Khan.

Glaubt er, dass all die Fehltritte und Skandale Trump stoppen können? "Ich hoffe es", sagt Khan, "ich bete dafür."

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Heft 33/2016
Warum der Mensch die Meere retten muss


insgesamt 66 Beiträge
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Seite 1
breguet 17.08.2016
1. Wie oft noch?
Man kann Herrn Khan ja verstehen, aber das die Sache jetzt nochmals aufgewärmt wird ist ermüdend. Herr Khan hätte seinem Sohn vielleicht eine anständige Ausbildung gönnen sollen, dann hätte der nicht Soldat werden müssen. Es ist ja auch allgemein bekannt, dass Soldaten im Krieg sterben können, ich verstehe deshalb die Aufregung nicht.
NauMax 17.08.2016
2.
Zitat von breguetMan kann Herrn Khan ja verstehen, aber das die Sache jetzt nochmals aufgewärmt wird ist ermüdend. Herr Khan hätte seinem Sohn vielleicht eine anständige Ausbildung gönnen sollen, dann hätte der nicht Soldat werden müssen. Es ist ja auch allgemein bekannt, dass Soldaten im Krieg sterben können, ich verstehe deshalb die Aufregung nicht.
Wir, die in einem Land leben in welchem es zum "guten Ton" gehört, Soldaten zu verhöhnen, zu verunglimpfen und zu diffamieren mögen es nicht anders kennen, aber in den USA hat man normalerweise Respekt vor Veteranen, gefallenen Soldaten und deren Familien. Khan hat beschrieben, dass sein Sohn sein Land geliebt hat und ihm durch den Militärdienst etwas "zurückgeben" wollte. Dass Trump dieses ungeschriebene Gesetz missachtet hat nehmen ihn selbst erzkonservative Amerikaner übel.
gigi76 17.08.2016
3. überreizt
Der Sohn von Herrn Khan ist beim Einsatz als Soldat für sein Land ums Leben gekommen. Das ist tragisch und traurig besonders für die Hinterbliebenen. Aber der Beruf des Soldaten beinhaltet dieses Risiko. Das ist allen bewusst. Der Kriegsdienst in die USA ist zudem freiwillig. Aus dem Tod des Sohnes eine moralische Schuld für Donald Trump abzuleiten ist absurd. Nicht nachvollziehbar ist auch die Überhöhung des Schicksal des Sohnes, um sich moralisch in eine neue Ebene zu erheben. Ja, die Familie Khan hat in gewisser Weise ein Opfer gebracht, aber das berechtigt sie nicht sich moralisch über andere zu stellen mit dem Hinweis sie hätten keine Opfer gebracht. Das wäre im Umkehrschluss so, dass jeder, der nicht auch einen Angehörigen im Krieg verloren hat, eine minderwertige Person ist. Auch der Bezug zum Islam ist hier fehl am Platz. Der Sohn ist beim Einsatz für sein Land gestorben, wie viele andere auch, die Christen, Muslime oder Atheisten waren. Herr Khan hat Donald Trump mit diesem Vergleich provoziert. Donald Trump ist über dieses Stöckchen gesprungen. Die Demokratischen Wahlkampfstrategen haben das geschickt platziert und in Herrn Khan einen bereitwilligen Helfershelfer gefunden. Fair enough. Aber damit ist es dann auch schon ausgereizt dieses Thema. Jeder einigermaßen denkende Mensch kann relativieren und abwägen und erkennt was hier gespielt wird. Insofern ist die These absurd, dass Herr Khan Trump verhindern kann. Im Gegenteil. Denn tatsächlich wäre der Tod des Sohnes zu verhindern gewesen, wenn ein gewisser Präsident Obama den Kriegseinsatz beendet hätte.
booboopoop 17.08.2016
4. Facts about Captain Humayun Khan
Zitat von breguetMan kann Herrn Khan ja verstehen, aber das die Sache jetzt nochmals aufgewärmt wird ist ermüdend. Herr Khan hätte seinem Sohn vielleicht eine anständige Ausbildung gönnen sollen, dann hätte der nicht Soldat werden müssen. Es ist ja auch allgemein bekannt, dass Soldaten im Krieg sterben können, ich verstehe deshalb die Aufregung nicht.
Es ging dem Vater um Trump und seine Tiraden gegen Muslime. Die Familie Khan sind Muslime. And a few facts for you: Captain Humayun Khan graduated from John F. Kennedy High School in 1996, and the University of Virginia in 2000 - with a degree in Psychology. Nach diesem Degree wollte er noch weiter studieren und Anwalt warden, hat sich dann aber fuer's Militaer angemeldet und es immerhin zum CAPTAIN geschafft. Seine Freundin war uebrigens Deutsche.
politik-nein-danke 17.08.2016
5.
Zitat von gigi76Der Sohn von Herrn Khan ist beim Einsatz als Soldat für sein Land ums Leben gekommen. Das ist tragisch und traurig besonders für die Hinterbliebenen. Aber der Beruf des Soldaten beinhaltet dieses Risiko. Das ist allen bewusst. Der Kriegsdienst in die USA ist zudem freiwillig. Aus dem Tod des Sohnes eine moralische Schuld für Donald Trump abzuleiten ist absurd. Nicht nachvollziehbar ist auch die Überhöhung des Schicksal des Sohnes, um sich moralisch in eine neue Ebene zu erheben. Ja, die Familie Khan hat in gewisser Weise ein Opfer gebracht, aber das berechtigt sie nicht sich moralisch über andere zu stellen mit dem Hinweis sie hätten keine Opfer gebracht. Das wäre im Umkehrschluss so, dass jeder, der nicht auch einen Angehörigen im Krieg verloren hat, eine minderwertige Person ist. Auch der Bezug zum Islam ist hier fehl am Platz. Der Sohn ist beim Einsatz für sein Land gestorben, wie viele andere auch, die Christen, Muslime oder Atheisten waren. Herr Khan hat Donald Trump mit diesem Vergleich provoziert. Donald Trump ist über dieses Stöckchen gesprungen. Die Demokratischen Wahlkampfstrategen haben das geschickt platziert und in Herrn Khan einen bereitwilligen Helfershelfer gefunden. Fair enough. Aber damit ist es dann auch schon ausgereizt dieses Thema. Jeder einigermaßen denkende Mensch kann relativieren und abwägen und erkennt was hier gespielt wird. Insofern ist die These absurd, dass Herr Khan Trump verhindern kann. Im Gegenteil. Denn tatsächlich wäre der Tod des Sohnes zu verhindern gewesen, wenn ein gewisser Präsident Obama den Kriegseinsatz beendet hätte.
Nur mal so als Tip, wenn man steile Thesen raushaut, sollte man sich vorab informieren, damit diese Thesen nicht zu einem peinlichen Rohrkrepierer werden. Khan ist 2004 während der Operation Iraqui Freedom gefallen. 5 Jahre befor Obama Präsident geworden ist.
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