29.09.2014

Premieren im Oktober

BERLIN
Woyzeck. Premiere am 3.10. im Deutschen Theater. Auch am 4., 11., 16. und 22.10., Tel. 030/28 44 12 25.
Sebastian Hartmann stellt dem bildmächtig überzeugenden "Woyzeck" von Leander Haußmann, der gerade am Berliner Ensemble Premiere hatte, eine abgespeckte Version entgegen: Bei ihm gibt es nur Woyzeck, Marie und einen Musiker.
Tessa Blomstedt gibt nicht auf. Uraufführung am 15.10. in der Volksbühne. Auch am 17., 18. u. 25.10., Tel. 030/24 06 57 77.
Christoph Marthaler und sein Ensemble machen sich Gedanken über das Rendezvous, die Liebe und die Ehe in Zeiten des Internetdatings.
Kaputt. Uraufführung am 30.10. in der Volksbühne, Tel. 030/24 06 57 77.
Als "Tour de force européenne" kündigt Frank Castorf seine Curzio-Malaparte-Bearbeitung an - nichts anderes erwartet man von ihm. Der frühe Mussolini-Verehrer Malaparte erzählt in seinem Roman "Kaputt" von den Fronten des Zweiten Weltkriegs.
Orpheus in der Oberwelt: Eine Schlepperoper. Uraufführung am 10.10. im HAU 2. Auch 11.-13.10., Tel. 030/25 90 04 27.
Evros heißt der Fluss, an dem heute Flüchtlinge scheitern, die an der südöstlichen Grenze Europas ihr Glück versuchen. Auch in der griechischen Mythologie spielt er eine Rolle. Die Truppe Andcompany&Co. kombiniert beide Geschichten.
BOCHUM
Die Kinder von Opel. Uraufführung am 17.10. im Theater Unten im Schauspielhaus. Auch 19. u. 23.10., Tel. 0234/33 33 55 55.
Zum Abschluss der Stadtentwicklungsrecherche "Das Detroit-Projekt" holt das Kainkollektiv Kinder auf die Bühne, die in Bochum schon hautnah erfahren, was die Begriffe Strukturwandel und Globalisierung bedeuten.
BREMEN
Faust hoch zehn. Premiere am 18.10. im Kleinen Haus des Theaters. Auch am 22., 25. und 31.10., Tel. 0421/365 33 33.
Mathematik gehört nicht zu den Disziplinen, die Goethes Held "mit heißem Bemühn" studiert hat. In seiner langen Interpretationsgeschichte gab es neben "Faust I und II" auch schon mal Nr. 3 und natürlich Marthalers berühmten "Faust Wurzel aus 1 + 2". Jetzt macht der Regisseur Felix Rothenhäusler aus Goethe und Jelineks "FaustIn and Out" "Faust hoch zehn" - sein Leitthema ist passenderweise der Größenwahn.
FRANKFURT/MAIN
Die Blechtrommel. Premiere am 10.10. im Schauspielhaus. Auch am 20., 24. und 31.10., Tel. 069/21 24 94 94.
Deutsche Geschichte, von außen betrachtet: Der hochgelobte russische Regisseur Konstantin Bogomolov bringt Günter Grass' Meisterwerk auf die Bühne.
HAMBURG
Wassa Schelesnowa. Premiere am 17.10. im Schauspielhaus. Auch am 24. und 28.10., Tel. 040/24 87 13.
Das Schauspielhaus setzt in dieser Saison auf Bewährtes: Altmeister Dieter Giesing inszeniert einen klassischen Gorki. In der Titelrolle: Maria Schrader.
Der Ring: Rheingold/Walküre. Premiere am 25.10. im Thalia Theater. Auch am 26. und 31.10., Tel. 040/32 81 44 44.
Der Regisseur Antú Romero Nunes, der am Thalia schon mit einem großartigen "Don Giovanni" Erfolg hatte, kombiniert in seiner Nibelungen-Inszenierung Wagners Oper und Hebbels Drama. Teil 3 und 4 sind für Januar angekündigt.
Bach/Passion/Johannes. Uraufführung am 1.10. auf Kampnagel. Auch am 2., 3. und 4.10., Tel. 040/27 09 49 49.
Der Choreograf Laurent Chétouane ist ein extrem intellektueller Künstler. In seinem neuen Stück geht es ihm um die Frage, wie tolerant das Christentum ist. Vier Tänzer, eine Sängerin und sieben Musiker des Solistenensembles Kaleidoskop wandern dazu "singend durch die Passion".
KASSEL
Smokefall. Deutschsprachige Erstaufführung am 1.10. im Schauspielhaus. Auch am 3., 11., 12., 22., 25. und 29.10., Tel. 0561/ 109 42 22.
"Wie Thornton Wilder auf LSD" lese sich das neue Stück von Noah Haidle, schrieb der Kritiker von Variety, und die Chicago Tribune verkündete, man dürfe Haidles neues Familiendrama auf keinen Fall verpassen. Der Kasseler Intendant Thomas Bockelmann war der Schnellste und inszeniert gleich selbst, wie schon beim Haidle-Erfolgsstück "Lucky Happiness Golden Express".
