27.10.2014

Gratulation!

Die Gewinner des Orange Social Design Award stehen fest: die mit U-Bahn-Abluft klimatisierte „U-Rangerie“ und die „Mitfahrerbank“.
Wie kann man unwirtliche Plätze so gestalten, dass Anwohner sich gern auf ihnen aufhalten? Wie kann man Orte schaffen, an denen Menschen sich begegnen und nicht nur als Passanten aneinander vorbeigehen? "Gutes Design, das Gutes bewirkt" war gesucht für den Orange Social Design Award, den Kultur SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE, unterstützt von Bauhaus, erstmals in diesem Jahr vergeben. Mehr als 200 Einsendungen aus aller Welt trafen ein, sogar Projekte aus Hongkong, den USA und Indien wurden ins Rennen geschickt.
Und nachdem erst aus den Einreichungen eine Shortlist von zehn Projekten ausgewählt wurde, stehen nun die Sieger fest: Den Jury-Preis gewinnt die "U-Rangerie" - ein Gewächshaus über einem U-Bahn-Schacht, das mit der Abluft im Sommer gekühlt und im Winter geheizt wird. Die "U-Rangerie" ist ein Projekt von sieben Berliner Architekturstudenten, die in der Gropiusstadt ein Treibhaus aufstellten, "eine klimatisch gepufferte grüne Insel der Nachbarschaft für den Winter". Das Gewächshaus besteht aus Theaterleisten, Multiplex- oder OSB-Plattenmaterial, Folie und Schrauben und lässt sich daher leicht nachbauen. "Von Urban Farming hat man in den vergangenen Jahren ja viel gehört: Die Stadt wird als Landwirtschaftsraum neu gedacht, auf Brachflächen können Städter ihr Bio-Gemüse anpflanzen. Aber die U-Rangerie verknüpft dies mit einer faszinierend einfachen und nachhaltigen Idee: Die warme Luft aus den U-Bahn-Schächten wird genutzt. Auch architektonisch ist das Projekt überzeugend gestaltet. Und hat es nicht auch etwas Poetisches, die urbane Ober- und Unterwelt auf diese Weise zu verbinden?", sagt Mateo Kries, Direktor des Vitra Design Museums in Weil am Rhein und Mitglied der Jury.
Auf SPIEGEL ONLINE konnten die Leser aus der Shortlist ihren Favoriten auswählen. Gewonnen hat den Publikumspreis die "Mitfahrerbank", ein Projekt des "Netzwerks Mobilität in der Verbandsgemeinde Speicher". Die Bank wurde Mitte August in der Eifel aufgestellt als "Kristallisationspunkt für spontane Fahrgemeinschaften (Vorbild Trampen)", wie es in der Projektbeschreibung heißt. Die Bank steht vor dem Rathaus, und wer sich darauf setzt, möchte mitgenommen werden zum Bahnhof oder nach Bitburg. Die "Mitfahrerbank" ermöglicht Mobilität in Gegenden, in denen der öffentliche Nahverkehr lückenhaft ist.
Die Preise sind mit jeweils 2500 Euro dotiert. Weitere Informationen über die Gewinner, die Shortlist und die Jury gibt es unter: www.spiegel.de/orange-award.

KulturSPIEGEL 11/2014
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KulturSPIEGEL 11/2014
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