27.09.2010

Blitzblank attraktiv

Nikki Yanofsky ist erst 16 Jahre alt und kann bereits alles singen - ein perfekter und sich bescheiden gebender Star.
N ikki Yanofsky ist so perfekt, dass es einem Angst machen könnte: Die Kanadierin singt, als hätte sie ein ereignisreiches Leben in Jazzspelunken hinter sich, sie ist blitzblank attraktiv wie aus einer Disney-Produktion (tatsächlich sang sie für den Disney-Film "High School Musical 2") und ist - potz Blitz - erst 16 Jahre alt. Ein Wunderkind, das technisch perfekt trällert, mit 14 bereits ein Live-Album mit Liedern von Ella Fitzgerald veröffentlichte und nun ihre erste Studio-Platte nachlegt. Als dieses wohlerzogene, von den Eltern gemanagte Wesen, das stets strahlend zu lachen scheint und bescheiden, aber klug mit Journalisten plaudert, entdeckt wurde, werden die Plattenmanager vor Glück geweint haben.
Für den geschmeidigen Klang des dezent "Nikki" betitelten Albums spendierte die Firma dann auch den Star-Produzenten Phil Ramone, der bereits Frank Sinatra zur Hand ging. Einwandfrei trägt der Teenager unter dessen Regie Jazzklassiker wie "Take the ,A' Train" oder "God Bless the Child" vor. Interessant wird die Platte aber erst bei den neuen Liedern: gelungenen Pop-Songs, für die sich Yanofsky kanadische Könner wie den tollen Barden Ron Sexsmith und Leslie Feist als Autoren buchte. "Ich sehe mich nicht als Jazzsängerin. Ich bin einfach eine Sängerin", sagt das Kind bescheiden. Ein perfektes Mädchen eben.
Nikki Yanofsky: "Nikki"
(Decca/ Universal)
Von Christoph Dallach

KulturSPIEGEL 10/2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


KulturSPIEGEL 10/2010
Titelbild
Abo-Angebote

Sichern Sie sich weitere SPIEGEL-Titel im Abo zum Vorteilspreis!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

  • Queen's Speech: Elizabeth II. verliest Johnsons Pläne
  • Stillgelegtes Kraftwerk: Vier Kühltürme gleichzeitig gesprengt
  • Brexit-Angst auf Rügen: Kein Deal, kein Fisch
  • Hightech-Mode für Gehörlose: Musik fühlen statt hören