AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 21/2017

Krise im Weißen Haus Wie wir Trump loswerden

Im Weißen Haus stimmt nichts mehr: Alle außer Donald Trump verachten den US-Präsidenten, der weder intellektuell noch moralisch in der Lage ist, das Land zu führen. Es gibt fünf Wege aus der Misere.

Trump im Oval Office
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Trump im Oval Office

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Donald Trump ist nicht dazu in der Lage, Präsident der USA zu sein. Er ist es intellektuell nicht: Er versteht die eigenen Aufgaben und die Bedeutung seines Amtes nicht, er liest nichts, nicht einmal Akten oder Geheimdienstberichte, und er hat keine Ahnung von den eigenen Themen, trifft halt mit wüsten Anweisungen launische Entscheidungen.

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Heft 21/2017
Wie Hacker die Welt attackieren. Wie wir uns schützen können.

Und moralisch ist er es sowieso nicht: Trump ist ein hundertfach überführter Lügner, Rassist, Betrüger. Man zuckt beschämt zusammen, wenn man solche Sätze schreibt, so dröhnend laut sind die Wörter. Aber genau diese Begriffe sind die korrekten für Trump, und es zählt zur Aufgabe von Medien, nicht müde zu werden, sondern zu sagen, was ist: Trump muss aus dem Weißen Haus entfernt werden. Schnell. Er ist eine Gefahr für die Welt.

Trump ist ein miserabler Politiker: Er entließ den FBI-Direktor, weil er es konnte. Der Typ war ihm halt auf die Nerven gegangen mit seinen Ermittlungen gegen Trumps Vertraute. Der Typ hatte sich geweigert, Trump Treue und Loyalität zu schwören und auch, die Ermittlungen einzustellen - James Comey musste weg.

Trump ist zudem ein miserabler Vorgesetzter. Seine Leute erfinden Ausreden für ihn und lügen für ihn, da sie es müssen. Dann aber wacht Trump auf und twittert, dass alles doch ganz anders gewesen sei. Ihm ist egal, dass sein Sprecher, sein Außenminister und sein Sicherheitsberater gerade erst dementiert haben, der Präsident habe den Russen, ausgerechnet, Erkenntnisse verraten, die von Israels Geheimdiensten, ausgerechnet, geliefert worden waren. Trump twittert: Doch, doch, das habe ich gemacht, weil ich das darf; ich bin nämlich der Präsident.
In diesem Weißen Haus stimmt nichts mehr: Inzwischen sind alle dort mehrfach bloßgestellt worden; nun verachten sie einander, und alle außer Trump verachten Trump. Und darum erleben wir eine amerikanische Tragödie und sehen fünf mögliche Lösungen.

Trump müsste zurücktreten; was nicht passieren wird.

Oder die Republikaner in Senat und Repräsentantenhaus müssten ein Amtsenthebungsverfahren unterstützen, was wegen der erwiesenen Behinderung der Justiz zwar gerechtfertigt wäre, aber ebenfalls nicht passieren wird, da die Republikaner die Macht wollten und nicht freiwillig hergeben werden.

Der dritte Ausweg: Die Mehrheit des Kabinetts könnte den 25. Verfassungszusatz anwenden und erklären, der Präsident sei nicht dazu in der Lage, Präsident zu sein; wahrscheinlich ist auch dies nicht.

Vierter Ausweg: Die Demokraten rüsten sich für die Kongresswahlen in 18 Monaten und kippen dann die republikanischen Mehrheiten; dann können sie selbst Variante zwei, die Amtsenthebung, angehen.

Fünftens: Die Weltgemeinschaft erwacht. Findet Wege um das Weiße Haus herum. Wird handlungsfähig ohne die USA. Variante fünf ist anders als die vier anderen keine Lösung für das Problem Trump, aber gleichwohl zwingend und immerhin möglich.

Vor einigen Wochen traf sich in Washington ein Kreis von Außenpolitikern und Beobachtern; die Münchner Sicherheitskonferenz hatte geladen. Wer sich in der Stadt umhörte, konnte nur die seltene Kombination von Chaos und Agonie diagnostizieren.

Die USA haben eine Witzfigur zu ihrem Präsidenten und sich selbst von dieser Witzfigur abhängig gemacht, abhängig also von einem Kind, wie David Brooks in der "New York Times" schrieb. Diese Regierung Trump hat keine Außenpolitik, weil Trump stets beides zugleich verspricht, Amerikas Rückzug und Amerikas Stärke, keine Kriege und mehr Kriege; und dann entscheidet er halt irgendwie, nicht strategisch konsistent, nicht einmal taktisch logisch, sondern je nach Stimmung. Moskau und Peking lächeln über dieses Amerika. Anderswo sorgt man sich.

