29.07.2013

KARRIEREN„Ein Tag ohne Ausraster ist ein verlorener Tag“

Schauspieler Hans-Joachim Heist, 64, alias Gernot Hassknecht über seine Wutausbrüche in der ZDF-„heute-show“ und sein neues Bühnenprogramm
SPIEGEL: Was macht der Blutdruck?
Heist: Den habe ich gerade gemessen, da haben Sie Glück. Er ist bei 120 zu 67. Ich habe mich in den letzten Minuten ja überhaupt nicht körperlich betätigt. Und ausgerastet bin ich heute auch noch nicht. Privat bin ich eher ein friedlicher Mensch.
SPIEGEL: In Ihrem neuen Bühnenprogramm "Das Hassknecht Prinzip" wollen Sie ab September erklären, wie man zum Choleriker wird. Können Sie uns schon mal Tipps geben?
Heist: Ein guter erster Schritt ist beispielsweise, Beschwerdebriefe zu schreiben, an die Telekom, ans Fernsehen oder wen auch immer. Das ist ja Hassknechts großes Hobby. Ansonsten kann man sich über so vieles herrlich aufregen, über unsere Politiker natürlich, über den Kellner im Restaurant und über andere Verkehrsteilnehmer. Autofahren ist ohnehin eine gute Übung für alle Anfänger, die das "Hassknecht Prinzip" noch nicht verinnerlicht haben.
SPIEGEL: Werden Sie nach der Tournee heiser sein?
Heist: Hassknecht wird nicht zwei Stunden lang rumschreien. Die Show ist aufgebaut wie ein Coaching. Trainer, die einem erklären, wie man reich und glücklich wird, gibt es genügend. Wie man cholerisch und glücklich wird, lernt man nur bei Hassknecht.
SPIEGEL: Wie reagieren eigentlich Leute auf der Straße auf Sie?
Heist: Die erste Reaktion ist meist: "Aber bitte nicht anschreien!"
SPIEGEL: Über welches Thema würde Hassknecht sich zurzeit am meisten aufregen?
Heist: Ganz aktuell wären das sicherlich die NSA-Bespitzelungen. Aber es gibt immer etwas. Für Hassknecht ist ein Tag ohne Ausraster ein verlorener Tag.

DER SPIEGEL 31/2013
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