29.03.1999

Jiang Zemin,

72, Staatspräsident Chinas und Chef der kommunistischen Partei, der sich gern in einer Reihe mit Mao Tse-tung sieht, versucht nun auch künstlerisch in die Fußstapfen seines berühmten Vorgängers zu treten. So wie der Große Vorsitzende einst der Lyrik huldigte, veröffentlichte Jiang in Pekings "Volkszeitung" jetzt zwei Gedichte. Dabei benutzte er eine besonders schwierige Versform aus vier Zeilen mit jeweils sieben Schriftzeichen. Jiang beglückte mit seiner Poesie unter anderem die Abgeordneten des Nationalen Volkskongresses, Pekings Scheinparlament. Textprobe: "Wenn der Frühling in China einkehrt, / Treffen sich alle in Peking, die staatlichen / Angelegenheiten zu debattieren; / Alle sprechen vom Aufbruch Chinas, mit 1000 Worten drücken sie ihre Treue zum Vaterland aus."

DER SPIEGEL 13/1999
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