AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 31/2016

Essay zu Terroristen und Amokläufern Morden im Rampenlicht

Was treibt Amokläufer, und woher kommt der Hass der Islamisten? Psychoanalytiker Martin Altmeyer über die öffentliche Inszenierung von Allmacht und Größenwahn.


Marcus Langer / Jutta Fricke Illustrators / DER SPIEGEL

Martin Altmeyer , 68, ist Psychoanalytiker. Kürzlich erschien von ihm das Sachbuch "Auf der Suche nach Resonanz", in dem er die seelischen Veränderungen in der digitalen Moderne untersucht.


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Heft 31/2016
Wie Deutschland sich gegen den Terror wehren kann

Die Bluttaten fanden in aller Öffentlichkeit statt. In Paris vor einem Fußballstadion, in Straßencafés und in einem Klub. In Brüssel am Flughafen. In Nizza auf der Hautpromenade entlang des Strandes. Bei Rouen in einer Kirche. In München in einem Einkaufszentrum. Bei Würzburg in einem Regionalzug. In Ansbach am Rande eines Musikfestivals. Und bis zum Erscheinen dieses Beitrags vielleicht noch an weiteren Orten.

Nach einer Serie von Mordanschlägen "im Grenzbereich zwischen Amoklauf und Terror", so sagte es Innenminister Thomas de Maizière, wird das gesellschaftliche Klima in Europa von Angst und der wachsenden Sorge darüber beherrscht, mit welcher Bedrohung wir es zu tun haben und wie man sich davor schützen kann.

Wo liegen die Ursachen dieser mörderischen Gewalt?

Dr. Martin Altmayer
Bert Bostelmann/ DER SPIEGEL

Dr. Martin Altmayer

Ich schlage vor, das Morden im Rampenlicht unterschiedslos als öffentliche Inszenierung von Allmachtsfantasien zu verstehen: Jedes islamistische Terrorattentat ist eine Sonderform des Amoklaufs; jeder Amoklauf dient der Verbreitung von Tod, Angst und Schrecken; beide Formen des Gewaltausbruchs sind von enormer Kränkungswut, paranoidem Vernichtungsdrang und eitlem Größenwahn getrieben, unabhängig davon, ob die Mordmotive einer psychischen Erkrankung der Mörder, ihrem gestörten Selbst- und Weltbild, ihrer religiösen Überzeugung oder ihrer politischen Ideologie entstammen.

Täter sind keine Marionetten

Eine soziologische Gewaltforschung, die statt der Gewalt selbst bloß ihre angeblichen Ursachen untersucht, verfehlt ihren Untersuchungsgegenstand, so lautete schon 1997 der selbstkritische Befund des Soziologen Trutz von Trotha. Wir erführen viel "über Risikolagen, soziale und ökonomische Unterprivilegierung, Arbeitslosigkeit, Erziehungsdefizite, Schulversagen, Statusfrustration, psychische und soziale Pathologien, kurz, von allem, was nicht 'in Ordnung' scheint. Eine genuine Soziologie der Gewalt muss stattdessen mit der Gewalt beginnen, vor allem mit einer Phänomenologie der Gewalt". Ähnlich pragmatisch argumentierte 2015 Jan Philipp Reemtsma: "Lassen Sie uns banal miteinander werden", forderte er. "Wenn einer irgendetwas tut, nehmen wir an, dass er das tut, weil er das tun will." Man solle gewaltförmige Interaktionen genau beschreiben, weil die beste Erklärung in der präzisen Beschreibung liege. Gewalt brauche keine weitere Begründung, sie finde ihre Begründung in sich selbst, sie sei eine "attraktive Lebensform", in der sich der Gewalttäter großartig und zu Hause fühle.

Im Diskurs über die angeblichen Ursachen mörderischer Gewalt dominiert dagegen eine Logik kausaler Ableitung. Hinter der Tat müsse etwas liegen, was sie bewirkt, ihre wahre Ursache eben. So führt der psychosoziale Ursachendiskurs nicht nur weg vom eigentlichen Tatgeschehen, sondern entbindet den Täter von seiner Verantwortung, die nun Umständen zugeschrieben wird. Die Suche nach der wahren Ursache ist deshalb immer eine Suche nach dem wahren Täter und nach der eigentlichen Schuld. Wer sich auf diese Suche begibt, hat sich dafür entschieden, das Gewaltphänomen selbst zu ignorieren und dem wirklichen Akteur die Zurechenbarkeit seiner Tat zu bestreiten. Unter der Hand wird er zu einer Marionette gemacht, an der andere ziehen, nur er selbst nicht. Wir gewähren damit dem Gewalttäter jenen Bonus an Unverantwortlichkeit, den er sich selbst längst zugeschrieben hat. Er fühlt sich als Opfer von anderen, die als die wahren Täter auf die Anklagebank gehören. Die bittere Ironie der gängigen Gewaltforschung liegt darin, dass der Gewalttäter, den sie zum bedauerlichen Opfer erklärt, sich gerade entschieden hat, den Spieß umzudrehen. Ausgerechnet im Moment des Gewaltakts schlüpft er aus der Rolle des vermeintlich Gekränkten und Gedemütigten in die des gnadenlosen Rächers, um an seinen Peinigern Vergeltung zu üben.

