30.06.2014

Verführerin im Spaßgewitter

Die Schauspielerin Nora Buzalka beginnt am Münchner Residenztheater mit einer Komödie über die heißeste Zeit des Jahres.
J eder ist auf jeden eifersüchtig, alle sind pleite, aber keiner will's zugeben." So fasst die Schauspielerin Nora Buzalka das Stück zusammen, das sie gerade am Münchner Residenztheater probt. Sex, Macht und Geld: Das klingt wie von heute, ist aber Carlo Goldonis "Trilogie der Sommerfrische" aus dem Jahr 1761. Eine Komödie über die Urlaubszeit, wenn alle unter dem Zwang stehen, es sich besonders schön zu machen, und die Hitze alle durchdrehen lässt.
Der Regisseur Herbert Fritsch ist ein Experte für solche Stücke, die er mit Slapstick, aberwitzigem Tempo und Musik so unter Druck setzt, bis die bürgerlichen Fassaden zusammenbrechen. Für Nora Buzalka ist die "Trilogie der Sommerfrische" bereits die siebte Zusammenarbeit mit Fritsch, sie hat schon in Oberhausen und an der Berliner Volksbühne gezeigt, welches Talent sie für seinen exaltierten Stil hat. "Die Figur der Giacinta, die ich jetzt spiele, ist wie ein Potpourri aus meinen bisherigen Rollen bei Fritsch", sagt Buzalka, 31. "Giacinta ist kleines Mädchen und Verführerin zugleich." Sie schwärmt von der "Energie und der Leidenschaftlichkeit", die Fritschs Arbeiten tragen - und so, wie sie davon erzählt, direkt von den Proben kommend, hat man den Eindruck, der Rausch hält noch an.
Die Giacinta ist Buzalkas erste Rolle am Residenztheater, ab September ist sie fest im Ensemble. Dann wird sie die Putzi in Edward Albees Klassiker "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" spielen, Regie führt Martin Kušej. "Die Rolle passt zu meiner Situation", sagt Buzalka mit Begeisterung in der Stimme, "diese Putzi wird irgendwohin eingeladen und weiß nicht so genau, was sie da erwartet."
München: Trilogie der Sommerfrische. Premiere am 3.7. im Residenztheater, Tel. 089/21 85 19 40.
Von Anke Dürr

KulturSPIEGEL 7/2014
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