AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 50/2016

Flüchtlinge und Sexualität "Kann man vom Küssen Aids kriegen?"

Manche sehen in Flüchtlingen vor allem potenzielle Vergewaltiger. Ein Flirtkurs für junge Männer zeigt: Viele haben sehr große Scheu vor Frauen - und keinen blassen Schimmer von Sex.

Afghane Arash in Unterkunft in Ingolstadt
Peter Schinzler / DER SPIEGEL

Afghane Arash in Unterkunft in Ingolstadt

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Wenn Arash, 16, aus Afghanistan, ein Mädchen an der Bushaltestelle anspricht, klingt das so:

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Heft 50/2016
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"Hallo, wie heißt du?"

"Tanja", antwortet das Mädchen.

"Was machst du hier?"

"Ich warte auf den Bus, komme gerade von der Arbeit."

"Wie war Arbeit heute?"

"Gut."

"Kann ich haben deine Nummer?"

"Nein." Tanja zieht die Stirn in Falten.

Der Junge neben Arash schlägt sich mit der Hand gegen den Kopf und korrigiert ihn. "Nicht so", sagt er.

"Zuerst: Hast du Freund?"

Arash versucht es ein zweites Mal: "Hast du WhatsApp? Ich muss dir schreiben."

"Warum?", fragt Tanja unbeeindruckt. Dann erklärt sie Arash: "So läuft das nicht. Wenn du morgen wieder hier bist, können wir zusammen auf den Bus warten und einen Kaffee trinken."

"Okay. Kann ich morgen deine Nummer haben?"

Christian Zech geht dazwischen. "Sie hat jetzt dreimal Nein gesagt, es reicht. Sie will nicht." Zech, 42, ist Sexualpädagoge, Tanja, 35, eigentlich Dekorateurin und das Ganze nur ein Rollenspiel mit dem Ziel, Flüchtlingen zu erklären, wie deutsche Mädchen ticken. Und wie nicht.

Und wie man mit dem Thema Beziehungen und Sex umgeht, in Deutschland.

Dafür stehen Tanja und Arash in einem stickigen Raum ohne Fenster vor fünf Jungs aus Eritrea, Syrien und Afghanistan, alles unbegleitete Flüchtlinge zwischen 15 und 18. Pädagoge Zech, ein agiler Mann mit Glatze und Ziegenbart, gibt Arash Ratschläge: "Frag die Frau nicht aus. Red einfach mit ihr, mach Small Talk."

Small Talk?

Was versteht ein 16-Jähriger, der vor zwei Jahren auf der Straße in Kabul lebte, Wasserflaschen verkaufte und in Afghanistan nie eine Schule besucht hat, wohl unter Small Talk?

Arash sagt zu Tanja: "Du bist sehr hübsch."

Flüchtlinge, die deutsche Frauen anstarren, anbaggern, angrapschen oder sogar vergewaltigen? Die Furcht vor den Neuankömmlingen sitzt tief, Gerüchte und echte Fälle sind kaum voneinander zu unterscheiden. Seit vor allem nordafrikanische Männer in der letzten Silvesternacht in Köln Hunderte Frauen sexuell belästigten, warnen rechte Internetportale vor massenhaften Vergewaltigungen deutscher Frauen durch Flüchtlinge.

In anderen Kreisen wird debattiert, ob ein konservatives Frauenbild muslimischer Männer sexuelle Übergriffe befördere. Halten sie deutsche Frauen, die selbstständig leben und sich figurbetonter kleiden, für Freiwild? Können diese Männer mit der neuen Freiheit in Deutschland nicht umgehen, weil sie sich so stark von den Geschlechterverhältnissen in ihrer Heimat unterscheidet?

Normalerweise gibt Christian Zech Aufklärungskurse in Kindergärten, in Schulen, in Wohngruppen für schwer erziehbare Jugendliche. Seit einigen Jahren engagieren ihn immer häufiger soziale Einrichtungen, die unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreuen. Inzwischen hat er mit etwa 400 Jungs über Flirten, Verhütung, Familie und Rollenbilder gesprochen.