"Warum lachen die Täter?", fragt der Kulturtheoretiker Klaus Theweleit in seiner Untersuchung zur Psychologie von Massenmördern im Medienzeitalter. Weil sie ihre totale Macht über andere genießen. Weil sie sich selbst mit den angstvollen Augen ihrer Opfer sehen. Weil sie neben den Opfern auch Zuschauer brauchen, die ihre Großartigkeit bezeugen. "Weil der Bösewicht allmächtig ist!", lautet die Antwort des Filmregisseurs George Lucas auf die Frage, warum bei Kindern an Halloween von allen Star-Wars-Figuren ausgerechnet Darth Vader die beliebteste ist.

Ich vernichte den anderen, also bin ich!

Sichtlich genoss der Amokläufer von München seinen Auftritt auf der medialen Weltbühne. Das lässt sich sogar auf den ins Netz gestellten Amateurvideos noch erkennen, die in Endlosschleifen auf vielen TV-Kanälen und im Internet heißliefen: In dunkler Montur mit rotem Rucksack aus der McDonald's-Filiale am Olympia-Einkaufszentrum heraustretend (drinnen hatte er bereits mehrere Menschen erschossen, wie sich herausstellen sollte), sieht man ihn in Kinomanier seine Pistole ziehen und auf panisch fliehende Passanten schießen. Nach der Tat stolziert er auf einem Parkdeck, wo er sich mit dem Bewohner eines benachbarten Hochhauses ein Rededuell liefert; ein anderer Bewohner desselben Hauses filmt die Szene. Dabei rechtfertigt der Täter seinen Schreckensauftritt larmoyant mit vergangenen Demütigungen: "Wegen euch wurde ich gemobbt, sieben Jahre lang. Und jetzt musste ich 'ne Waffe kaufen, um euch alle abzuknallen."

Was aber unterscheidet den Münchner Amoklauf eines psychisch labilen Täters eigentlich vom Terrorakt in Nizza, bei dem ebenfalls ein psychisch labiler Täter am sorgfältig geplanten, gründlich vorbereiteten und schließlich realisierten Tötungswerk war, außer dass der eine mit einer im Darknet erworbenen Pistole auf Menschen in einer Shoppingmall schoss und eine persönliche Kränkung für seinen mörderischen Racheakt reklamierte, während der andere mit einem angemieteten Lastwagen in eine Menschenmenge fuhr und sich zur Rechtfertigung auf eine religiöse Kränkung berief?

Sowohl Amokläufe als auch Terrorakte gehören zu einem neuartigen Typus von Gewaltverbrechen, die von der amerikanischen Kriminologie als "rampage killing" bezeichnet werden und ein Set an Tatmerkmalen miteinander teilen. Die Taten sind lange vorbereitet und werden in der Regel im Internet angekündigt. Das Morden geschieht auf offener Bühne. Die Mörder verstecken sich nicht. Sie fühlen sich mächtig. Sie weiden sich an der Angst ihrer Opfer. Wichtig ist ihnen, möglichst viele Menschen umzubringen, denn eine hohe Opferzahl hebt das Selbstwertgefühl der Täter und steigert die Bedeutsamkeit ihrer Taten. Oft sorgen sie dafür, dass Zuschauer und Kameras dabei sind, damit ihr Tötungswerk öffentlich bezeugt wird. In der Mehrheit der Fälle bringen sie sich in einem finalen Showdown selbst um, sei es mit der eigenen Waffe, sei es durch provoziertes Polizeifeuer.

Der Sinn dieses Schauspiels, bei dem der Täter zugleich Drehbuchautor, Dramaturg, Regisseur und Hauptdarsteller ist und anderen ihre Nebenrollen zuweist, erschließt sich aus den imaginierten Zwecken, mentalen Wirkungen und publikumswirksamen Folgen der Tat: den Vorfantasien des allmächtigen Täters und der posthumen Berühmtheit, die er sich erhofft, um in der Nachwelt Spuren zu hinterlassen. Das "rampage killing" kann man als pathologischen Narzissmus in Aktion begreifen, als Bühnenaufführung eines grandiosen Selbst. Während der Gewaltausübung findet eine Art soziale Neugeburt statt, ein radikaler Identitätswechsel, der aus einer schwachen eine starke Figur, aus dem Gekränkten einen Rächer, aus dem Verlierer einen Gewinner macht: Ein bisher Namenloser ist nun berühmt.

