30.01.2012

Neue Jazz-CDs

David Murray/ Jamaaladeen Tacuma: "Rendezvous Suite"
(Jazzwerkstatt)
Tacumas funkiger E-Bass schafft den idealen Groove für Murrays erdiges Tenorsaxofon und seine knarzende Bassklarinette. Die Suite über Luther Kings Traum wurde nach Obamas Wahlsieg aufgenommen. Beim Titel "Yes, We Can" kommt der Dichter Amiri Baraka mit einer Rap-Einlage zu dem Quintett, dessen Sound zuweilen an Weather Report erinnert.
Esther Berlansky: "In Between"
(Jazzsick Records)
Die Düsseldorfer Sängerin und Komponistin mit ungarischen Wurzeln erfindet für Volkslieder moderne Akkorde und variiert traditionelle Melodien mit ihrer Sopranstimme bis hin zum Scat-Gesang - so entsteht aus Folklore Jazz. Berlan-skys Trio mit Mathias Haus (Vibrafon) sorgt für die rhythmische Spannung. Ein reizvolles Album.
Julian Fischer Quartet: "Stay"
(Berthold Records)
Gitarrist Fischer personifiziert den Aufstieg eines Jazzmusikers von heute: Preise bei "Jugend musiziert" (Bereich Klassik), Gewinner beim Bundeswettbewerb "Jugend jazzt", ein Stipendium für das "Berklee College of Music". Präpariert für einen Headstart, komponierte der gerade einmal 19 Jahre alte Bremer alle Stücke seiner gelungenen Debüt-CD.
Pure Desmond: "When Lights Are Low"
(Minor Music). Ab 3.2.
Der Name des Quartetts des Altsaxofonisten Lorenz Hargassner annonciert seine Musik: Cooljazz im Stil des Dave-Brubeck-Saxofonisten Paul Desmond. Wiederhören macht Freude, mögen Altjazzer sagen; junge Fans entdecken einen für sie neuen Sound zum Chillen. Entspannung pur! Desmonds Welthit "Take Five" fehlt auf der CD.
Von Hans Hielscher

KulturSPIEGEL 2/2012
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