Trainingspartnerin Tanja, Pädagoge Zech mit Teilnehmern
Peter Schinzler / DER SPIEGEL

Trainingspartnerin Tanja, Pädagoge Zech mit Teilnehmern

Als Zech an einem Montagmorgen Ende Oktober das Gelände des Apian-Gymnasiums in Ingolstadt betritt, wirken der Schulhof und die Klassenräume wie ausgestorben. Es sind Herbstferien. Doch in einem Seitenflügel des Gebäudes wohnen seit einem Jahr 60 Jugendliche, die ohne Eltern nach Deutschland geflüchtet sind. Zu dritt oder viert schlafen sie in einem Klassenzimmer, aus dem Lehrerzimmer wurde das Besprechungszimmer für die Betreuer von "Ambuflex", so heißt der soziale Träger. Weil der Feueralarm an den Schulgong gekoppelt ist, klingelt es trotz Ferienzeit den ganzen Vormittag durchdringend, mal zur nächsten Stunde, mal zur großen Pause.

Im improvisierten Fitnessraum hat jemand neben Hanteln, Ergometer und Drückbank zwei Tische zusammengeschoben. Hier begrüßt Zech die erste Gruppe: Abdullah, 16, Hamed, 16, und Yunus, 17, alle aus Afghanistan. Die Namen aller Jungen in dieser Geschichte sind geändert, weil sie noch nicht volljährig sind.

"Hat jemand Fragen, bevor ich anfange?", fragt Zech. Abdullah lehnt sich im Stuhl zurück, die Arme fest verschränkt, als wollte er sich mit seinen Händen am Körper festhalten, und fragt: "Wenn man sich küsst, kriegt man dann Aids?"

Zech beruhigt ihn, nein, Aids könne nur durch Sex übertragen werden. "Warum fragst du? Ist Aids in Afghanistan ein Problem?" Die drei Jungs machen große Augen und schütteln heftig den Kopf. Langsam dämmert es Zech: "Habt ihr gehört, dass Aids in Europa ein Problem ist?" Abdullah nickt.

Was tun? Zech sagt später, dass er überlegt hat, wie er antworten soll. Soll er Abdullah sagen, dass es in Europa zwar Aids gibt, aber vor allem bestimmte Gruppen betroffen sind? Ihm von Homosexuellen, von Prostituierten, von Drogensüchtigen erzählen? Und ihn so womöglich ermutigen, in Zukunft nicht zu verhüten? Zech entscheidet sich für eine nichtssagende Phrase: "Verhütung ist immer gut, aber Angst vor Aids braucht ihr nicht zu haben. Weitere Fragen?"

Hamed, in Shorts, Unterhemd und Badelatschen, druckst herum, dann sagt er: "Wie viel mal muss man Sex machen, bis das Baby kommt?" "Gute Frage!", ruft Zech begeistert. "Schon beim ersten Mal." Hamed sieht ihn ungläubig an. Das kann der nicht ernst meinen, scheint er zu denken. Dann sackt Hamed in sich zusammen, dabei entfährt ihm ein lautes "Puuuh".

Abdullah trägt Bomberjacke, Röhrenjeans, weiße Sneaker. Der Junge ist vor einem Jahr allein aus Kunduz gekommen, er gehört zur Minderheit der Hazara und hat vier jüngere Brüder. Seine Eltern haben mehrere Tausend Dollar für die Flucht des Ältesten zusammengekratzt, er soll hier etwas aus sich machen und dann, irgendwann, vielleicht seine Familie nachholen.

Nach dem Kurs erzählt Abdullah von der Normalität in seinem alten Leben. Die Mädchen durften das Haus nicht ohne Begleitung verlassen. Vormittags hatten sie Schulunterricht, die Jungs am Nachmittag. Trotzdem hatte Abdullah auch in Afghanistan eine Freundin. Mit der hat er ein paarmal telefoniert, heimlich.

