28.11.2011

Die Sucht nach neuen Erfahrungen

Mark Greif: "Bluescreen". Aus dem Amerikanischen von Kevin Vennemann. Suhrkamp; 232 Seiten; 15 Euro.
Wenn die europäischen Denker Siegfried Kracauer, Roland Barthes und Guy Debord noch leben würden, und zwar in den USA, wenn sie über YouTube, Reality-TV und Rap nachdenken würden, und zwar gemeinsam, dann könnte dabei ein Buch entstehen wie dieses: "Bluescreen". Alleiniger Autor des Essaybandes ist ein junger US-Amerikaner: Mark Greif, 36, Mitgründer der Kulturzeitschrift "n+1" und neuer Star der linksintellektuellen Szene New Yorks. Er schreibt radikal subjektiv, mischt Analysen und Anekdoten, lose verbunden durch seine Hauptdiagnose: die totale Ästhetisierung und Dramatisierung unseres Lebens. Wir sind süchtig nach neuen Erfahrungen, auch wenn wir längst überreizt sind. Greifs Texte sind nicht immer stringent, aber sie stecken voll schlauer Schlaglichter auf Alltagsphänomene. Ideal, um innezuhalten und eine Zigarette zu rauchen.
Von Tobias Becker

KulturSPIEGEL 12/2011
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Titelbild
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