24.06.2013

Bloß nicht so schüchtern vor großen Fragen

Markus Gabriel: "Warum es die Welt nicht gibt". Ullstein; 272 Seiten; 18 Euro.
Da kann ja jeder kommen - einfach die Welt leugnen! Aber Vorsicht: Was Markus Gabriel, 33, Philosophieprofessor in Bonn und ein argumentativer Pfiffikus, in diesem kleinen, prallen Buch tut, ist kein eiliger Talkshowbeitrag, sondern bei aller Frechheit ziemlich ernst gemeint. Gegen die Relativierer der Postmoderne, die überall "Konstruktionen" enttarnen, doch nichts Handfestes mehr anerkennen wollen, stellt er einen "Neuen Realismus", der zugleich mutiger und liberaler ist als die verquälten Erkenntnistheorien anderer Denker. Das Gute an diesem Ansatz nach "Sinnfeldern": Er befreit von der Schüchternheit vor großen Fragen, und das mit Witz und manch kessem Seitenhieb. Sogar die Ästhetik von Fernsehserien spielt für Gabriel eine wichtige Rolle. Wer sein unterhaltsames Denk-Training mitmacht, hört Sprücheklopfern künftig skeptischer zu.
Von Johannes Saltzwedel

KulturSPIEGEL 7/2013
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