Abdullah will in Deutschland Erfolg haben, sagt er. "Ich will deutsche Mädels kennenlernen, einfach um mich zu integrieren", sagt er. Tatsächlich trifft er sich seit einigen Monaten mit einer Gleichaltrigen. Sie habe ausgesehen "wie ein gutes Mädchen", da habe er sie angesprochen. Sie ist auf der Mittel- oder Realschule, glaubt er. Auf jeden Fall treffen sie sich ab und zu in der Stadt, halten Händchen und knutschen.

Abdullah hat sich schnell an die Freiheiten in Deutschland gewöhnt, er scheint sie zu genießen. Doch seine Zukunftspläne zeigen, wie sehr ihn die traditionelle Erziehung prägt. Heiraten würde er später gern eine afghanische Frau, die "die Situation zu Hause" versteht. Wenn die Kopftuch trüge, "wäre es besser", auch Jungfrau sollte sie sein. So wie Abdullah sind viele junge Flüchtlinge zerrissen zwischen ihrem alten und ihrem neuen Leben. Das ist anstrengend und verwirrend.

Zechs Kurse sollen den jungen Männern helfen, in Deutschland zurechtzukommen. Er sieht sich nicht als Vermittler zwischen den Kulturen, dafür seien die Hintergründe der Jungs zu unterschiedlich, sondern als Erklärer der deutschen Kultur.

An drei Terminen erklärt er insgesamt 14 Jungs, wie die Genitalien auf Deutsch heißen. Ein besonders fleißiger Afghane notiert "ein Hoden", "Penis", "das Sperma". Zech erklärt den Jugendlichen, wie Babys entstehen und wie lange Schwangerschaften dauern ("nein, keine ein, zwei Monate"). Ebenfalls Thema im Kurs: Die feuchten Flecken morgens in der Unterhose sind nicht gefährlich, und Selbstbefriedigung verursacht keine Rückenschmerzen, ist aber in der Öffentlichkeit, auch am Fenster, tabu. Eine Info, die für viel Gelächter sorgt. Wer in aller Welt würde so was Verrücktes tun?

Jugendlicher Arash, Aufklärer Zech mit Plüschpenis
Peter Schinzler / DER SPIEGEL

Jugendlicher Arash, Aufklärer Zech mit Plüschpenis

Zur Veranschaulichung zückt Zech regelmäßig einen handgroßen fleischfarbenen Plüschpenis und eine Plüschvulva, die er mitgebracht hat. Wenn er vom stereotypen Sex in Pornos erzählt - "bisschen blasen, bisschen von vorne, von hinten und dann spritzt man irgendwann ins Gesicht" - nutzt er zur Illustration zwei Handpuppen aus Plüsch, eine Giraffe und ein Nashorn.

Er hat Holzpenisse mitgebracht, an denen die Jungs üben können, wie man ein Kondom richtig überzieht. Natürlich sind wie in jedem Aufklärungsunterricht die größten und dicksten Demonstrationsexemplare zuerst vergriffen. Bei einigen zittern die Hände vor Scham, andere Jungs weigern sich, mitzumachen. Zech warnt die Jungen auch davor, sich Mädchen unter 14 Jahren zu nähern, das sei in Deutschland "ganz schlimm, fast wie Umbringen". Stattdessen rät er ihnen: "Sucht euch Mädels ab 16, besser noch 18. Lernt die Eltern kennen. Dann gibt es da weniger Probleme."

Er fürchtet, seine Schützlinge könnten durch überbesorgte Eltern deutscher Mädchen in Misskredit geraten. Tatsächlich ist Ambuflex nur ein Fall bekannt, in dem Eltern ihrer Tochter den Kontakt zum neuen Freund verboten, einem Jungen aus Gambia, der gar nicht verstand, wie ihm geschah. "Es ist wegen Köln", erklärten ihm die Betreuer. "Ihr haftet für alle Flüchtlinge mit."