Ein exzentrisches Selbst läuft Amok

Nun ist die gewaltförmige Selbstinszenierung in der individualisierten, digitalisierten und medialisierten Lebenswelt der Moderne ein durchaus sperriger Untersuchungsgegenstand. Lieber würde man die Augen davon abwenden. Aber das hilft nicht. Wir müssen hinschauen und uns bemühen, auch die zeittypischen Gewaltphänomene im trüben Zwischenbereich von Psycho- und Soziopathologie zu verstehen. Aber wie kann man sie verstehen?

Den Inszenierungscharakter solcher narzisstischen Aufführungen hat uns Oliver Stone in "Natural Born Killers" von 1994 vorgeführt, basierend auf einem Drehbuch von Quentin Tarantino. Darin lässt er Woody Harrelson und Juliette Lewis als Killerpaar auftreten, das bei seiner mörderischen Tour durch das Land Medienberühmtheit erlangt und zum Idol der Jugend wird. An den Tatorten werden Überlebende hinterlassen, die als Zeugen von den Großtaten berichten können. Am Ende wird der TV-Reporter, der durch die Berichterstattung selbst berühmt geworden ist, zum Komplizen, der mitsamt seiner Kamera das Mörderpaar begleiten und dessen Heldentaten live kommentieren darf. Was die beiden nicht daran hindert, ihn am Ende zu erschießen: Sie bedürfen seiner persönlichen Zeugenschaft nicht mehr, ihnen genügt seine Fernsehkamera, die sie nun selbst bedienen.

In modernen Kommunikationsgesellschaften finden sich zahlreiche Schaubühnen, auf denen sich das Verlangen nach gesellschaftlicher Sichtbarkeit entfalten darf. Dazu gehören die sozialen Netzwerke, die persönlichen Homepages, die Chatrooms im Internet oder die interaktiven Formate des Fernsehens mit seinen zahllosen Casting- und Realityshows. Das zeitgenössische Selbst nutzt diese Schaubühnen als Spiegel- und Echoräume. Um Resonanzerfahrungen zu machen, muss das Selbst allerdings aus sich herausgehen, muss zeigen, was in ihm steckt, wird im buchstäblichen Sinne: "exzentrisch". Auch wer in Fitnessstudios seinen Körper trainiert, ihn unter Schmerzen tätowieren lässt, tut das nicht für sich allein, sondern um Umweltresonanz zu erhalten. Am Ende verlangt er oder sie, dass das Resultat der eigenen Anstrengung von einer interessierten Welt gefälligst beachtet und möglichst bewundert wird. Darin besteht die identitätsstiftende Wirkung von Selbstdarstellung und Selbstoptimierung.

Solche narzisstischen Identitätsspiele können allerdings entgleisen. Die Aussicht auf Resonanz lockt in den Grauzonen einer im Eiltempo zusammenwachsenden Welt zugleich die Gefährdeten, die Verzweifelten, die Gescheiterten, die Verlierer sowie politisch, spirituell oder religiös motivierte Hasardeure auf die boomenden Märkte einer Ökonomie der Aufmerksamkeit. Auch an den pathologischen Rändern der globalisierten Lebenswelt wird nämlich Selbstdarstellung gegen Beachtung getauscht. Auch die terroristischen Amokläufer und Selbstmordattentäter sind Kinder einer exzentrisch gewordenen Moderne. Auch beim Morden gilt die Identitätsformel der Mediengesellschaft: Ich werde gesehen, also bin ich!