Im Pazifik kreisen Kriegsschiffe umeinander herum, chinesische und amerikanische, auf engem Raum. Der Nordkorea-Konflikt eskaliert. Wer schließt noch aus, dass Donald Trump allein deshalb einen Atomkrieg riskiert, weil er sich damit selbst retten will? Die Klimapolitik liegt brach, erwartet wird der Ausstieg der USA aus dem Pariser Abkommen, da Trump rechtliche Verpflichtungen fürchtet. Krisen wie jene in Syrien und Libyen schwelen, eskalieren, werden nicht mehr diskutiert. Mit wem auch reden? Im amerikanischen Außenministerium antwortet keiner auf Mails, keiner geht ans Telefon. Nichts ist geordnet, nichts stabil, das transatlantische Bündnis existiert kaum mehr. Sigmar Gabriel und Norbert Röttgen fliegen hin und her, aber es gibt kein Verständnis füreinander und kaum Kommunikation, keine gemeinsamen Ziele mehr, darum keine Strategie.

Bei "Game of Thrones" wurde der Mad King ermordet (und das Kind, das später regierte, war nicht besser). Im wahren Leben sitzt nun ein kleiner Junge auf dem Thron des wichtigsten Landes der Welt; und dieser Junge kann jederzeit einen katastrophalen Befehl erteilen, der sofort ausgeführt werden wird. Darum dürfen sich die Eltern nicht wegducken, und sie dürfen auch nicht ermatten, nur weil der Bub halt so anstrengend ist. Sie müssen ihn endlich zum Aufräumen ins Kinderzimmer schicken und wieder Erwachsene sein.



insgesamt 54 Beiträge
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Seite 1
hdudeck 19.05.2017
1. Leider uebersehen die Angestellten im
White House, das sie sich eventual auch Strafbar machen. Zumindest wird ihr Verhalten dazu beitragen, in einen der Untersuchungsausschuesse vorgeladen zu werden. Das fuehrt dierct zu einer Bestrafung, denn ohne Rechtsanwalt geht da niemand hin. Das kostet dann mal eben $20.000 aufwaerts, was fuer viele schon einviertel des Jahreseinkommen entspricht, vor der Steuer. Autsch Loyalitaet kostet!
trader_07 19.05.2017
2.
Zitat von hdudeckWhite House, das sie sich eventual auch Strafbar machen. Zumindest wird ihr Verhalten dazu beitragen, in einen der Untersuchungsausschuesse vorgeladen zu werden. Das fuehrt dierct zu einer Bestrafung, denn ohne Rechtsanwalt geht da niemand hin. Das kostet dann mal eben $20.000 aufwaerts, was fuer viele schon einviertel des Jahreseinkommen entspricht, vor der Steuer. Autsch Loyalitaet kostet!
Glauben Sie allen Ernstes, Leute vom Schlage eines Bill Gates oder Warren Buffet lassen jemanden wegen lächerlichen $20.000 Dollar pleite gehen, der ansonsten die Möglichkeiten hätte, diesen Kasper zu entmachten? Die übernehmen notfalls Anwaltskosten in zweistelliger Millionenhöhe mit einem Lächeln im Gesicht.
keine Zensur nötig 19.05.2017
3. Oha!
WIR wollen also einen gewählten US-Präsidenten loswerden. Wer ist WIR? Der letzte, wenn auch eingebürgerte Deutsche hat das nicht wirklich überlebt - sein Schäferhund auch nicht. Ganz offenbar wedelt hier der Schwanz mit dem Hund - vulgo, der deep state samt Etablishment hat es immer noch nicht verwunden, dass die Hyäne der Hochfinanz nicht an die Macht kam. Auch ein gewisser Herr Soros - Oberdemokrähtor der Welt und Erfinder lustiger, bunter Revolutionen - hat schon einen Tag nach der Wahl verkündet, dass er sein bescheidenes Privatvermögen dem Kampf gegen Trump widmen will. Auch wenn es schwerfällt: - gewählt haben Mr. tolle Tolle die US-Bürger nach US-Wahlsystem - das sollte man schlicht so hinnehmen, weil es auch in der UN-Charta verankert ist - auch akzeptieren muss man, dass der geniale Plan fehlschlug, der Trump zum direkten Gegner von Clinton machte - also Trumpeltier gegen saudisch-finanzierte, aalglatte Etablishmentfigur Wichtiger wäre es für uns Deutsche, dass wir und unsere Politkaste dafür sorgen, dass uns solche Pest und Cholera Entscheidungen erspart bleiben.
gammoncrack 19.05.2017
4. Ich glaube, dass es klug war, diesen kurzen Artikel,
der ja nun den Sachverhalt leider so darstellt wie er ist, kostenpflichtig einzustellen. Es gibt noch genügend Trump-Anhänger, die hier auf die Barrikaden gehen würden. Es würde im allgemeinen Forum hoch her gehen. Auch ich neige inzwischen und schnell dazu, mich über diesen Menschen mehr zu amüsieren als ihn zu fürchten. Das könnte durchaus ein gravierender Fehler sein. Der Artikel sieht stellt die Gefahr aufgrund seiner Unberechenbarkeit gut dar. VIelleicht sollte man ihm als erstes einmal die Codes wegnehmen oder ihm falsche geben. Das hätte meines Erachtens höchste Priorität vor allem andern.
josho 19.05.2017
5. Wie "wir" ihn loswerden?
Wer ist denn "wir"? Die Frage ist doch, ob die ihn loswerden wollen, die ihn gewählt haben! "Wir" können da gar (fast) nichts tun.
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