Wer Zech einige Tage begleitet, erlebt vor allem sexuell unerfahrene junge Männer. Was nicht thematisiert wird, sind die Vorwürfe, sie hätten ein problematisches Frauenbild.

Herr Zech, weichen Sie den schwierigen Fragen aus?

"Ich erzähle immer wieder, dass Frauen hier gleichberechtigt sind und Nein auch wirklich Nein heißt. Aber haben Sie schon mal mit einem Afghanen geredet?", fragt Zech etwas genervt zurück. "Die meisten trauen sich gar nicht, eine Frau anzusprechen, weil man das in ihrer Heimat nicht tut."

Sind die Befürchtungen der Menschen hierzulande reine Panikmache?

"Für die meisten jungen Flüchtlinge ist ein anständiger Umgang mit Frauen wichtig. Aber das ist noch keine volle Gleichberechtigung und wird noch zu Problemen führen, wenn sich in Zukunft immer mehr Paare bilden", sagt er. "Aber den Satz ,Einmal ficken, weiterschicken' unterschreiben sicherlich mehr deutsche Jungs als ausländische."

In den Kursen sei ihm aufgefallen, wie orientierungslos viele Jugendliche seien. Was darf man in Deutschland und was nicht? Deshalb hat Zech seinen Kurs vor zwei Jahren ausgeweitet, und zwar "vor Köln", betont er. Er will nicht als der Sittenwächter gelten, der bösen Jungs Zucht und Ordnung beibringt. Am letzten Tag hat er nun seine Kollegin Tanja dabei, mit der Arash und die anderen üben dürfen, wie man angemessen flirtet. Außerdem gibt Zech Tipps, wie man die Körpersprache wahrnimmt oder im Schwimmbad über ein Buch hinweg einen Blick auf hübsche Mädchen in Bikinis riskieren kann, ohne gleich unangenehm als Starrer aufzufallen.

Sollte er nicht besser dazu anleiten, dass man Frauen generell nicht anstarrt? "Ich will aus den Jungs keine Engel machen, sondern sie auf die deutschen Gepflogenheiten vorbereiten", sagt Zech.

Peter Schinzler

Das ist nicht jedem recht. Kurz nachdem der Bayerische Rundfunk über Zech berichtet hatte, kam eine Morddrohung per Mail. Im September musste ein "Flirtkurs für Flüchtlinge" mit einem anderen Leiter bei der Arbeiterwohlfahrt Essen von Sicherheitspersonal und Polizei beschützt werden, weil es im Vorfeld Anfeindungen gegeben hatte. Und aus Sorge vor Angriffen besteht Tanjas Ehemann darauf, dass ihr richtiger Name nicht veröffentlicht wird.

In Norwegen führte die Einwanderungsbehörde 2013 in allen Flüchtlingsunterkünften Aufklärungskurse ein. In Deutschland gibt es nur wenige solcher Angebote. In Ingolstadt müssen die sozialen Träger, die unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreuen, selbst zahlen und organisieren, wenn sie möchten, dass ihre Schützlinge an einem Aufklärungskurs wie dem mit Zech teilnehmen. "Wir standen so unter Druck, hier durfte nichts passieren", erklärt Daniel Wächtler das Engagement. Der 36-jährige Bereichsleiter von Ambuflex ist für alle 60 Jungs in der Schule verantwortlich. Dass er bis vor Kurzem nebenberuflich Türsteher war, sieht man ihm an: groß, trainiert, tätowiert bis zu den Handgelenken, Vollbart und Pferdeschwanz mit ausrasierten Haarpartien.

Als die Stadt im Sommer 2015 nach Räumlichkeiten suchte, um minderjährige Flüchtlinge unterzubringen, fiel die Wahl auf den Seitenflügel des Gymnasiums. Das Gebäude stand leer, weil es abgerissen werden sollte. Sofort protestierten Eltern, zu einer Bürgerversammlung kamen mehr als hundert Leute. Junge männliche Flüchtlinge direkt auf dem Schulgelände, das war etlichen Eltern zu viel. Und dann steht auch das Hallenbad direkt gegenüber. Einige hätten ihre Töchter damals von der Schule abgemeldet, erzählt man sich.