Die unbewältigte Kränkung des Islam

Lange bevor das "highschool shooting" im medialen Rampenlicht zur Modeerscheinung unter sozialrebellischen Teenagern in den nördlichen Komfortzonen der Welt werden sollte, hatte der radikale Islamismus bereits seine Blutspur durch den Süden gezogen. Sie reichte von Süd- und Südostasien über den Nahen Osten bis hin zum afrikanischen Kontinent, bevor sie 1993 zum ersten Mal amerikanisches Terrain erreichte. In seinem im selben Jahr veröffentlichten, hoch umstrittenen SPIEGEL-Essay "Anschwellender Bocksgesang" hatte Botho Strauß spirituelle Konflikte jenseits der Ökonomie heraufdämmern sehen und an die Nähe des Heiligen zur Gewalt erinnert. Noch im selben Monat wurde auf das World Trade Center in New York von der islamistischen Organisation al-Qaida zum ersten Mal ein Bombenanschlag verübt, der sechs Menschen das Leben kostete und mehrere Hundert verletzte. Es war nur der Vorschein des Kommenden. Erst im 21. Jahrhundert sollte der Radikalislamismus mit Allmachtsgesten die Weltbühne betreten: Terroranschläge auf New York und Washington, London, Madrid, Paris. Mittlerweile ist der "Islamische Staat" in Europa zum Kult unter radikalisierten muslimischen Jugendlichen geworden, die sich mit dem Projekt eines totalitär verstandenen politischen Islam identifizieren. Der Schrecken, den er mit seinen Propagandavideos verbreitet, und die Machtgebärden, die er aussendet, sind seine stärksten Identitätswaffen.

Dabei nährt sich der sogenannte muslimische Totalitarismus vom Erbe der beiden totalitären Bewegungen im 20. Jahrhundert. Mit Kommunismus und Faschismus teilt der vom Islam inspirierte Totalitarismus erstens eine paranoide Weltverschwörungstheorie, der zufolge neben dem Kapital und den Juden nun der dekadente Westen das Böse verkörpert. Zweitens die Reinheitsutopie vom homogenen Volkskörper: Nach der klassenlosen Gesellschaft und der arischen Volksgemeinschaft wird nun die Umma als muslimische Heilsgemeinschaft angestrebt. Drittens die moralische Begründung der Barbarei, die nach dem Klassenmord im Namen des Proletariats und dem Rassenmord im Namen der Nation nun den Massenmord an Ungläubigen, Andersgläubigen, Abgefallenen und Verrätern im Namen der Religion gebietet. Und viertens einen apokalyptischen Märtyrer- und Todeskult, der den heroischen Sozial- oder Nationalrevolutionär durch den zu allem entschlossenen Gotteskrieger ersetzt.

In seinem Buch "Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen Welt" hat der Historiker Dan Diner 2005 den Finger in die narzisstische Wunde im kollektiven Unbewussten der Muslime gelegt: ein verletztes Selbstwertgefühl, das mit dem historischen Niedergang und der Rückständigkeit des Islam zu tun hat und mit dem verzweifelten Versuch, die Kränkung projektiv zu bewältigen. Anstatt die Ursachen für das Elend in der eigenen Kultur- und Sozialgeschichte zu suchen, wird immer noch der kolonialistische Westen beschuldigt, obwohl für die miserablen Zustände längst die eigenen Eliten verantwortlich sind. Anstatt die hausgemachten Entwicklungshemmnisse zu beseitigen, die vor allem in mangelnder Bildung, Analphabetentum und religiöser Dogmatisierung von Schulen und Universitäten liegen, klagt man über die anhaltende Diskriminierung des Islam. Anstatt Menschenrechte anzuerkennen und ökonomische, politische, kulturelle, soziale und persönliche Freiheiten zu gewähren, um eine Entwicklungsdynamik in Gang zu setzen, werden diese Rechte und Freiheiten als unislamisch verteufelt. Anstatt die Symbiose von Staat und Religion aufzuheben, damit die Gesellschaft ihre Potenziale entfalten kann, wird an der Idee des Gottesstaats festgehalten.

Mit Diner lässt sich die Verteidigungs- und Aggressionsbereitschaft, die der radikale Islamismus predigt, als paranoide Reaktion auf ein selbst verschuldetes Modernisierungsdefizit deuten. Sie geht mit einer Verliererstrategie einher, die von den Frontsoldaten des gewaltbereiten Dschihadismus in Europa übernommen wird. Verpfuscht, wie ihr Leben sonst ist, halten sie an ihrer vermeintlichen Kränkung fest, um ihre narzisstische Wut zu rechtfertigen und sich wichtigzutun. Der libanesische Intellektuelle Samir Kassir, der 2005 durch eine Autobombe vor seinem Haus getötet wurde, sprach vom "arabischen Unglück": Der vom Islamismus gewiesene Ausweg aus der empfundenen Ohnmacht, der weltweite Terror, gleiche "bestenfalls dem Wüten des rasenden Samson" und diene lediglich dazu, die moralische Überlegenheit des Opfers zu demonstrieren.

Gegen diese niederträchtige Zurschaustellung lässt sich in einer liberalen Demokratie wenig ausrichten. Vielleicht hilft einzig die Verweigerung von Anerkennung, der Entzug von Resonanz: keine Bilder, keine Namen, kein Medienecho.

