23.12.2011

Neue Pop-CDs

Susanna Wallumrød, Giovanna Pessi: "If Grief Could Wait" (ECM)
Susanna Wallumrød beherrscht meisterlich die Kunst, sich fremde Lieder zu eigen zu machen. Sie verzauberte bereits Songs von AC/DC, Black Sabbath, Joy Division oder Abba in gletscherkalte Geisterballaden. Nun hat sich die junge Norwegerin mit einer Schweizer Harfenistin zusammengetan und surrt Lieder von Leonard Cohen, Nick Drake und dem englischen Barock-Komponisten Hen-ry Purcell, was selbstverständlich herzerfrischend frostig klingt.
Blank & Jones: "Chilltronica No. 3"
(Soundcolours)
Pünktlich zum ersten Schneegestöber und zu langen Glatteisnächten setzt das deutsche Produzenten-Duo Blank & Jones seine Winterpop-Reihe fort. Gewohnt makellos verzahnen die zwei Zeitlupen-Songs der melancholischen Art: von Mazzy Star über Moby, The Cure, Bliss, Steve Kilbey und Trespassers William bis zu eigenen Songs.
The Kinks: "The Kinks in Mono"
(Sanctuary)
Viele Puristen schwören auf die Mono-Aufnahmen von Sechziger-Jahre-Größen, weil es die Originalversionen sind, die dem Stand der Technik entsprachen. Dementsprechend ist diese Box mit den ersten sieben Alben der Kinks - alles Heiligtümer des britischen Pop - plus drei CDs mit Raritäten ein Schatzkasten für alle betuchten Fans der Band.
Slow Electric: "Slow Electric"
(Panegyric)
Seit mehr als zwei Jahrzehnten produziert der Brite Tim Bowness nun schon seinen verschlungenen Kunst-Pop jenseits des Rampenlichts. Gekonnt verknüpft er seine sanfte Märchenstimme mit Elektrobeats und Gitarren zu oft episch angelegten Tagtraum-Kompositionen. So klingt auch das feine Debüt seiner neuen Band.
Dente: "iotradinoi"
(Ghost Records). Ab 13.1.
Italienische Popmusik beschränkt sich für viele Hörer außerhalb des Landes auf die üblichen Verdächtigen wie Celentano oder Ramazzotti. Hippe Nachwuchskräfte wie Dente haben es im Ausland schwer. Vier daheim gefeierte Alben hat der Singer/Songwriter bereits veröffentlicht. Sein neues erinnert an Kings Of Convenience und Beck und sollte entdeckt werden.
Bob Dylan: "Pure Dylan" (Columbia)
Menschen mit überdurchschnittlicher Begeisterung für His Bobness nennt man Dylanologen. So einer verantwortet die-se Zusammenstellung voller heimlicher Hits, Raritäten und Ausgrabungen aus gut fünf Jahrzehnten. Dass das, am Stück durchgehört, aufregend wie ein frisches Dylan-Album klingt, ist die Überraschung.
Von Christoph Dallach

KulturSPIEGEL 1/2012
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Titelbild
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