Was seitdem passiert ist? Ein Afrikaner und ein Afghane von Ambuflex haben Hausverbot im Freibad, weil sie einem fremden Mädchen im Wasserbecken unters Bikinihöschen gegriffen haben sollen. Später revidierte das Mädchen seine Aussage, es sei nur am Po angefasst worden, außerdem habe man sich gekannt. Weitere Vorwürfe kennt Wächtler nicht.

Er sagt, dass die Kurse manchmal erstaunlich schnell Auswirkungen zeigten. Ein Junge aus Pakistan hatte sich im Frühling plötzlich geweigert, nach draußen zu gehen. Mit den steigenden Temperaturen waren die Röcke kürzer geworden. Gott verbiete ihm, die halbnackten Körper der deutschen Frauen zu betrachten, argumentierte er.

Dann kam Zech und hielt sein Programm ab. Es dauerte keine Woche, da erzählte derselbe pakistanische Junge einer Betreuerin, was bei ihm alles passiere, wenn er eine Erektion habe. "Ihr braucht euch nicht zu schämen", hatte Zech den Jungs eingebläut, im Kurs sei kein Thema tabu. Die Unterkunft hat der Junge inzwischen auch schon häufiger verlassen.



insgesamt 23 Beiträge
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granathos 11.12.2016
1. Ist schon ok
ich habe mal eine sehr interessante Doku über einen 20-jährigen deutschen Sozialisten, der 1933 nach Norwegen emigrierte. Noch an Bord machte er der Tochter des Kapitäns schöne Augen und kam dann in Oslo gleich gut unter. Ich dachte mir, dass das doch die beste Straegie sein müsste. Die Type hieß übrigens Herbert Frahm. Also, man kann niemandem verdenken nicht auch "instinktsicher" zu handeln.
weltverkehrt 11.12.2016
2.
Vielleicht lebe ich ja auf einem anderen Planeten oder in einem Paralleluniversum - mag sein -, aber ich halte und hielt es bisher immer für äußerst seltsam bis hin zu übergriffig, wildfremde Frauen, die zufällig gerade mal über den Weg laufen, anzuquatschen oder gar nach der Telefonnummer zu fragen. Nach allem, was ich gerade von den attracktivsten weiblichen Gewächsen bisher gehört habe, wenn die derartiges mal wieder erlebten, finden die es auch äußerst lästig ständig von fremden Männern angequatscht zu werden. Und "Komplimente" kommen da auch gar nicht gut an. Nur zu erklären, dass nach dem dritten "Nein" aber wirklich Schluss sein sollte, ist mMn der falsche Weg. Richtiger wäre es aus meiner Sicht klarzumachen, dass man sich auch hierzulande meist über andere kennenlernt und ins Gespräch kommt, eher in Ausnahmefällen aus einer zufälligen Situation heraus. Und dann tauscht man vielleicht die Nummern aus. Fremde Menschen so wie im Artikel in ein Gespräch verwickeln grenzt eher an Stalking, erst recht nach einem harten Tag, wo man einfach seine Ruhe haben will. - Aber ich kann mich ja auch irren und die Mädels finden das heute total super, ständig angequatscht zu werden...
Marlena 11.12.2016
3.
""Aber den Satz ,Einmal ficken, weiterschicken' unterschreiben sicherlich mehr deutsche Jungs als ausländische."" "Heiraten würde er später gern eine afghanische Frau, die "die Situation zu Hause" versteht. Wenn die Kopftuch trüge, "wäre es besser", auch Jungfrau sollte sie sein." Verzeihung aber ich komme bei diesen beiden Sätzen nicht umhin an Deutsche mit türkischen Hintergrund zu denken, natürlich nicht alle. Über deutsche Frauen rüberrutschen aber Heiraten das geht nur mit einer Muslimin vorzugsweise Türkin. Und jetzt will man hier einem weiß machen die Jungs sind viel besser sozialisiert und total verunsichert während die Deutschen Jungs ganz schlimme Finger sind? Das empfinde ich nicht weniger verzerrend als die Panikmache der Rechten.