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Heft 31/2016
Wie Deutschland sich gegen den Terror wehren kann


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Seite 1
jujo 02.08.2016
1. ...
Wenn ich lese das die Amokläufer, Attentäter, Terroristen psychische Probleme hatten, teils in Behandlung waren, so wundert mich das nicht. Denn gemeinhin als normal bezeichnete Menschen tun so etwas nicht!
Großbär 02.08.2016
2. Die entscheidende Anerkennung narzisstisch motivierter Gewalttaten...
... liefert in der Tat oft die Resonanz in den Medien. Da wird den Tätern bescheinigt, wie professionell und brutal sie vorgegangen sind, welche Angst die Opfer zu leiden hatten. Das ist doch genau die Resonanz, die die kranken Seelen der Täter erfahren wollen! Genausogut könnten unsere Medien und Politiker den Tätern gleich einen Orden um den Hals hängen. Besser wäre es, öffentlich darüber zu debattieren, warum die Täter ihre Homosexualität nicht akzeptieren konnten (wie es in Orlando tatsächlich der Fall war). Ein solches "Andenken" will kein Täter. Er will sich vielmehr als allmächtiger Mann gesehen wissen (mit Betonung auf "Mann"). Es wird Zeit für eine neue Forschungsrichtung: Soziopsychologie zukurzgekommener Männer. Man könnte natürlich auch von Genderforschung reden. Aber das macht ja auch den gebildeten und erfolgreichen Männern der westlichen Welt Angst.
petra.stein 02.08.2016
3.
Die Attentäter dürften noch nicht mal beim Namen benannt werden--weil eben auch die -meist-unbeteiligten Familien nix für so nen Psychopaten können. UND--das wichtigste....KEINER könnte den/diejenige für einen Märtyrer halten--weil keiner seinen Namen kennt. Es würde reichen, wenn es in den Nachrichten heisen würde (als Beispiel) "Mann, 25 hat sich mit einem Sprengstoffgürtel umgebracht. " mehr nicht...Solche Leute verdienen NICHT MEHR aufmeksamkeit. Nicht: Woher kommt er, wie waren seine letzten Tage, was hat er gefrühstückt ?? Viel zuviel aufhebens um solche Leute, das zu drucken oder veröffentlichen. Denn dann sehen andere psychopaten, dass ER das ja "geschafft" hat, "Berühmt" zu werden....
stoffi 02.08.2016
4.
Zitat von petra.steinDie Attentäter dürften noch nicht mal beim Namen benannt werden--weil eben auch die -meist-unbeteiligten Familien nix für so nen Psychopaten können. UND--das wichtigste....KEINER könnte den/diejenige für einen Märtyrer halten--weil keiner seinen Namen kennt. Es würde reichen, wenn es in den Nachrichten heisen würde (als Beispiel) "Mann, 25 hat sich mit einem Sprengstoffgürtel umgebracht. " mehr nicht...Solche Leute verdienen NICHT MEHR aufmeksamkeit. Nicht: Woher kommt er, wie waren seine letzten Tage, was hat er gefrühstückt ?? Viel zuviel aufhebens um solche Leute, das zu drucken oder veröffentlichen. Denn dann sehen andere psychopaten, dass ER das ja "geschafft" hat, "Berühmt" zu werden....
Der Täter reisst aber immer andere Menschen mit in den Tod und darum will die Öffentlichkeit informiert werden.
Airkraft 02.08.2016
5. Völlig richtig!
Zitat von petra.steinDie Attentäter dürften noch nicht mal beim Namen benannt werden--weil eben auch die -meist-unbeteiligten Familien nix für so nen Psychopaten können. UND--das wichtigste....KEINER könnte den/diejenige für einen Märtyrer halten--weil keiner seinen Namen kennt. Es würde reichen, wenn es in den Nachrichten heisen würde (als Beispiel) "Mann, 25 hat sich mit einem Sprengstoffgürtel umgebracht. " mehr nicht...Solche Leute verdienen NICHT MEHR aufmeksamkeit. Nicht: Woher kommt er, wie waren seine letzten Tage, was hat er gefrühstückt ?? Viel zuviel aufhebens um solche Leute, das zu drucken oder veröffentlichen. Denn dann sehen andere psychopaten, dass ER das ja "geschafft" hat, "Berühmt" zu werden....
Die Medien tragen sicherlich mit ihren Endlosschleifen in der "Berichterstattung" zu dem Problem bei und fördern wohl auch Nachahmungstäter. Diese Individuen sollten daher möglichst schnell der Vergessenheit anheim fallen und nicht noch posthum, bis zum nächsten Vorfall, durch die Medien geschleift werden.
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