KÖLN
Das Käthchen von Heilbronn. Premiere am 17.10. im Depot 1 des Schauspiels. Auch am 22., 25. und 26.10., Tel. 0221/ 22 12 84 00.
"Große Gefühle verlangen große Hallen" - nach dieser Devise macht der Intendant und Regisseur Stefan Bachmann die (Akustik-)Not des Ausweichquartiers zu einer Tugend. Julia Riedler hat auf jeden Fall die nötige Power für Kleists Heldin.
Viel gut essen. Uraufführung am 18.10. in der Halle Kalk. Auch am 19., 22., 24., 25., 28. und 30.10., Tel. 0221/22 12 84 00.
Männer und Frauen sind seit je das Thema der Autorin (und SPIEGEL-ONLINE-Kolumnistin) Sibylle Berg. Sie hat sich schon so oft über den Magerwahn der Frauen ausgelassen, dass bei diesem Titel klar ist: Es kann hier nur um Männer gehen.
LEIPZIG
Das Tierreich. Uraufführung am 3.10. in der Diskothek des Schauspiels. Auch am 8., 16. und 26.10., Tel. 0341/126 81 68.
Deutschland, ein Sommermärchen: Das Regieduo (Jakob) Nolte und (Michel) Decar erzählt aberwitzige Geschichten von jungen Menschen in den Ferien. Höhepunkt: Ein Panzer fällt auf die Schule. Regie: Gordon Kämmerer.
MÜNCHEN
Hoppla, wir leben. Premiere am 9.10. im Cuvilliéstheater. Auch am 12. und 15.10., Tel. 089/21 85 19 40.
Aber wozu? Die Regisseurin Anne Lenk macht aus Ernst Tollers Abgesang auf die Weimarer Republik einen Kommentar zum Zustand der Bundesrepublik.
Geschichten aus dem Wiener Wald. Premiere am 18.10. in den Kammerspielen. Auch am 22. u. 27.10., Tel. 089/23 39 66 00.
"Eine rein menschliche Beziehung wird erst dann echt, wenn man was voneinander hat." So denken die Menschen in Horváths Antivolksstück - nur Marianne nicht, und das ist natürlich fatal für sie. Anna Drexler spielt Marianne, Stephan Kimmig inszeniert.
STUTTGART
Du weißt einfach nicht, was die Arbeit ist. Uraufführung am 4.10. im Kammertheater. Auch am 6., 7., 9., 12., 13., 14. und 17.10., Tel. 0711/20 20 90.
Der Theatermacher René Pollesch ist ein Serientäter. Nach Berlin schlägt er jetzt wieder in Stuttgart zu.
WEIMAR
Hofmeister. Premiere am 3.10. im Großen Haus des Nationaltheaters. Auch am 16. und 23.10., Tel. 03643/75 53 34.
Kai-Ivo Baulitz (Text) und Enrico Stolzenburg (Regie) adaptieren das Drama von J.M.R. Lenz für die Gegenwart: Der Hofmeister ist nun ein Nachhilfelehrer, "unterbezahlt und in den Arsch getreten".
Helden! Uraufführung am 30.10. auf der Studiobühne des Nationaltheaters, Tel. 03643/75 53 34.
Karen Köhler schreibt nicht nur Kurzgeschichten (siehe Seite 18), sondern auch Dramen. Ihr neues (für Jugendliche ab 12 Jahren) ist eine Fortsetzung ihres Stücks "Deine Helden - meine Träume".
WIEN
Dantons Tod. Premiere am 24.10. im Burgtheater. Auch am 26. und 31.10., Tel. 0043/1/514 44 44 40.
Jan Bosse inszeniert das Duell zweier großer Männer: der Realo Danton (Joachim Meyerhoff) gegen den Fundi Robespierre (Michael Maertens).
Sinfonie des sonnigen Tages. Uraufführung am 2.10. im Schauspielhaus. Auch 4., 5., 21. u. 22.10., Tel. 0043/1/317 01 01 18.
Ein Tag am Mittelmeer: Auf der einen Seite ein Paar in der Beziehungskrise, auf der anderen Seite eine Frau auf der Flucht. Felicitas Brucker inszeniert Anja Hillings Sinfonie, den Sound liefert die Elektro-Band Mouse on Mars.
FESTIVAL
Paris: Festival d'Automne. Noch bis 31.12., Tel. 0033/1/53 45 17 17, www. festival-automne.com
Herausragendes Ereignis im Oktober: Robert Wilson inszeniert Jean Genets schon wegen des Titels umstrittenes Stück "Les Nègres". Ist der Altmeister mit seiner Hyper-Ästhetik der Richtige dafür?

KulturSPIEGEL 10/2014
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KulturSPIEGEL 10/2014
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