AxelSchudak 11.12.2016
4. Demographie
Es ist egal, wie gut man Flüchtlinge vorbereitet. Es wird nicht funktionieren. Wir haben alleine im letzten Jahr einen Überschuss von 500000 jungen Männern hinzubekommen. Das sind eine halbe Millionen Männer, die keine Chance auf eine Beziehung haben - entweder diese nicht, oder andere. Das ganze wäre schon ein Riesenproblem, wenn das alles Einheimische wären. Lösungsansätze? Familiennachzug nur für Frauen? Erstmal weibliche Flüchtlinge bevorzugen, bis der "Überhang" abgebaut ist? Ich habe noch nicht einen Politiker oder Journalisten gesehen, der das Problem thematisiert oder auch nur anerkannt hat.
sascha2.0 11.12.2016
5. arme Jungs
Zur Integration und zum Umgang mit Mädchen und Frauen ausschließlich Sexualaufklärung? Mädchen dürfen zur Schule gehen, sogar neben einem Jungen sitzen, und man kann sich ganz normal unterhalten. Diese Jungen müssen erst einmal normalen Smalltalk lernen, in Afghanistan würden sie überhaupt nicht mit Mädchen oder Frauen sprechen. So lernen sie doch sofort, Annäherung ist möglich, nur beim Wie müssen sie etwas ändern. Wenn diese Jungen gelernt haben, dass sie eine Frau, die sie ansprechen oder nur ansehen, in Afghanistan am besten gleich zu heiraten, damit diese Frau ihre Ehre nicht verliert, ist Sexualerziehung dieser Art Öl ins Feuer. Man kann eine Frau in Deutschland z.B. nach dem Weg fragen, einfach so, auf der Straße, ohne Hintergedanken oder irgendwas, mit einer Verkäuferin oder einer Beamtin sprechen. Als anzüglich empfundene Kleidung ist einfach Kleidung und sonst nichts. DAS muss erst einmal klar sein! Kein Wunder, dass die Jungen eine afghanische Jungfrau heiraten wollen, wenn sie derart sexualisiert auf Frauen losgelassen werden. Außerhalb Kabuls werden sie nicht einmal an Frauen auf der Straße gewöhnt sein. Ja das ist ein Kulturschock, und die Jungen sollten ernst genommen werden, bevor sie an irgendwelche weitergehenden Möglichkeiten denken. Lernen, arbeiten, und heiraten, wenn sie eine Familie versorgen können. Das ist nämlich in Afghanistan so und das verstehen sie. Dass man nicht verheiratet sein muss, um mit einer Frau zu reden oder ins Kino zu gehen, dass ist erst der zweite Lernschritt. Und der dritte Schritt ist dann Verhütung, Krankheiten usw... HIV/AIDS als europäische Krankheiten darzustellen ist darüberhinaus sehr gefährlich, da die Infektionszahlen überall in Asien steigen, eben weil das Tabuthemen sind und die Aufklärung fehlt. In Russland ist die größte HIV-Risikogruppe heterosexuell, in Tschetschenien oder dem Iran ist Drogenkonsum ein Risiko. Afghanistan ist keine ferne Insel. HIV-Aufklärung und generell Gesundheits- oder Sexualaufklärung sollte NIEMALS unter einem geographischen Aspekt behandelt werden. Der einzige Unterschied ist, das man in Deutschland darüber spricht bzw. sprechen kann. Sonst glauben diese Jungen, in Afghanistan gäbe es kein Aids, eine Schwangerschaft dort würde nur 2 Monate dauern und afghanische Frauen müssen Jungfrauen sein.
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