28.03.2015

SPÄTZÜNDER

Der Oboist Hansjörg Schellenberger nutzt klug seine Freiheit von der Orchesterroutine.
Früher war er bisweilen mehr Manager als Musiker: 14 Jahre lang verantwortete Hansjörg Schellenberger im Ensemble der Berliner Philharmoniker die Klang- und Bildaufnahmen des Spitzenorchesters, anfangs neben dem Musikzaren Herbert von Karajan. Mit 53 Jahren entschloss er sich 2001, als Solo-Oboist aufzuhören. Gern und oft dirigiert der Chiemgauer seither selbst, zudem lehrt er in Manchester und Madrid. Das Oboenspiel kommt dank der vielen Kontakte Schellenbergers nicht zu kurz. So hat er unlängst mit befreundeten Streichervirtuosen Mozarts Oboenquartett KV 370 und eine Spezialversion von Joseph Haydns späten "Sieben letzten Worten unseres Erlösers am Kreuze" aufgenommen: weise Meditationen, die dank des Holzblasinstruments noch eine Spur plausibler und eigenständiger wirken. Erschienen sind die Live-Aufnahmen auf Schellenbergers feinem kleinem Label Campanella (Italienisch: Glöckchen oder Schelle). Also doch wieder Manager-Arbeit? Ja, aber in ureigener Sache, aus Begeisterung – gelernt ist halt gelernt, und welche Freude allen das Spiel gemacht hat, hört man deutlich heraus.
Von Johannes Saltzwedel

KulturSPIEGEL 4/2015
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