25.11.2013

Neue Klassik-CDs

"Mikhail Pletnjow in Person"
(Onyx)
In Europa tritt er nicht mehr allzu häufig auf; umso wichtiger, dass Pletnjows einzigartige Virtuosität durch Aufnahmen präsent bleibt. Beethovens zweite Klaviersonate, Bachs zweite Partita und weitere Kabinettstücke entfalten unter seinen Händen grandiose Farbenspiele - fast nicht zu glauben, dass es sich um Gelegenheitsmitschnitte handeln soll.
J. A. Hasse: "Marc' Antonio e Cleopatra"
(Deutsche Harmonia Mundi)
Als Zwischenform gab es im Hochbarock die Serenata, eine Folge von Rezitativen und Arien, die meist einem Regenten huldigte. Hasses Debütwerk für Neapel stellte 1725 der unbändigen Kleopatra (Francesca Lombardi Mazzulli) einen milden Marc Anton (Vivica Genaux) gegenüber. Claudio Osele und Le Musiche Nove machen das Psychodrama zum Hörgenuss.
"Herwig Zack - Made in Germany"
(Avie)
Der Würzburger Meister puren Geigenklangs liefert eine Gesamtaufnahme: alle drei Sonaten samt Ansatz einer vierten, die Paul Hindemith für Solovioline schrieb. Umrahmt werden die neoklassischen Stücke von Bachs erster Solosonate, einem zitatreichen neuen Werk Klaus Hinrich Stahmers und Max Regers edel barockisierender Chaconne von 1910.
Cristobal de Morales: "O Magnum Mysterium"
(cpo)
Gegen die vielen Weihnachtsplatten mit Neuaufgüssen des ewig gleichen Liedguts wirkt diese CD als eine Offenbarung: Die Motetten des Spaniers, entstanden in der Lutherzeit, scheinen von Zeitmoden unberührt und wie aus sich selbst zu strahlen. Manfred Cordes und sein Ensemble Weser-Renaissance machen daraus ein Fest nobler Innigkeit.
"Walter Gieseking - The complete Homocord recordings etc." (APR)
Um zu üben, brauchte er nur die Noten zu lesen - Fingertraining hatte Walter Gieseking (1895 bis 1956) kaum nötig. Täuschend schlicht klingen schon die frühen Aufnahmen bis 1928; die Experten vom Label APR haben ihre Funde u.a. mit zwei wenig bekannten post-impressionistischen Kompositionen für Flöte und Klavier von Gieseking selbst angereichert.
W. A. Mozart: "Symphonien, Vol. 12"
(Dacapo/ Naxos)
Geschafft! Adam Fischer suchte in seiner Gesamtaufnahme von Mozarts Symphonien mit dem Dänischen Kammerorchester einen Klang wie zu Mozarts Zeit: spritzig oder lyrisch, aber nie verbissen. So drängen sich in der g-Moll-Symphonie die Emotionen, und die Jupiter-Symphonie wird zum heiter-knalligen Silvesterfeuerwerk.
Von Johannes Saltzwedel

KulturSPIEGEL 12/2013
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